Anzeige
Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: mich zerreißt es innerlich

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    07.11.2012
    Beiträge
    1
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard mich zerreißt es innerlich

    Guten Abend,
    ich komme mir etwas komisch vor dass mich an ein Forum wende, aber ich weiß nicht an wen ich wenden soll, ich bin seelisch total am Ende..

    und hier meine Geschichte:
    Meine Mutter ist Quartalsäuferin, wenn das die richtige Bezeichnung für dieses Trinkverhalten ist.
    Ich sag es mal so, jedes mal, wenn eine Art von Konfrontationen im Leben meiner Mutter auf sie trifft, fängt sie aus heiterem Himmel an zu trinken. Hinzu kommt der Umstand, dass sie Diabetekerin (insulinpflichtig) ist. Aus diesem Umstand ist schon dazu gekommen, dass ich den Rettungsdienst alamieren muss(habe aufgehört zu zählen).
    An der Stelle ist zu erwähnen, dass sie Ärztin ist und ihr eigentlich bewusst ist dass Alkohol den Blutzucker runterdrückt und an der Stelle erwähne ich auch, dass sie eine wundervolle Ärztin ist. Sie übt ihren Beruf sehr gewissenhaft aus und ist bei ihren Patienten sehr beliebt und auch auch dementsprechend den Alkohol nie an ihren Beruf gelassen.
    Jedes Mal, wenn diese Trinkphasen beginnen(alle vier Monate), habe ich keine Chance eine Bremse zu ziehen und sie zu stoppen, diese Trinkverhalten dauert in etwa zwei Wochen an, bspw. wenn sie länger im Urlaub ist und sich es "erlauben" kann. Aufgrund der zahlreichen Exzesse (Nasenbruch, Schulterbruch, Unterzuckerung usw.) und dem damit verbunden Rufen des Notarztes bin ich seit meinem vierten Lebensjahr durchweg traumatisiert. Damals waren diese Exzesse eher selten, seitdem meine Eltern getrennt sind und ich alleine mit ihr wohne, vermehrt. Von meinem Vater kommt keine sinnvolle Unterstützung, das liegt aber nicht daran, dass es ihn nicht interessiert, sondern daran, dass sich bei ihm langsam eine beginnende Demenz breitmacht, die ich eigentlich so schlimm klingt für mich in meiner Problemliste sekundär eingestuft habe. Mein Bruder und ich, sowie meine Großmutter haben schon oft genug auf meine Mutter eingeredet, dass sie sich Hilfe suchen soll, aber vergebens (seit 16 Jahren). Momentan kann ich noch auf sie aufpassen, weil ich im Haus bin, aber das hört jetzt im Dezember auf: Ich werde als Skilehrer für vier Monate in Österreich sein und kommenden April mich zum Rettungsassistent ausbilden lassen, wahrscheinlich weil ich anderen Leuten irgendwie helfen will und so viel Leid wie möglich ersparen will, spielt aber gerade keine Rolle.
    Jedoch durch meinen Umzug wird sie allein sein, sie hat keinen Lebensgefährten und ihre sozialen Kontakte in ihrer Freizeit halten sich extrem in Grenzen. Das heißt im Klartext, sollte sie während meiner Abwesenheit, die selbstverständlich auf Dauer sein will, Alkohol trinken und am Morgen unterzuckert sein, kann ich nichts machen und niemand wird sie finden. Am Rande erwähnt bedeutet eine starke Unterzuckerung eine absolute Handlungsunfähigkeit und kann bei nicht behandeln nach mehreren Stunden zum Tod führen. Mein Bruder wohnt 800km entfernt und kann auch nicht nach ihr sehen. Aber ich denke mir irgendwie, mein Leben muss weiter gehen, ich will auch irgendwann Medizin studieren und Fuß im Leben fassen, ich will Leute kennenlernen, Erfahrungen sammeln und mich sozial wie auch medizinisch weiterbilden, aber mein Gewissen kann meinen Auszug momentan nicht verantworten. Das Thema zerreißt mich mittlerweile seit Jahren und ich merke an mir selbst, dass ich mich nicht mehr anderen Menschen gegenüber öffnen kann, weil ich zu oft enttäuscht worden bin. Ich habe viele Freunde, will sie aber mit so einer Geschichte nicht nerven, zudem bin ich sicher, dass keine sinnvolle Konversation bei raus kommt und deshalb wende ich mich an dieses Forum. Wie soll ich mich in dieser Situation verhalten? Soll ich mein Leben leben und es kommt wie es kommt und ich versuche geschehenes zu verarbeiten? Ich weiß es nicht. Meine Mutter ist wenn sie nicht trinkt die tollste Mutter der Welt, wir haben Geld, sie ist für mich da, soweit sie es zeitlich auf die Reihe bekommt, mir hat es nie an was gefehlt, wenn sie trinkt kann ich sie nicht ertragen und hasse sie, mir ist auch mal die Hand ausgerutscht weil ich sie einfach nicht so etragen konnte, wäre schlimmer ausgegangen, wenn ich den Raum nicht verlassen hätte, sie hat es mir allerdings nicht übel genommen, aber ich schäme mich dafür meine Hand gegen meine eigene Mutter zu heben
    Tut mir Leid wenn dieser Text etwas unstrukturiert ist, bin bisschen durchn Wind.

