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Thema: Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

  1. #1
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    Standard Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

    In meiner Familie läuft grad alles drunter und drüber. Ich fang aber lieber mal ganz von vorne an. Ihr sagt jetzt bestimmt, das Thema gehört in eine andere Rubrik, aber ich muss etwas weiter ausholen.
    Es wird wohl ein sehr langer Text. Ich hoffe jedoch, dass sich trotzdem ein paar die Mühe machen werden, ihn zu lesen. Schonmal danke dafür.

    Meine Mutter (58 Jahre alt), ich bin übrigens adoptiert, ist schon seit ich denken kann, stark nikotinabhängig. Das ist ja eigentlich schon schlimm genug. Sie ist aber zu allem Überfluss auch noch Magersüchtig, trinkt zuviel Alkohol und hat auch wohl starke psychische Probleme. Sie will sich aber von niemandem helfen lassen. Bisher sind alle Therapien fehlgeschlagen. Sie lügt die Therapeuten auch regelrecht an. Sie hat auch schon mehrere Selbstmordversuche hinter sich, was meine Schwester und mich auch nachhaltig geprägt hat. Noch einmal und ich glaube ich hab einen Therapeuten nötig.

    Durch ihre Zigarettensucht hat sie seit Jahren ganz schlimme Probleme mit ihrer Lunge. Sie hat die Krankheit COPD. Außerdem noch Asthma und chronische Bronchitis. Sie kann mittlerweile nichts mehr machen, ohne das sie sofort keine Luft mehr bekommt. Sie sitzt praktisch den ganzen Tag nur zuhause.

    Die ersten Jahre nach der Diagnose ihrer Krankheit sagte sie, sie wird nie mit dem Rauchen aufhören. Irgendwann 2009 hat sie dann von einem auf den anderen Tag doch aufgehört. Wir waren so stolz auf sie. Anderthalb Jahre hat sie auch durchgehalten, doch dann hat meine Schwester irgendwann gemerkt, dass es die ganze Zeit im Keller nach rauch stinkt. Meine Mutter hat natürlich alles abgestritten, bis mein Vater sie auf frischer Tat ertappt hat. Wir waren alle maßlos enttäuscht, dass sie uns so belügen musste. Bei meinem Vater ging es sogar soweit, dass er mittlerweile keine Liebe mehr für meine Mutter empfindet. Es haben natürlich auch noch andere Dinge mit rein gespielt, aber das kann ich jetzt nicht alles aufschreiben.

    Ihre Krankheit hat sich natürlich immer weiter verschlechtert. Wir konnten nicht verstehn, wie sie nach so langer Zeit wieder mit dem Rauchen anfangen konnte.

    Anfang Dezember dann das Unfassbare. Meine Mutter bekommt mitten in der Nacht nur noch ganz schwer Luft, traut sich aber nicht, sich bei meinem Vater bemerkbar zu machen. Irgendwann ist er dann aufgestanden und einen Stock tiefer in die Küche gegangen. Meine Mutter hat mittlerweile gar keine Luft mehr bekommen und mit einer Wasserflasche auf den Boden geklopft, um auf sich Aufmerksam zu machen. Meine Schwester war zu diesem Zeitpunkt gerade mit ihrem Freund bei uns zu Besuch. Sie wohnt schon seit Jahren nicht mehr zuhause. Sie und ihr Freund haben meine Mutter dann schließlich gehört und sofort den Notarzt verständigt. Meine Mutter war schon ganz blau angelaufen. Der Arzt sagte, sie wären praktisch gerade noch in letzter Sekunde gekommen. Nur ein bisschen später und man hätte nichts mehr machen können.

    Sie lag dann auch einige Tage im KH auf der Intensivstation. Eigentlich hätte man denken können, dass sie nach dieser Erfahrung keine Lust mehr auf eine Zigarette haben dürfte, aber da haben wir uns zuerst getäuscht. Sie sagte, wenn sie wieder zuhause ist, wird sie ganz normal weiter rauchen. Am nächsten Tag hatte sie ihre Meinung zum Glück geändert.

    Wir konnten sie dann auch dazu überreden, eine Reha in einer Lungenfachklinik zu machen. Sie hatte uns auch hoch und heilig versprochen, nie wieder mit dem Rauchen anzufangen. Seit dem 25. Januar ist sie jetzt wieder zuhause. Gestern kam ich von meinem Ausbildungsbetrieb nach Hause und was musste ich erfahren? Meine Mutter raucht wieder. Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das erfahren hab. Ich sagte nur zu ihr, jetzt spinnst du aber wirklich und das einzige, was ihr eingefallen ist: Hab nicht so eine freche Gosch. Ich bin übrigens 24, meine Mutter denkt aber immer noch, sie kann mich behandeln wie ein kleines Kind. Es muss aber auch generell immer alles nach ihrem Kopf gehn.

    Wir haben auch das Gefühl, dass sie sich richtig toll dabei vorkommt. Sie ist auch der Meinung, dass sie sich alles erlauben kann und ich immer zu ihr stehen muss. Meine Geduld ist aber auch irgendwann am Ende. Mein Vater möchte jetzt komplett nichts mehr mit ihr zu tun haben. Er ist durch alles, was er durchgemacht hat, mittlerweile so am Ende, dass er einfach nicht mehr kann. Mein Vater ist aber auch ein sehr schwieriger Mensch. Er würde sich am liebsten von meiner Mutter scheiden lassen, schreckt aber davor zurück, weil er weiß, dass sie alleine nicht lebensfähig ist. Sie ist total unselbstständig, hat für nichts Interesse und ist auch, so leid es mir tut, dass ich das sagen muss, schwachsinnig.

    Mein Vater wollte sich oft scheiden lassen, hat es aber nie übers Herz gebracht. Es würde auch bedeuten, dass unser Haus verkauft werden müsste. Damit könnte ich noch leben, da ich nach meiner Ausbildung sowieso ausziehen möchte, sobald ich eine Stelle gefunden habe. Das Schlimmste wäre aber, dass unsere Hündin ins Tierheim müsste und das könnte ich nicht ertragen. Man hat kaum Chancen mit einem großen Hund in eine normale Wohnung ziehen zu können. Mehr wird man meinem Vater auch nicht mehr zutrauen können, da er starke Arthrose hat.

    Wir wissen jetzt jedenfalls nicht mehr, was wir machen sollen. Meine Schwester sagt sogar, dass unsre Mutter für sie nicht mehr ihre Mutter ist. Ich steh zwischen meinem Vater und meiner Mutter. Die beiden schweigen sich an und ich steh mitten drin. Der Meinung meiner Mutter nach hat mein Vater die ganze Familie kaputt gemacht. Sie ist sich absolut keiner Schuld bewusst. Ich weiß nicht, zu wem ich halten soll. Zuerst hab ich meine Mutter komplett ignoriert, was aber auch keine Lösung ist. Ich werd auch auf jeden Fall nochmal über das Thema mit ihr reden müssen. Sie fühlt sich aber leider wie schon gesagt immer im Recht. Mein Vater sagt, das würde von ihrer Erziehung kommen. Ihr Vater war wohl genau wie sie und er war ein richtiger Tyrann. Meine Mutter fängt auch sofort an zu schreien, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht.

    Ich kann nachts schon gar nicht mehr richtig schlafen, und das, obwohl ich eh schon schlafstörungen hab. Im Ausbildungsbetrieb kann ich mich nicht konzentrieren, weil ich immer Angst hab, dass zuhause was vorfällt und in drei Monaten schreib ich meine Abschlussprüfungen. Ich hab das Gefühl, dass meine Mutter gar nicht nachdenkt.

    Wie meine Zukunft aussehen wird, weiß ich sowieso noch nicht. Wahrscheinlich werd ich, solange meine Mutter noch lebt, immer an meine Eltern gebunden sein. Sie wollen auch unbedingt, dass ihr ganz in ihrer Nähe eine Arbeitsstelle finde. Ich weiß auch ganz genau warum: Damit ich immer abrufbar bin, wenn sie Hilfe brauchen. Es kann aber nicht sein, dass ich davon meine berufliche Zukunft abhängig machen muss. Ich muss auch jetzt die ganze Arbeit erledigen, die meine Mutter nicht schafft. Und das nach Feierabend. Dass man hilft, sollte selbstverständlich sein. Ich werde aber nicht gefragt, ob ich vielleicht müde bin, oder es mir nicht gut geht. Ich hab keine andere Wahl. Das Problem ist aber, dass es meistens an Tagen ist, an denen ich dringend lernen sollte und dazu komm ich dann natürlich nicht mehr.

    Ich hab so langsam echt keine Lust mehr, daheim zu sein. Das ist kein Familienleben mehr. Ich vertrau meiner Mutter auch um ehrlich zu sein nicht mehr. Unsere Familie wird nie wieder das sein, was sie einmal war und ich weiß nicht, was ich machen könnte, um es wenigstens wieder etwas besser zu machen.

    Ich entschuldige mich nochmal für den etwas zu lang geratenen und vielleicht auch verwirrenden Text.

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  3. #2
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    Standard AW: Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

    Hallo Santra!

    Richtig praktische Ratschläge kann ich dir leider nicht geben.
    Nur moralisch etwas beistehen und die Anregungen geben.

    Ich finde das schon alles o.k,. wie ihr mit dem Problem deiner Mutter umgegangen seid.

    Aber sie hat ja auch eine Eigenverantwortung und vor allem dein Vater sollte es sein, der die Regeln bestimmt. So wie es klingt hat er die größte Last bisher getragen?

    Hat er denn schon mal ernsthaft erwogen gegenüber deiner Mutter, daß er sich scheiden läßt?
    Es werden wohl noch andere Probleme existieren.

    Deshalb solltest du jetzt wirklich an dich denken, damit du einen guten Start ins Leben schaffst. Vielleicht könntest du ja vorübegehend in ein Wohnheim ziehen, bis die Prüfung vorbei ist? Oder in eine WG?

    Vielleicht kannst du dir ja vom Jugendamt Unterstützung erbitten? Es müßte ja so schnell als möglich, aber doch nur vorerst vorrübergehend sein.

    MfG G.
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  4. Für den Beitrag danken: LieKum2011, Sandra_86

  5. #3
    Sonnenlicht
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    Standard AW: Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

    wahrscheinlich würde ich ihr als der mann saagen,das ich so nicht mehr leben will und mich scheiden lassen werde,wenn sie nicht mehr verantwortung für sich trägt.
    mal sehen wie sie das dann so wahnimmt und was sie dann tut.
    sie allein zu lassen, naja wär in eminen augen okay,da sie alle anderen eben auch unglücklich macht,obwohl sie eventuell eben besser drauf sein könnte,wenn sie sich mühe gibt.

    euren umgangston miteinander finde ich übrigends sehr daneben...da scheint ja einiges im argen zu sein und richtig gut könnt ihr wohl nicht miteinander reden...
    ich würde versuchen ihr das problem wirklich ernsthaft klar zu machen, eben sagen wir müssen mit dir reden, wenn du dich nicht für dich verantwortlich für dich fühlst, wir tuns auch nicht mehr oder so ähnlich,eben versuchen mit leiben worten den ernts der lage zu zeigen.

    an deiner stelle würde ich für mcih mein leben planen und nicht miteinbeziehen ,was mit den eltern ist. klar sollte man sie letern pfklegen im notfall,aber wenn sie für sich selbst nichts macht...würde ichs nicht einsehen udn mir mein leben so gestalten wie ich brauche. du kannst nicht ihre fehler ausbadeb und so dein leben verschenken.

    also klartext mit ihr reden,ihr klar machen,das ihr alle gehen wollt.
    die ausrede die dein vater hat,das sie nicht allein zurecht kommt-naja ich sehs als ausrde,weil er sich nicht traut zu gehen....wer weiss was sie macht,wenn sie allein ist und niamnden mehr hat,der sie so umsorgt.vielelicht fängt sie ja an und kümmert sich? weis mans?

  6. Für den Beitrag dankt: Gelinda

  7. #4
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    Standard AW: Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

    Vielen Dank für die Antworten. Ich sag ihm auch, dass es ihm eigentlich egal sein müsste, ob sie zurecht kommt, oder nicht, aber herzlos will man ja auch nicht sein. Sie macht sich aber leider um uns auch keine Gedanken. Ihr ist es ja auch egal, ob ich deswegen meine Prüfungen in den Sand setze. Vor meinem Abi hat sie auch versucht, sich umzubringen.
    Unser Umgangston ist eigentlich schon gut. Das war das Höchste der Gefühle. Ich wurde eigentlich schon sehr gut von meinen Eltern erzogen. Respektlosigkeiten würde ich mir nie erlauben. Meine Mutter denkt nur immer wieder, dass sie mir den Mund verbieten kann. Meine Schwester ist da übrigens am Telefon richtig ausgerastet. Hat zumindest mein Vater erzählt. Ich glaube er lässt sich nicht scheiden, weil er nicht die Verantwortung dafür möchte, dass sie sich zugrunde richtet. Er sagt außerdem, dass eine Scheidung mit sehr hohen Kosten verbunden wäre und das nur meine Schwester und ich die leidtragenden wären. Naja, meine Schwester ist ja sowieso schon längst ausgezogen und ich hab das nach meiner Ausbildung auch vor. Ich wäre dann halt hin und her gerissen. Meine Mutter müsste dann wohl auch in ein Pflegeheim. Sie könnte sich nie und nimmer alleine versorgen. Das ganze Geld würde wohl auch für die Zigaretten drauf gehn. Ich liebe meine Mutter ja eigentlich auch und ich würde ihr so gerne helfen, bin aber einfach so enttäuscht von ihr. Es ist für mich ein Rätsel, warum sie uns überhaupt adoptiert hat.

  8. #5
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    Standard AW: Probleme wegen meiner Mutter. Wir wissen nicht mehr weiter.

    Ich kann da nur sagen: Hilfe zur Selbsthilfe---> Druck und der kann eigentlich nur von ihrem Mann, ihrer Familie kommen. Ihr braucht euch doch gar nicht schäme, ihr solt ja nur das beste für sie.

    Die Therapeuten haben sich verschaukeln lassen müssen. Was soll ihr denn sonst noch helfen, wenn sie es nicht (von) selber packt.

    Also ich bin jetzt 58 und lasse mir von meinen Kindern schon raten, das beruht sicher auf Gegenseitigkeit. Gut, ich habe keine solchen Probleme. Aber ich muß mich auch rechtfertigen, daß ich seit Nov. 2009 soviel am PC (HR) sitze. Die lassen sich dann immer mal was einfallen, was ich für sie tun kann z.B. was nähen, irgenwelche Infos einholen usw., usw., ja und? - ist doch gut, muß (oder kann) so sein, finde ich.

    Es scheint auch so, daß sie wohl möglicherweise eine Depression haben könnte. Aber wenn bisher keine Therapie angeschlagen hat....tja, da ist guter Rat teuer.
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