Anzeige
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: wir sind wie fremde!

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    01.05.2011
    Beiträge
    15
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten: 1

    Standard wir sind wie fremde!

    hey.

    ich hab ein problem. oder einen haufen von problemen. es wär nett von euch, das zu lesen, auch wenns lang ist, aber die antworten bedeuten mir viel.

    ich bin mir aufgrund von einigen internetrecherchen ziemlich sicher, dass mein dad unter einer sogenannten männerdepression leidet. ich weiß, meine eigendiagnose, aber ich weiß auch, dass er irgendein problem hat, sein verhalten ist nämlich nicht normal. die depression zeigt sich in einigen dingen:

    - er betreibt extrem viel sport
    - zeigt offene feindseligkeit gegenüber manchen leuten
    - glaubt, sich und seine fähigkeiten immerzu beweisen zu müssen
    - reagiert oft heftig (grundlos)
    - konsumiert öfter alkohol (beinahe jeden abend ein, zwei glas wein)
    - schlafstörungen

    wenn er abends nach hause kommt und ein besucher von mir/meinen geschwistern ist da, ist es schon vorgekommen, dass er diesen nicht einmal gegrüßt hat. seine einzigen worte sind "caro, du musst schlafen gehen!" und dann verzieht er sich. er hält es allgemein nicht aus, wenn freunde von uns kindern zu besuch sind. mir ist das schon ziemlich peinlich, da es doch sowieso höchstens ein mal im monat ist!

    ich glaube, er hat das positive lebensgefühl verloren. ich will ihm irgendwie auch helfen, aber es fällt oft so schwer, ihm freundlich gegenüberzutreten, da er fast nur noch schlecht gelaunt ist. irgendwo fällt es einfach schwer, ihm seine ausbrüche zu verzeihen..

    ich leide unter einer dysthymie. okay, auch meine eigendiagnose, aber es treffen wirklich beinahe alle symptome, die ich bisher im internet gefunden habe, auf mich zu. dass ich ein eher verschlossener mensch bin, lässt sich nicht bestreiten. aber das war nicht immer so. es hat sich entwickelt, weil in unserer familie die devise "über probleme wird nicht gesprochen" herrscht. das hat zwar niemand ausgesprochen, aber es ist doch so.
    in meiner familie gibt es keine bezugspersonen, denen ich meine probleme anvertrauen könnte. es ist teilweise die pubertät, jaja, schon klar, aber mir gehts wirklich überhaupt nicht gut. ich würde nie auf die idee kommen, meinem vater oder meiner mum davon zu erzählen, weil niemand jemals danach gefragt hat! und bitte kommt mir nicht damit, dass ich auf andere menschen zugehen muss und sie nicht gedanken lesen können. wenn du die aufgeschnittenen arme deiner tochter siehst (nichts sagst - aber so was kann man nicht übersehen) und ein paar wochen später, wenns um das thema probleme von jugendlichen oder so geht, sagst 'es gibt da ja auch diese ritzer, die damit auf sich aufmerksam machen wollen', dann kannst du doch nur ein ignorantes arschloch sein! ich denke, mein dad ist allgemein so eingestellt, was psychische probleme und so angeht. hängt wohl mit seiner kindheit zusammen - er kommt vom land, hat 7 geschwister und finanziell wars sicher nicht immer leicht. also sind diese probleme in seinen augen wahrscheinlich meist "eingebildet/übertrieben", so lange sie nicht deutlich bemerkbar sind.

    ich hasse meine familie ja nicht, meine eltern haben so viele eigene probleme, die ich sehe, so dass ich ihnen ja gar nicht zur last fallen will, aber ich bin doch irgendwo auch noch ein kind, das gar nicht mehr nach hause will, weil es so eine verdammt oberflächliche beziehung ist, in der ich ihnen immer nur gefallen wollte!


    ich fürchte, lösungsvorschläge wie 'setzt euch zusammen und führt ein ernsthaftes gespräch' könnte ich gar nicht mehr akzeptieren, also bleibt mir noch die frage:

    WIE soll ich diese 3 1/2 jahre überleben, bis ich endlich ausziehen kann?
    Geändert von caro. (10.11.2011 um 20:14 Uhr)

  2. Anzeige

  3. #2
    Registriert Avatar von DevilMagic
    Registriert seit
    10.11.2011
    Ort
    Eisenhüttenstadt
    Beiträge
    344
    Danke gesagt
    17
    Dank erhalten:   100

    Standard AW: wir sind wie fremde!

    Hallo Caro,

    es ist ausgesprochen schwer hier für dich eine passende Antwort zu finden weil du ja im Grunde viele Hilfsansätze schon vorweg ablehnst. Auch sonst ist deine Abwehrhaltung ziemlich unnormal für ein 14 Jahre altes Mädchen. Aber weil du hier Hilfe erwartest werde ich es mal versuchen.