    so far

  2. Anzeige

  3. #2
    Registriert Avatar von ice_cold
    Registriert seit
    24.06.2012
    Beiträge
    217
    Danke gesagt
    1
    Dank erhalten:   137

    Standard AW: mich zerreißt es innerlich

    hi. deine mutter ist ein erwachsener (ansonsten vernünftiger) mensch, der in erster linie für sich selbst die verantwortung trägt. wenn sie (bevor sie zu trinken beginnt) im vollen bewusstsein - dass ihre handlungweisen sie krank machen können - dies trotzdem vorsätzlich macht, ist dies ihre entscheidung allein.

    dir immer wieder die konsequenzen ihrer handlungen aufzubürden ist schlicht unfähr. auch du hast auch ein recht auf ein eigenes leben, auf eine eigene zukunft. auch das sollte ihr bewußt sein.

    du kannst einen menschen nicht gegen seinen willen vor der selbstzerstörung bewahren.

    ich an deiner stelle würde jedenfalls mein eigenes leben planen. würde vorher noch einmal mit ihr alles durchsprechen, aber schlussendlich mein eigenes leben leben. das ist eine harte entscheidung. aber notwendig. vielleicht passt sie auch besser auf sich auf, wenn der sicherheitsgurt (du) nicht mehr zur verfügung steht.

  4. #3
    Registriert Avatar von kaela
    Registriert seit
    03.07.2011
    Beiträge
    839
    Danke gesagt
    395
    Dank erhalten:   232

    Standard AW: mich zerreißt es innerlich

    Hallo mclovin,

    das ist eine extrem schmerzhafte, entsetzliche Situation, die du beschreibst ... es tut mir sehr Leid für dich ...

    Ich weiß nicht, ob ich dir etwas schreiben kann, was dir weiterhilft. Deine Mutter ist erwachsen. Einen anderen Menschen ändern kann niemand. Geht nicht.

    Ältere Leute, die allein leben, können ja in ein Überwachungssystem eines sozialen Dienstes einbezogen werden (Rotes Kreuz o. ä.) - ich kenn mich da nicht aus, hab vor Längerem davon gehört - man muss sich bei so einer Stelle regelmäßig melden, sonst taucht jemand auf und schaut nach. Es gibt auch eine Art "Alarmklingel", eine Kette mit Alarmknopf, die man um den Hals hängen u. im Ernstfall betätigen kann. Es ist natürlich die Frage, ob deine berufstätige, erfolgreiche Mutter (mittleren Alters?) mit so einer (zeitweisen??) Überwachung einverstanden ist. Ich könnte mir vorstellen, dass sie nach Außen hin auf jeden Fall "das Gesicht" wahren will ...

    Ich glaub es dir, dass es dich zerreißt, wenn du jetzt anfangen willst, dein eigenes Leben zu leben ... aber in erster Linie auf die Mutter aufpassen, das ist auf Dauer kein Leben, oder? Du schreibst, dass du traumatisiert bist, diese Situation besteht ja schon lange. Könntest du dir vorstellen, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, vielleicht für ein paar unverbindliche Stunden, um zu hören, was er oder sie dazu sagt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf Dauer gesund ist, mit so einer Situation innerlich und äußerlich allein zu bleiben, d. h. mit den Freunden nicht darüber zu reden oder reden zu können.

    Ist vielleicht die Leistung in eurer Familie oder bei deiner Mutter ein sehr hoher, vielleicht der höchste Wert im Leben? Auf der einen Seite höchsten Ansprüchen genügen zu wollen, Perfektion von sich zu erwarten - und dann nicht mehr zu können? Evtl. damit verbunden, mit der Helferrolle identifiziert zu sein?
    Vielleicht wäre das ein Ansatz für ein Gespräch mit ihr ... aber vom Trinken wirst du sie nicht abhalten können ...

    Alles Gute!
    Kaela

  5. #4
    Registriert Avatar von kaela
    Registriert seit
    03.07.2011
    Beiträge
    839
    Danke gesagt
    395
    Dank erhalten:   232

    Standard AW: mich zerreißt es innerlich

    Noch eine Idee: Es gibt ja nicht nur die Anonymen Alkoholiker, sondern auch jede Menge ähnlicher Gruppen, auch für Angehörige von Alkoholikern. Dort wärst du zumindest nicht ganz allein mit deinen Problemen und Sorgen.

  6. #5
    Monarose
    Gast

    Standard AW: mich zerreißt es innerlich

    Ich würde trotzdem ausziehen.

    Wenn sie sich totsaufen will, kannst du das nicht ändern.

    Da sie Ärztin ist, wird sie ihre Lage klar sehen.


    Oder willst du die nächsten Jahrzehnte den Wächter für sie machen und im Kinderzimmer wohnen?

  7. Für den Beitrag dankt:

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. einsamkeit zerreißt mich
    Von das wars? im Forum Ich
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 20.11.2012, 18:54
  2. Es zerreißt mich...
    Von Susi01 im Forum Ich
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 20.11.2012, 11:49
  3. Die Einsamkeit zerreißt mich
    Von San30 im Forum Freunde
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 18.05.2011, 20:24
  4. Was ist es, dass mich fast zerreißt ?
    Von HHandy im Forum Liebe
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 25.11.2009, 14:46
  5. Es zerreißt mich...
    Von Gast im Forum Liebe
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 16.04.2009, 19:22

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige