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Ich sterbe – und niemand sieht es

#2: Weshalb stößt mein Problem so oft auf Unverständnis?

von am 26.08.2017 um 16:59 (774 Hits)
Wenn ich oder jemand, der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, sich an die Öffentlichkeit wendet – sei es in diesem Forum oder anderswo –, so ist es praktisch nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann ein Kommentar kommt, der ungefähr wie folgt lautet: „Egal wie es dir derzeit geht: Selbst wenn du dein ganzes Leben lang keine Partnerin finden solltest, so musst du damit zurechtkommen und dies akzeptieren.“

Natürlich weiß ich, dass diese Leute einem in dem Sinne helfen wollen, als dass sie sagen, dass man nicht krampfhaft und verbissen an eine Sache herangehen soll, da man es dann sowieso vergessen kann, dass einem das gelingt, was man ersehnt. Aber an dieser Aussage stört mich auch einiges – und zwar gewaltig.



Einmal stellte ich zweien meiner engsten Freunde, die um mein Problem wissen, die Frage, was sie denn täten, wenn sie gerade keine Partnerin hätten und von nun an alles, was sie je unternähmen, um jemanden für sich zu gewinnen, keinerlei Erfolg zeitigte. Der eine gab mir zu Antwort, dass er sich sodann andere Beschäftigungen suchen würde und seine freie Zeit wohl größtenteils vor dem Fernseher verbrächte; der andere sagte etwas ähnliches.

Ein paar Tage später jedoch, als ich einige Zeit darüber nachgedacht hatte, meinte ich, dass ich ihnen das nicht glauben würde und es für eine an Anmaßung grenzende Antwort hielt, die sie mir jeweils gegeben hatten. Der Freundin eines der beiden, die ebenfalls um meine Lage weiß, erzählte ich hiervon und stellte ihr ebenfalls die Frage. Sie gab mir zur Antwort, dass sie nicht wisse, wie sie darauf reagieren würde, meinte aber, dass es ihr wohl ähnlich ergehen könnte wie mir; sprich: Ein Abgleiten in Depressionen und damit verbundener Lethargie, die einem das Leben nicht mehr lebenswert erscheinen lässt, weil man um einen fundamentalen Teil (s)eines Lebens gebracht ist.



Aus dem obigen „Rat“, der es ja „nur gut“ meint, lese ich eben solch eine Anmaßung heraus. Man schmettert Leuten dies ins Gesicht, obwohl man selbst (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit) nicht darunter leidet und, was die Liebe anbetrifft, wie die Made im Speck lebt. Überdies bezweifle ich zutiefst, ob man selbst so gut damit zurechtkäme, wenn man den Rest seines Lebens alleine verbringen müsste, dies aber schamlos anderen Leuten rät und meint, ihnen damit einen „guten Rat“ erteilt zu haben. Man erdreistet sich, anderen Leuten sagen zu können, dass sie es auszuhalten haben, wenn sie darben, während man selbst (zumindest die meiste oder eine akzeptable Zeit seines Lebens) in Saus und Braus lebt. Und wenn man ihnen sagt, dass es sich hierbei um ein fundamentales und existentielles Problem handelt, so erntet man nur Unverständnis von ihnen.



Im Mittelalter führte Friedrich II. (* 1194; † 1250), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, einen Versuch durch, der auch als „das grausame Experiment“ oder „das schreckliche Experiment“ bekannt ist. Da er herausfinden wollte, was die Ur-Sprache des Menschen sei (welche Worte er also spräche, wenn niemand je ein Wort zu ihm sagte), ließ er Kinder bei Ammen aufwachsen, denen es verboten war, mit den ihnen anvertrauten Kindern zu sprechen. Die Ammen kümmerten sich dabei nur um das Nötigste und unterließen alles andere. Das Ergebnis war, dass alle Kinder starben. Friedrich II. notierte hierzu, dass „[s]ie […] nicht zu leben [vermochten] ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen“. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: Ohne Liebe und Zuneigung.

Wer, so frage ich mich, weiß aber heute noch um dieses Experiment? Und weshalb verhalten sich alle so – besonders diejenigen, die meinen, einem einen „guten Rat“ zu geben, wenn sie sagen, dass man ein Leben ohne Liebe und Zuneigung akzeptieren müsse – als gölten die Ergebnisse dieses Experiments heutzutage nicht mehr?

Natürlich ist die Liebe, die man von den Personen, die einen aufziehen, erfährt wichtig, ja, überlebenswichtig und auf ihre Art auch eine andere als die Liebe in einer partnerschaftlichen Beziehung, aber man sollte dennoch die Bedeutung der anderen Art der Liebe nicht kleinreden und sie anderen Personen einfach absprechen!

Kurz gesagt: Als Kind habe ich die entsprechende Liebe und Zuneigung erfahren, so dass ich überlebt habe. Wird dieses fundamentale Grundbedürfnis des Menschen aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfüllt, so kann sich der Tod auch hier einstellen, sei es durch Suizid oder ein (wobei hier viele Faktoren mit hineinspielen, die zum Beispiel durch Depressionen bedingt werden) allgemein kürzeres (und auch unglücklicheres bis gar nicht mehr lebenswertes) Leben.



Sosehr man auf der einen Seite also auch damit zurechtkommen muss alleine zu sein, sosehr ist es auf der anderen Seite unverständlich. Meiner Meinung nach treffen die oben erwähnten Aussagen, die ich so kritisiere, Leute, denen es in Bezug auf ihr Beziehungsleben normal ergeht. Das heißt sie hatten in ihrer Jugend wahrscheinlich ein paar Beziehungen, bis sie irgendwann einmal – so ist es zumindest zu hoffen – jemanden finden, den sie heiraten und mit dem sie eine Familie gründen. Für viele Leute ist das wenigstens der Idealfall, sofern es nicht irgendwann zur Trennung kommen sollte. Und selbst dann finden viele von ihnen irgendwann wieder einen Partner, so dass die Zeit, in der sie alleine waren, nur relativ kurz ist oder zumindest nicht bis ans Ende ihres Lebens währt, auch wenn sie unter Umständen mal eine längere Durststrecke durchzustehen hatten. Da sie aber diese Trennungen und unter Umständen auch längere Durststrecken durchzustehen hatten, fällt ihnen nichts besseres ein als Leuten wie mir zu raten, dass man auch alleine zurechtkommen müsse.

In ihrem Fall mag dieser Rat durchaus nützlich sein, doch für Leute wie mich ist dies wie ein Schlag ins Gesicht. Es ist mit einem „Hab’ dich nicht so.“ vergleichbar, das man zu einem Depressiven sagt, wovon einem jeder Fachmann abraten würde, da dies ein, wenn nicht sogar der Kardinalfehler ist, den man im Umgang mit Depressiven machen kann.

Ähnliches gilt auch für Relativierungen aller Art. Nur weil man selbst (der man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schon mehrere Beziehungen in seiner Jugend hatte) erst mit zum Beispiel 30 Jahren Kinder bekommen hat, sagt man Leuten wie mir, dass sie sich doch nicht so haben sollen, da sie ja noch „sooo jung“ seien und man sich besonders als Mann nicht solche Gedanken darum machen müsse, da man in praktisch jedem Alter Kinder zeugen könne. Dabei wird jedoch völlig verkannt, ob die betreffende Person, die sich mit ihren Gefühlen und Problemen jetzt herumschlägt überhaupt Kinder möchte und wie sie sich gerade eben fühlt. Oder um das Beispiel von oben zu bemühen: Man könnte einem Depressiven auf diese Art und Weise ebenso gut raten, dass sein ganzes Leben ja noch vor ihm liege, nach jedem Regen wieder Sonnenschein komme, es ihm nur momentan so gehe und es einer Vielzahl an Leuten gerade eben schlechter ergehe als ihm. Alles Allgemeinplätze und flache Kalendersprüche, die einem Betroffenen überhaupt nicht helfen und von denen Fachleute tunlichst abraten.

Das Leben der Leute, die zumeist solche Ratschläge erteilen, scheint mir also, was ihr Beziehungsleben anbetrifft, relativ normal abgelaufen zu sein. Sprich: Sie hatten (zumeist) nie besonders unter einer Jahre und Jahrzehnte währenden Einsamkeit zu leiden und sahen sich (oftmals) auch nie enormen Problemen gegenübergestellt, wenn es um das Finden eines Partners und das Aufbauen einer Beziehung ging.

Dennoch raten sie einem Dinge, die aus Sicht der Betroffenen wie Hohn erscheinen und von denen Fachleute tunlichst abraten. Allerdings meinen sie, einen „guten Rat“ erteilt zu haben. Ja, wenn sich jemand wie ich ihnen gegenüber äußert, so entblöden sie sich auch nicht mir und meinesgleichen eine Art „Torschlusspanik“ vorzuwerfen. Dies tun sie zumeist, sie, die sie nicht unter einem zermürbenden Entzug eines fundamentalen Grundbedürfnisses zu leiden hatten. Fast macht es den Eindruck, als wollten sie nicht verstehen, was mein Problem ist. Doch ich denke einfach nur, dass sie sich häufig nicht in diese Sichtweise hineinversetzen können. Dieser Mangel an Einfühlungsvermögen mag einerseits durch geringe oder gar fehlende Verständnisfähigkeit zu erklären sein, andererseits aber – und dies scheint mir bei einem nicht unerheblichen Teil der Fall zu sein – ist oftmals schlichte Ignoranz der Grund. Oder anders gesagt: Viele Leute scheinen dieses Problem einfach partout nicht verstehen zu wollen. Dann jedoch, wenn jemand an sie mit diesem Problem herantritt, geben sie ihren altbekannten Sermon zum „Besten“.

Aktualisiert: 18.09.2017 um 20:34 von Xolrothmar

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Kommentare

  1. Avatar von Niewalt
    Auch wenn es Dir vielleicht schwer fällt es zu glauben, weil Du der Meinung bist dass derjenige, der solche von Dir verhassten "Ratschläge" gibt, nie selbst solch ein Leiden hinter sich hat, aber die Personen, die Dir sagen: "Lebe Dein Leben, denn Du hast keine andere Wahl" und Deine Freunde die sagen, sie würden ihre Zeit mit etwas anderem verbringen, haben Recht.

    Es mag sein dass Dir, der sehr unter seiner Situation leidet, dies als unpassend empfindet. Und sicher ist es so. Aber Du solltest versuchen zu erkennen, dass hinter diesen eher plumpen Versuchen Dir zu "helfen" im Kern dessen die blanke Wahrheit steckt.

    Ich selbst bin nicht anders als Du. Auch ich litt und leide unter meiner Einsamkeit, weil ich erkannte, dass ich nicht mehr allein sein möchte, und dass eine Partnerschaft das Himmelreich wäre. Jemand in seiner Nähe wissen, jemanden zum kuscheln haben, sich in der Nähe einer Partnerin wohl und geborgen fühlen, das ist mein Bestreben. Und genau wie Du auch habe ich mich verzweifelt bemüht, die letzten Jahre exzessiv nach einer Partnerin gesucht. Aufgrund meine sozialen Phobien war meine Suche auf das Internet beschränkt.

    Und genau wie Du auch, habe ich oftmals zu lesen bekommen dass meine krampfhafte suche falsch sei. Dass Frauen solche Männer wie mich, die ganz offensiv suchen, als unattraktiv empfinden. Der Gedanke, dass ich niemals eine Freundin im Leben haben werde machte mich krank, depressiv und verletzlich. Ich litt wie ein Hund, hatte kaum noch Lebenswillen und wollte schon wieder mit Selbstmordgedanken anfangen.

    Doch irgendwann erkannte ich, dass ich mich mit meiner inneren Einstellung, meiner Haltung, mit meiner krampfhaften Selbstaufgabe, nur um eine Frau zu finden, selbst kaputt machte. Ich sah ein, dass ich selbst mein größter Feind war, all die Zeit. Meine innere Haltung, unbedingt eine Frau im Leben zu brauchen, um Glück und Zufriedenheit zu empfinden, machte mich zu einem Sklaven meinerselbst.

    Und dieses Leiden wollte ich nicht mehr. Ich versuchte mir - anfangs noch mit Nachdruck - selbst einzureden dass ich keine Frau im Leben brauche, dass ich auch so glücklich leben kann. Dass es Paare gibt, bei denen das Leben auch nicht rosig verläuft und sich die Partner wünschen Single zu sein und einen wie mich neidisch beäugen. Ich versuchte es mit der Gewissheit, dass es mehr gibt wie mich, dass ich nicht der einzige auf der Welt bin. Und so nach und nach verinnerlichte ich meine Einstellung mir selbst gegenüber.

    Und nun erkenne ich, dass ein halbwegs glückliches Leben ohne Partnerin nicht zwingend heißt dass man bis zum Schluss alleine bleibt. Sondern dass es nur heißt, dass man mit sich selbst im reinen ist und nicht jeden Tag unter seiner Situation leidet, sondern das Lebe nnimmt wie es kommt. Dass man jeden Tag genießt und wartet. Denn wenn man warten kann und unverkrampft an eine Sache herantritt, dann wirkt es sich auch auf seinen Gegenüber aus.

    Ich habe immer wieder Frauen kennen gelernt, mich immer wieder gut und ausführlich mit ihnen unterhalten. Immer wieder ist es im Sande verlaufen. Sicherlich bin ich manches mal verzweifelt und mit Sicherheit frage ich mich so manches mal: warum stehst du überhaupt noch morgens auf? Aber ich erkenne auch die Tatsache: wenn ich es nicht tue, wenn ich aufhöre zu glauben, aber nicht den Mut verliere und mein Leben weiterlebe und versuche, aus jedem neuen Tag das Beste zu machen, ist dieses Leben kein verlorenes. ...

    Mit besten und Mut machenden Grüßen von einem Leidensgenossen,

    Niewalt
  2. Avatar von Einhorn_das_echte
    Als jemand, der Dein Leid schon erlebt hat und sich nun wieder auf der für Dich unvorstellbaren "glücklichen" Seite des Lebens (mit Partnerin) befindet: Deine beiden Freunde haben Recht, wobei ich Fernsehen nicht als ein erfüllendes "Hobby" betrachte. In der Zeit der Einsamkeit beschäftigte ich Körper und Geist bis zur völligen Erschöpfung, so daß Grübeleien um das Wie und Warum gar nicht erst aufkamen. Der Körper wurde vor allem beruflich gefordert während ich dem Geist in der Freizeit Programmierarbeit auferlegte. Beides bereitete mir sogar Freude. Es gab niemanden, der die Programmierarbeit von mir erwartete, mich gar dafür bezahlt hätte. Allein die Genugtuung des Erfolgs war mein "Lohn". Danach fiel ich regelmäßig erschöpft in einen traumlosen Schlaf.
    Du magst es als Hohn betrachten solche Ratschläge zu bekommen - nein, sie sind wirklich gut gemeint und stammen offenbar von Menschen, die ähnliches bereits durchlebt haben. Sie sprechen also aus Erfahrung. Nimm die Lehren dieser fremden Erfahrungen dankbar an oder versinke in Selbstmitleid. Die Menschen sind bei aller Individualität irgendwo ähnlich und vergleichbar. Und auch Dein Gefühlsleben folgt den gleichen Konventionen wie das aller anderen. Wenn Erfahrene Dir also Ratschläge erteilen noch dazu Du sie darum gebeten hast, solltest Du die Ratschläge auch also solche verstehen und ernst nehmen.

    Mit den besten Wünschen für ein glückliches Leben
  3. Avatar von Mr. Pinguin
    Mein Eindruck ist, dass sich viele mit Singleproblemen nicht gerne auseinandersetzen wollen. Vielleicht wirken hier evolutionäre Einflüsse nach. Bei vielen Affenarten ist es so, dass es beim Recht um die Fortpflanzung oft zum Kampf zwischen rivalisierenden Männchen kommt. So lange ein Pascha mit seinen Weibchen unter sich ist, ist alles ruhig und friedlich. Taucht ein neues, einzelnes Männchen im besten Alter auf, kommt große Unruhe in der Gruppe auf. Es bedeutet eine Tumult- und Stresssituation. Vielleicht ist das beim Menschen durch seine Urzeitvergangenheit so genetisch einprogrammiert, dass ein Dauersolomann ein inneres Gefühl der Unruhe hervorbringt und man diesen unbewusst auf Abstand halten möchte und deshalb mit billigen Floskeln abspeist.

    Vielleicht spricht daraus aber auch die Erziehung, in der man gelernt hat, dass man nicht jammern darf. "Indianer weinen nicht" und so weiter. Und wenn man keine abbekommt, ist man sowieso nur ein Luschu, über den man lacht. Insofern könnte aus diesen 0815 Sprüchen auch eine gewisse Verächtlichkeit sprechen.

    Vielleicht ist es aber auch nur Unsicherheit oder Unbeholfenheit, weil sie nicht wissen, wie sie mit sowas umgehen sollen. Das kann man nun auch nicht vorwerfen. Ich selber wüsste auch keinen passenden Rat zu geben. Ich könnte höchstens mein Beileid bekunden, was aber auch nicht weiterhilft.

    Was man sich zu Herzen nehmen kann ist vielleicht, dass man nicht zu vekrampft suchen sollte. Dass man raus gehen muss unter Leute und Hobbies und Aktivitäten unter Menschen die Chancen erhöhen, kann man sich ja selber ausmalen. Erzwingen kann man nichts. (Wer sowas versucht, gehört in den Knast. Aber das ist ein anderes Thema.)
  4. Avatar von Johnny_B
    Kluger Blogspost von Xolrothmar und kluge Antwort von Mr. Pinguin.

    Viele Menschen spüren das Verlangen Ratschläge zu geben, selbst wenn sie eigentlich keine haben. Da kommen dann solche Phrasen bei rum.
  5. Avatar von combattant
    Es ist eben totalerQuatsch, dass man keime Partnerin braucht.
  6. Avatar von theel86
    Ich denk, dass das was dieser Ratschlag eigentlich meint ist, dass man mit sich selbst zufrieden werden sollte.
    Also nicht: "Bleib für immer allein und sei zufrieden damit.", sondern "Sei allein zufrieden und genieß dein Leben, dann strahlst du Zufriedenheit aus und du wirst attraktiver."
    Meiner Meinung nach kann man das Internet mittlerweile für die Partnersuche vergessen, kann eine subjektive Meinung sein, aber das was du erlebst erleben wohl die meisten, außer sie sind halt attraktiv oder suggerieren das durch ihr Profil, sei es jetzt optisch, sozial oder ökonomisch. Dann kommt noch dazu, dass jeder Mensch (zumindest die mit Smartphone) eben immer und überall ins Netz kann, was zu mehr Auswahl und mehr Oberflächlichkeit führt meiner Meinung nach. Aber das ist wohl ein anderes Thema.
    Was du ansprichst ist jedenfalls ein Thema, das mich selbst auch beschäftigt, aber nicht aus deiner Postion heraus, also ich hatte mehrere Beziehungen in meinem Leben, aber in meinem Alter (31) stelle ich als unausgebildeter Arbeitsloser, der zwar grade studiert, aber ein Studium ist eben kein Arbeitsplatz, fest, dass es bei den meisten Menschen um die optische, soziale und ökonomische, vielleicht noch kulturelle Attraktivität geht, die ich einfach nicht vorweisen kann und deshalb momentan was die Partnersuche angeht ziemlich frustriert bin.
    Und da kommt jetzt der Satz ins Spiel "Sei zufrieden wie es ist". Kann ich natürlich nicht sein, weil ich ohne Ausbildung, Berufsabschluss und Job nicht zufrieden sein kann, wenn ich doch ein anderes Leben will. Aber wenn dir das nicht fehlt meint dieser Satz eben: "Hör auf dich selbst zu frustrieren mit einer Partnersuche die zu nichts führt und schau nach dir, mach das was dir Freude bereitet. Mach das Beste aus der Situation."
    Wir leben alle nur einmal, bewusst zumindest, und dieses Leben mit einer Suche die nur zu Frustration führt zu verbringen macht wenig Sinn in meinen Augen.

    Und das scheinbar Paradoxe ist, dass wenn du selbst, allein zufrieden bist, du jemanden kennen lernen wirst. War bei mir zumindest immer so.
  7. Avatar von chronos89
    Ein sehr interessanter Text. Vor allem sind diese Floskeln wenig Hilfreich. So wie manch andere Behauptungen auch. Sei mit dir selbst zufrieden, die richtige kommt noch, oder einfach mal sagen komm wir gehen weg damit du eine kennenlernst was auch nie passiert. Alles Dinge die wenn überhaupt Minimal Stimmen. Das wäre meiner Meinung nahc ungefähr so als würde man irgendeinen schwer/tod kranken sagen: Genieß´dein Leben. Ist auch nur bedingt Hilfreich.

    Wobei die These mit den Affen und dem Hängengebliebenen Urzeitlichen Gedanken, die größtenteils unterbewusst sind, schon recht Plausible ist. Unterbewusstes Konkurrenz denken und daraufhin abziehen lassen mit 0815 Sprüche. Würde auch anderes erklären wie z.b Klischees und Oberflächlichkeiten.

    Trotzdem kann man deine Gedanken gut Nachvollziehen, auch wenn es scheinbar ein unausgesprochenes Thema ist.
  8. Avatar von combattant
    Hier schrie jemand, dass man die Partnersuche übers Internet vergessen könne. Für Männer mag das zutreffen, aber für Frauen ist es das beste überhaupt.

    Einfach schnell einenen Partner finden.

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