    Zum ersten scheint dein Vater wahrlich mit seinem Leben nichtmehr zufrieden zu sein. Seine extremen Sportaktivitäten und sein Verhalten lassen auf ein Kompensationsverhalten schließen. Das heißt an einer Stelle seines Lebens ist dein Vater so unzufrieden das er es versucht mit Sport auszugleichen. Das wäre eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit ist das er mit seinem Erscheinungsbild einfac nicht klar kommt und nur versucht dieses zu ändern. Wenn der Mensch aprubt mit etwas aufhören soll bekommt er durch den Wegfall eine Art Entzugserscheinungen, die Folgedaraus sind meistens grobe Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit und eine meist unangemessene emotionale Reaktion.

    Soviel erstmal zu der Erklärung wieso und weshalb.

    Desweiteren, was wäre dir denn am liebsten? Das dein Vater sein Verhalten ändert oder das du deinen Vater nicht mehr sehen willst? Da du jetzt bereits vom Auszug sprichst denke ich mal das letztere. ( Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege )

    Ich denke das du einfach noch bis zu deinem Auszug es aushalten musst. Dennoch würde ich an deiner Stelle versuchen herauszufinden woran das liegen mag das er so ist! Du sollst nicht mit ihm offen reden. Ich gehe jede Wette ein das ein Vater wenn er schwere Probleme hat seiner sehr junge Tochter die probleme nicht erklärt oder mit ihr darüber spricht. Dafür bist du in seinen augen einfach nicht alt genug.

    Finde erstmal die Ursache. Dann komme hierher zurück. Vielleicht lässt sich dann nicht nur ein Muster sondern auch eine Art Lösung für dein Problem finden. Ohne die Ursache ist eine Lösung aussichtslos.

    Ich hoffe ich konnte dir zumindest twas helfen.

    Viele Liebe Grüße

    DevilMagic

  4. #3
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    01.05.2011
    Beiträge
    15
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten: 1

    Standard AW: wir sind wie fremde!

    erstmal vielen dank für deine antwort!
    woran erkennst du diese abwehrhaltung? nicht, dass du falsch liegst.

    in wirklichkeit gibts noch eine schwierigkeit, die ich immer zu verdrängen versuche. meine unbewussten rollenspiele, die tatsache, dass die seite, die ich meinen eltern mittlerweile noch zeige, nur eine eingeübte seite meines "charakters" ist.. die beziehung ist oberflächlich, weil ich immer nur freundlich und nicht belastend sein wollte...
    was mir am liebsten wäre, ist schwer zu sagen. ich will ihn nicht aus meinem leben verbannen, aber ich will nicht mehr von ihm abhängig sein, weil er in meinen augen größtenteils infantil handelt. ich erkenne keine autoritätsperson mehr in ihm und finde es lächerlich, mir ständig etwas von ihm sagen lassen zu müssen (gegenüber meine mutter hab ich diese gefühle auch.. nur abgeschwächt.)

    das reden würde wirklich gar nichts nützen. es klingt dumm, aber umgekehrt ist es genauso - ich würde ihm so etwas in der jetzigen lage auch nicht anvertrauen.

    die frage ist, ob ich herausfinden kann, woher das kommt, aber ich werde es versuchen..

    glg

  5. #4
    Registriert Avatar von DevilMagic
    Registriert seit
    10.11.2011
    Ort
    Eisenhüttenstadt
    Beiträge
    344
    Danke gesagt
    17
    Dank erhalten:   100

    Standard AW: wir sind wie fremde!

    Deine Abwerhaltung begründet ich durch das letzte Drittel deines erstens Beitrages. Du schreibst dir die Blanke Ironie als Schutz bzw als Schutzwall gegen Ratschläge die du wahrscheinlich schon tausend mal gehört hast. Und zum anderen benutzt du Wörter und Umschreibungen mit denen mancher 30 Jähriger Probleme hat.

    Und ich habe noch nie, wirklich nie eine 14 jährige das Wort infantil benutzen sehen/hören.


    Deine Rolle bzw. das Verhalten diesbezüglich ähnelt aber dem Adoleszenzverhalten. Du willst deine Freiheit und strebst nach Unabhängigkeit in deinem Leben. Doch dieser Unabhängigkeit steht der Wille deiner Eltern gegenüber. So erfindest du eine Rolle in der du deinen Eltern noch die abhängige Tochter vorspielst. Ich weiß das das komisch klingt aber es entspricht der Wahrheit. Hier ist dort allerdings auch nichts verbotenes dran. Du kannst sein wer du willst. Deine Gefühle können dich manchmal trügen aber dein Kopf nicht! Nutze deinen dir gegebenen Verstand weiterhin so gut es geht und du wirst von alleine den besten Weg für dein Verhalten finden. DU hast die besten vorraussetzungen dafür.

    Wenn du deine Redegewandtheit nicht fremd von Wikipedia oder Google kopiert hast, bin ich von deiner Ausdrucksweise wirklich beeindruckt.

    Viel Erfolg bei der Ursachensuche

    Viele Liebe Grüße

    DevilMagic

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Der Fremde in mir...
    Von Yenlowang im Forum Ich
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.10.2008, 16:40
  2. Ein Fischkopp in der Fremde...
    Von Trolliver im Forum Willkommen!
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 14.05.2005, 22:13
  3. hilfe für eine fremde
    Von Mythonick im Forum Ich
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 10.02.2005, 17:02

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige