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Thema: Ich bin ein schlechtes Kind

  1. #1
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    Standard Ich bin ein schlechtes Kind

    Hallo,

    ich glaube, der Titel sagt euch schon in etwa, worum es geht.
    Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, aber irgendwie werde ich versuchen, euch zu erklären, was los ist.

    Ich bin ein schlechtes Kind. Egoistisch. Nervig. Immer unzufrieden. Will immer alles haben. Mache meiner Familie das Leben schwer.

    Das greife ich nicht einfach aus der Luft, sondern ich weiß, dass es so ist.

    Vielleicht erstmal einwenig zu mir..
    Ich bin unzufrieden mit mir selber und lege mir eine Menge Ziele so wie Veränderungen vor.
    Und - jedenfalls vermute ich es - leide ich unter einer leichten Essstörung. (Essensstreik, schlechtes Gewissen, Selbstvorwürfe etc.)
    Wäre das nicht genug, versuche ich, es allen immer Recht zu machen und bin perfektionistisch.

    Mit meiner Mutter läuft es nicht so gut.
    Durch meinen Essensstreik rastet sie oft aus und zwingt mich, es zu essen, beleidigt mich und wirft mir dabei vor, ich würde es absichtlich machen, um sie zu veletzen. Ich bin sehr empfindlich bei solchen Sachen und fange deswegen sehr oft an zu weinen - weil ich Essen nun meistens mit Zwang verknüpfe. Mir wird leicht übel, wenn ich auch nur daran denke, wieder gegen meinen Willen essen zu müssen..
    Bei ihr ist es so, dass wenn man ein falsches Wort sagt, sie es sofort gegen einen verwendet und sich dann automatisch in die Opferrolle zwingt, wie als wäre man selbst an all dem schuld. Sie erwartet ständig, dass ich perfekt bin und bei einer etwas schlechteren Note meint sie auch sofort, ich hätte besser aufpassen können, schneller arbeiten müssen oder sonst noch was.
    Dann gibt es noch etwas, was mich sehr aufregt und mir sehr unangenehm ist. Selbst hier im Internet, wo doch alles so anonym ist, will ich nicht wirklich darüber reden bzw. schreiben, aber ich sehe keinen Ausweg mehr.
    Sie badet mich. Und das, obwohl ich 13 bin. Sie macht mir Frisuren, die ich nicht will, entscheidet, was ich anziehe, wie viel und was ich esse, wo ich bin... sie hat mein Leben in der Hand, wie as wäre ich eine Puppe.
    Beispiel: Sie begleitet mich morgens in die Schule, trägt meinen Rucksack und holt mich wieder ab. Ich habe ihr tausend Mal gesagt, ich könnte es alleine, aber sie will nichts davon hören. Dasselbe übers Baden. Aber sie hört mir nicht zu und sagt dann in den passenden Momenten immer, wie viel sie doch für mich tut. So viel, wie viel ich eigentlich nicht will!
    Etwas wie Freiheit habe ich nicht. Ich darf nicht einfach mal zur Stadtbibliothek, nein, sie muss mich wie ein Kleinkind dorthin begleiten. Ich darf kein Taschengeld haben. Ich darf nach der Schule nicht zu meiner Freundin.
    Und sie behandelt mich und meinen Bruder nicht gleich. Selbst, wenn es um so was simples wie Aufräumen geht: ihm wischt sie hinterher, ich muss alles selber machen. Und im Anschluss mache ich nichts.
    Wenn man mal irgendwo hin muss, zum Beispiel nachschauen, wie viel etwas kostet, darf ich nie alleine los. Er aber schon.
    Wenn man mal auf das Haustier aufpassen muss und er danach rumheult, dann hat er nur einen schlechten Tag, aber bei mir geht das überhaupt nicht.
    Zuletzt noch kann man sagen - ich habe Angst vor meiner Mutter, weil ich finanziell abhängig von ihr bin und wenn ich etwas falsch mache, dann könnte sie mich vor die Haustür setzen.

    Mit meinem Vater vestehe ich mich auch nicht sonderlich gut.
    Als er Depressionen hatte und mal wieder geweint hat, habe ich immer versucht, ihn aufzumuntern. Ich habe mit ihm Zeit verbracht, als ich merkte, dass er vollkommen alleine war. Als Einzige mit ihm geschrieben, als er weg war.
    Aber dennoch hat er nur Augen für meinen Bruder. Nur er braucht die beste Uni, die neusten Spiele, die Bildung von ihm, die Unterhaltungen, die Treffen mit Wissenschaftlern...

    Ich möchte meine Eltern stolz machen. Frei und unabhängig sein, aber auch geliebt werden. Oder mich wenigstens so fühlen.
    Aber ich habe keine Ahnung, wie ich das tun soll. Gute Noten sind für sie selbstverständlich und eine Essstörung verschwindet nicht einfach so.
    Ich weiß nicht, wie ich glücklich sein soll, wenn ich mich selbst hasse..

