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Thema: Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

    Hallo. Ich schreibe hier, weil ich nicht mehr weiter weiß.
    Imoment kommt mir alles vor wie ein riesiger Teufelskreis aus dem es keinen Ausweg gibt. Es geht um meinen Vater, der mitlerweile 58 Jahre alt ist und dem das Leben nur noch Steine in den Weg legt.

    Zur Vorgeschichte. Mein Vater hat jahrelang schwere körperliche Arbeit geleistet, für die er jetzt die Folgen tragen muss. Schwere Arthrose. Knieprotesen und jeden Tag starke Schmerzen. Aber das kenne ich nichts anders. Ich kann mich nicht erinnern ihn jemals ohne Humpel-Gang und Schmerzen gesehen zu haben. Diese Schmerzen waren für uns immer ein Erklärung, warum er solche Launen hat und oft seine Wut an uns raus gelassen hatte. Er war noch nie einfach, man konnte ihm noch nie etwas sagen was nicht seiner Meinung entsprach, geschweige denn in irgendeiner Weise Kritik äußern. Meine Kindeheit war schon schwer, aber jetzt wo ich älter bin (18) kann ich einfach nicht mehr tatenlos zu sehen und meinem Mund halten, wenn er meiner Mutter schwachsinnige Vorwürfe macht und uns an allem die Schuld gibt. Seit 2 Jahren wird es immer schlimmer. Wir sind an einem Punkt gelangt an dem ich keine Hoffnung mehr habe, dass es jemals wieder besser wird. Es kam schon so weit, dass wir die Polizei rufen mussten, weil er sich im Suff das Leben nehmen wollte. Der Auslöser war ein völlig banaler Streit zwischen meiner Mutter und ihm, der aus einer völlig normalen Frage entstand. Es war das erste mal, dass ich ihn nicht wiedererkannte. Er war ein völlig anderer Mensch. Er wollte uns anscheinend "erlösen" oder so etwas. Er wollte sich tatsächlich aufhängen, er sagte immer wieder " geht bitte weg, ich will alleine sein". Er viel gesagt an diesem Abend. An alles kann ich mich nicht erinnern oder will es nicht. Als wir ihn kurz in Ruhe gelassen hatten, war die nächste Schnapsidee von ihm sich mit dem Auto tot zu fahren. Zum Glück hatten wir die Schlüssel vorher versteckt. Das war an diesem Abend richtiger Psychoterror, sowas hatte ich noch nicht erlebt. Irgendwann mussten wir die Polizei rufen! Die haben ihn auch mit genommen und er musste ein Tag in einer Ausnüchterungszelle verbringen. Als meine Mutter ihm am nächsten Morgen abholte, machte er uns große Vorwürfe und zog die ganze Geschichte ins Lächerliche. Es wäre ja völlig übertrieben gewesen die Polizei gerufen. Aber wir mussten ihm doch irgendwie vor sich selbst beschützen, oder?!
    Der Polizei gegenüber verhielt er sich wieder völlig normal und konnte wieder klar sprechen und sich richtig schön einschleimen, dabei wollte er vorher noch mit einem alten Gewehr als Schlagwaffe auf sie los gehen. Ich hatte solchen Hass als ich hörte wie normal er mit ihnen gesprochen hat. Er hat mit mir nie mehr über diesen Abend gesprochen. Aber ich kann es nicht vergessen, ich denke oft daran. Ich hasse ihn dafür, dass ich diese Bilder in meinem Kopf mit mir herum trage.
    Es ist schwierig, dass alles zu erklären und in Worte zu fassen. Es kommt dazu, dass mein Vater jeden Tag trinkt. Nur Bier, aber davon mindestens 6 Stück am Abend. Ich weiß, dass das schon Alkoholsucht ist, aber er nicht. Er hat ein ganz falsches Selbstbild von. Nach Außen tut er immer auf Happy Family, aber in Wirklichkeit ist es ganz anders. Er regt sich über Kleinigkeiten auf, geht schnell an die Decke und fühlt sich grundsätzlich immer im Recht. Ich meine er brauch eine Therapie, aber wie überzeugt man jemanden davon, Alkoholkrank zu sein?! Er müsste wirklich zu einem Psychologen denk ich, aber sein Stolz ist viel zu groß, obwohl es ja garnichts schlimmes ist sich helfen zu lassen. Aber er meint er brauch keine Hilfe oder will alles alleine schaffen. Aber das vorallem ich und meine Mutter immer mehr darunter leiden merkt er nicht. Ich hab wirklich das Gefühl er dreht langsam durch. Immoment kämpft er darum Arbeitslosengeld zu bekommen, weil er in seinem alten Beruf nicht mehr tätig sein kann. Auch hier werden ihm nur Steine in den Weg gelegt.
    Wir versuchen ihn so gut es geht zu unterstützen, aber tagsüber sind wir nunmal am arbeiten und können im nicht rund um die uhr unter die arme greifen.
    Versteht mich nicht falsch, mein Vater hat wirklich gute Seiten. Er liebt uns und wir sind das einzige für ihn. Er tut auch viel für uns und kümmert sich viel. Aber langsam zerfließt er in Selbstmitleid, was er natürlich nicht zugibt. Er leidet unter Existensängsten, hat Nachts Albträume, schlafwandelt sogar. Gestern ist er um 2 uhr nachts aufgestanden, hatte wohl einen Traum, dass er einen Anruf bekommen hätte und alles verloren hat. Er ist ausgerutscht in der Küche und hat sich die Kniescheibe gebrochen.
    Er hat glaub ich wirklich ein psychisches Problem und gesundheitlich sollte er auch mehr auf sich achtgeben (weniger trinken, damit er an Gewicht verliert). Einerseits ist sein Stolz so riesig, dass er nicht mit sich reden lässt und dreckt aggressiv wird, andererseits ist er auch so wehleidig und klagt über alles.

    Ich würde gerne irgendetwas tun, aber was soll ich denn machen?!
    Soll ich warten bis ich mit meiner Ausbildung fertig bin, ausziehen und abwarten?! In manchen Situationen hasse ich ihn so sehr aber manchmal tut er mir auch einfach nur leid. Und ich merke, dass es mir selbst nicht mehr gut geht. Früher war ich so ein fröhlicher Mensch und hab viel gelacht. Heute weiß ich nicht mehr, wann ich das letzte mal aus tiefsten herzem gelacht habe. Aber ich kann meine Mutter auch nicht mit ihm alleine lassen, weil es ihr auch nicht gut geht und sie so ein herzensguter Mensch ist.
    Ich wünschte ich hätte einen ganzen normalen Vater, ohne Schmerzen, ohne Wut, ohne Alkohol und ohne die ganzen Probleme um die er sich einen Kopf machen muss. Ich kann verstehen, dass er langsam durchdreht.

    Aber was kann ich denn machen. ich als Tochter?! Er will meine Hilfe nicht.

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  3. #2
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    Standard AW: Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

    Hallo Gast,

    ich kann mir vorstellen, wie belastend das für Euch sein muß.
    Zuerst würde ich Dir empfehlen, über diese ganzen Vorfälle und Gegebenheiten mal mit Eurem Arzt/ Hausarzt zu reden und seine Meinung dazu einholen, was man tun kann, vielleicht auch mit Deiner Mutter zusammen. Es gibt auch Familienberatungen bei der Caritas oder Diakonie, die Dir und Deiner Mutter sicher weiterhelfen können.

    Zum andern meine ich solltest Du auch an Dich denken und Deinen eigenen Weg gehen. Denn diese Verantwortung kannst Du nicht übernehmen, es ist das Leben Deiner Eltern und sie sind für sich selbst verantwortlich. Deswegen, holt Euch Hilfe!

    Wünsche Dir alles Gute!
    Mac

  4. #3
    DeOx
    Gast

    Standard AW: Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

    Zitat Zitat von -Mac- Beitrag anzeigen
    Es gibt auch Familienberatungen bei der Caritas oder Diakonie, die Dir und Deiner Mutter sicher weiterhelfen können.
    Entmündigung!

  5. #4
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    Standard AW: Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

    Zitat Zitat von DeOx Beitrag anzeigen
    Entmündigung!
    Welche Hilfe schlägst Du vor ?

  6. #5
    DeOx
    Gast

    Standard AW: Ich kann das Leiden meines Vaters einfach nicht mehr mit ansehen!

    Zitat Zitat von -Mac- Beitrag anzeigen
    Welche Hilfe schlägst Du vor ?
    Es gibt unzählige Möglichkeiten zu helfen, die aber bei den von dir erwähnten Vereinen nicht vorgesehen sind.

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