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  3. #2
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    Standard AW: Ich bin ein schlechtes Kind

    Hallo

    Sag mal ganz ehrlich: hasst DU Dich, oder Deine Eltern.?!

    Warum sagst Du, dass Du ein schlechtes Kind bist?
    Als ich Deinen Beitrag las....was soll ich sagen?
    Ich bin Mutter und es tat mir weh.
    So wie Du Deine Eltern beschreibst...
    wie Deine Mama mit Dir umgeht.....das darf nicht sein.
    DU bist nicht schlecht. Den Schuh müssen sich andere anziehen.
    Hast Du niemanden, mit dem Du reden kannst?

    Warst Du mit Deiner Essstörung schon beim Arzt?
    Suche Dir Hilfe.

    Lerne Dich zu lieben....


    Eis-Fee
    Je n'ai pas de mots.

    (¯`´•.¸ ¸.•´´¯ `, .*`, .*´.
    ' *...`' °´...`' °´.*' °´..`' °´..`' °´.

    Nichts ist falsch,
    wenn dein Herz
    dir sagt, dass
    es richtig ist.

    (¯`´•.¸ ¸.•´´¯ `, .*`, .*´.
    ' *...`' °´...`' °´.*' °´..`' °´..`' °´.

  4. Für den Beitrag danken: pecky-sue

  5. #3
    Deliverance
    Gast

    Standard AW: Ich bin ein schlechtes Kind

    Hallo Vanith,

    Oh Mann, erst dachte ich "Okay, da gibt's wohl ein paar Konflikte und einer hat da sein Kind völlig verzogen" , dann kam ich zu dem Punkt mit dem Baden und dem Kontrollwahn deiner Mutter!

    Mir dir ist gar nichts falsch, deine Mutter ist wohl wahnsinnig! Kein Wunder, dass du dich selbst hasst und dich auch selbst so schlecht darstellst, wenn du permanent überwacht, kontrolliert wirst und sogar extrem in deine Selbstbestimmung und Intimsphäre eingegriffen wird!
    Deine Mutter benimmt sich völlig daneben, wenn deine Schilderungen so der Tatsache entsprechen.

    Dein Hungerstreik ist für dich anscheinend eine Lösungsmöglichkeit, um wenigstens ein bisschen Kontrolle in deinem Leben zu erfahren und dem Bild der Perfektion nahe zu kommen, die dir vermeintlich die Liebe und Anerkennung deiner Mutter näher bringt, die du aber trotzdem nie erlangen wirst, weil du ihr nie gut genug sein wirst.

    Vermutlich hat sie irgendwo ihre Gründe, dass braucht dich aber nicht zu interessieren, denn du leidest unter ihrem Verhalten. Genauso ist es bei deinem Vater, der liest sich auch nicht wie eine Stütze in deinem Leben, eher ist es umgekehrt und du versuchst, ihn zu stützen - das ist als Kind aber nicht deine Aufgabe!

    Hast du jemanden, mit dem du darüber reden kannst? Lehrer, Verwandte, Eltern von Klassenkameraden?
    Ich fände es wichtig, dass du dir Hilfe holst.

    Übrigens bist du nicht finanziell von deinen Eltern abhängig: Angenommen, deine Eltern setzen dich vor die Tür - du würdest in staatliche Obhut genommen, du müsstest weder hungern, noch auf der Straße leben, im Gegenteil.
    Nach deinen Beschreibungen hättest du in einem Wohnheim wesentlich mehr Freiheiten und weniger Stress, als bei deinen Eltern. Deine Mutter kann dir viel erzählen, du musst nicht alles glauben.


    Und pass bitte auf, mit wem du hier schreibst - du klingst sehr verletzlich (was auch völlig in Ordnung ist!) und viele Menschen gucken in Internet nach Opfern, die sich erst dein Vertrauen erschleichen und sie dann zu Handlungen bewegen, die dir psychisch & physisch weh tun und dir sehr schaden werden.
    z.B. solltest du auch niemanden genau beschreiben, wie dieses "Baden" durch deine Mutter im Detail aussieht, oder ähnliches.
    Falls jemand sexuelle Bemerkungen macht oder dich nach Sachen fragt, die du nicht möchtest, wende dich an die Moderatoren hier, die werden dir weiter helfen

  6. Für den Beitrag danken: pecky-sue, Sisandra

  7. #4
    Registriert
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    Danke gesagt
    6
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    Standard AW: Ich bin ein schlechtes Kind

    Hey

    also ganz ehrlich das liest sich ziemlich gruselig.
    Du bist kein schlechtes Kind. Rede dir sowas nicht ein.
    Mein erster Gedanke der mir in den Sinn kam war.... Ist deiner Mama mal was zugestoßen? Weil so wie man das liest will sich dich beschützen und behüten!
    Gibt es vielleicht eine coole Tante oder Oma mit der du über das reden kannst damit du nicht so alleine damit da stehst? Oder einen Vertrauenslehrer?

  8. Für den Beitrag danken: pecky-sue

  9. #5
    Rainbow_Lotus
    Gast

    Standard AW: Ich bin ein schlechtes Kind

    Liebe Vanith,

    was du uns über deine familiäre Situation geschildert hast, schockiert mich!
    Sowohl als Privatperson, als auch als Sozialpädagoge.

    Was mich außerdem tief traurig gemacht hat, ist dass du die Schuld an der Situation offensichtlich bei dir suchst, und deine Eltern, nach alles was sie dir angetan haben, und immer noch tun, stolz machen möchtest...

    Du sollst wissen, liebe Vanith, dass dich an dem Unglück und Verhalten deiner Eltern keine Schuld trifft! Das meine ich absolut aufrichtig!

    Deine Eltern haben sich für das Leben entschieden, dass sie jetzt führen, haben sich dafür entschieden, euch Kinder in die Welt zu setzen, und benutzen euch nun, da ihre Hoffnungen und Träume sich nicht erfüllt haben, als Ventil für ihre eigene Enttäuschung mit dem Leben.
    Was sie dir damit antun, ist grausam. Einserseits sollst du all jene Erwartungen erfüllen, die sich für sie nicht erfüllt haben, andererseits kannst du dies überhaupt nicht. Denn, wenn deine Eltern, und besonders deine Mutter, den Gedanken zulassen würden, dass ihre Kinder sie nicht brauchen, dass ihr ohne ihren Einfluss vermutlich sogar ein besseres, gesünderes Leben führen könntet, müssten sie sich von da an ihrem eigenen Leben, ihrer eigenen Hölle zuwenden, und dies ertragen sie nicht.

    Daher wirst du von deiner Mutter in die Rolle des hilflosen, unfähigen Kindes gepresst, und wird dir jede Möglichkeit verwehrt, dich aus dieser Rolle zu befreien, indem dir nicht einmal die Freiheit gestattet wird, alleine zu sein.

    Dass diese Rolle dich kaputt macht, wirklich jeden Menschen kaputt machen würde, gibt deiner Mutter nur mehr Zündstoff, dich davon zu überzeugen, wie sehr du sie brauchst.

    Die Wahrheit ist jedoch eine andere:
    Deine Mutter ist eine sehr kranke, stark gestörte Person, und braucht dringend Hilfe. Intensive, professionelle, langfristige Hilfe.

    Du dagegen bist ein unschuldiger Mensch, der unter dem völlig gestörten Selbstbild leiden muss, dass andere dir aufgezwungen haben, und es mittlerweile akzeptiert hat, weil du niemals etwas anderes kennen gelernt hast.

    Ich möchte dir an dieser Stelle aufrichtig versichern, dass du kein schlechtes Kind bist, und auch kein schlechter, unkompetenter, nutzloser, oder wertloser Mensch, ganz im Gegenteil, sondern von den Menschen, denen dein Wohl eigentlich das Wichtigste im Leben sein sollte, seelisch mißbraucht worden bist.

    Erst, nachdem du dich dem direkten Zugriff dieser Menschen entzogen hast, wird es dir überhaupt möglich sein, dich selbst kennen zu lernen, wirklich zu begreifen, wer du eigentlich bist und sein möchtest. Und erst, nachdem du frei bist, wird dein Heilungsprozess beginnen können.


    Was ich dir in deiner Situation dringend ans Herz legen möchte, ist, dich deinem Vertrauenslehrer anzuvertrauen, ihm zu schildern, was du ertragen musst und wie sehr du darunter leidest.
    Und wenn er weiß, was er tut, wird er daraufhin den Kontakt zum Jugendamt suchen, was dir zumindest die Möglichkeit geben wird, dich in staatliche Obhut zu begeben, zum Beispiel in ein betreutes Wohnen, das man am ehesten mit einer professionell begleiteten WG vergleichen kann.

    Ob du diesen Schritt dann auch tatsächlich gehen willst, entscheidest natürlich nur du selbst, aber dieses eine Mal wird deine Mutter keinen Einfluss mehr darauf nehmen können...


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg, und zögere nicht, dich auch weiterhin an uns zu wenden, wenn du Hilfe brauchst...


    Ganz liebe Grüße
    Geändert von Rainbow_Lotus (29.10.2017 um 12:52 Uhr)

  10. Für den Beitrag danken: pecky-sue

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