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A terrible diary

Was ist ein Fan?

von am 31.01.2020 um 22:49 (289 Hits)
Hey. Nachdem ich gefühlte Jahrhunderte nicht online war, sind hier mal wieder ein paar meiner wirren Gedanken. Was ist eigentlich ein Fan? Diese Frage hat mich in meiner Jugend so oft gequält. Ich war irgendwie Fan von so einem Sänger. Aber irgendwie auch nicht. Und daher hatte ich immer diese Fanzweifel. Was macht einen Fan aus? Wann ist man ein echter Fan? Muss man größtenteils alle Songs mogen? Alle CDs kaufen? Muss man Merch haben und auf Konzerte gehen um als richtiger Fan zu gelten? Muss man den Star auch als Mensch mögen und alles über ihn wissen? Wenn man das nicht tut, oder wenn man nur gratis downloaded oder streamt, ist man dann kein echter Fan? Muss man bestimmte Dinge erfüllen damit man ein Fan ist? Sich mit anderen Fans verstehen, mithalten und in Fangruppen aktiv sein? Und was ist, wenn man nichts davon erfüllt, aber der Star das komplette Leben bestimmt?!

Das Blöde ist ja, jeder muss das selbst definieren. Nur gibt es keine richtige Definition davon! Die Einen sagen schon "ich bin Fan" wenn sie jemandes Musik ab und zu ganz gern hören oder halt nicht ganz scheiße finden. Und dann gibt es noch diese richtig krass besessenen Fans die schon richtig geisteskrank sind. Ich selbst war wohl eine komische Mischung aus beiden auf einmal. Ich hatte sehr oft Zoff mit anderen Fans und wurde als Fake oder Wannabe bezeichnet. Ich habe so oft gezweifelt. Doch heute ist mir klar, ich war mehr Fan als mir lieb ist!

Heute will ich mich von niemandem mehr Fan nennen. Ich distanziere mich sowohl von dem Wort, als auch von diesem Verhalten. Denn Fan kommt von Fanatiker. Und genau das ist für mich die Definition eines Fans. Und das finde ich, nun ja, ziemlich geistesgestört!

Meiner Meinung nach kann man nämlich garkein wahrer Fan sein! Das ist wie bedingungslose Liebe,- praktisch unmöglich! Denn irgendwo macht man sich immer etwas vor. Es gibt keinen Partner an dem man bedingungslos alles liebt. Und genauso gibt es keinen Star von dem man wahrhaftig alles gut findet. Diese art von Fans, die ich als echte Fans bezeichnen würde, können sich also quasi nur selbst verarschen! Da redet man sich alles schön und wird total besessen. MUSS alles kaufen, unbedingt aufs Konzert, alles über den jeweiligen Star wissen, etc. - einfach weil man Fan ist. Ich habe es selbst erlebt und es war nicht gut. Man macht sich so abhängig. Man lässt Dinge sein Leben bestimmen die mit dem eigenen Leben nichts zutun haben. Man macht sein Glück davon abhängig und sucht sich seine Freunde danach aus ob sie auch Fan sind und jeder der was kritisiert, sei es noch so berechtigt, ist ja einfach nur neidisch. DAS ist KRANK!

Ein echter Fan, oder auch Stan (von we stan, bzw. STalker fAN) is also nichts als jemand, der so besessen ist, dass er nicht mehr klar denken kann.
Die vorhin schon angesprochene andere Definition von Fan, hat aber wie ich finde nichts mit einem eigentlichen Fanatiker zutun. Sondern das ist jemand, der etwas einfach nur ganz cool findet, gerne hört, mag. Aber eben nicht fanatisch ist. Natürlich sind die Übergänge zwischen beidem fließend und daher noch schwerer zu definieren.

Was ich aber als Schlussfazit sagen kann, ist, wozu denn diese Labels? Wenn man sich Fan von etwas nennt, fühlt man nicht anders darüber. Genausowenig mag man etwas weniger als vorher wenn man sich eben nicht Fan nennt! Das ist genau wie mit der Sexualität. Wie viele gleichgeschlechtliche Partner braucht man um als schwul zu gelten? Eben undefinierbar!
Heute bin ich frei, ich label mich von keinem mehr als Fan! Auch wenn manche vielleicht sagen ich wäre von dem und dem Fan. Nö, bin ich nicht! Ich hab keinen Bock auf diesen ganzen Druck den man sich damit macht! Ich betrachte es mit Abstand und denke reflektiert anstatt verblendet. Ich bin so froh, dass ich es aus diesem ganzen Fankack von damals herausgeschafft habe, und dazu noch ganz allein und aus mir selbst heraus. Wenigstens das nimmt mir keiner mehr!

Aktualisiert: 31.01.2020 um 22:57 von Terrible

Stichworte: fan, fandom, fangirl, fans, musik
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Kommentare

  1. Avatar von Regis
    Ich konnte ehrlich gesagt noch nie verstehen, wie oder warum man ein Fan einer bestimmten Person (Schauspieler, Musiker usw) sein kann.

    Es gibt doch den Spruch: Genieße die Kunst, nicht den Künstler.

    So halte ich es auch. Ich finde z.B. viele Filme, in denen Tom Cruise mitspielt, gut. Aber ich bin kein Fan von ihm, als Person interessiert er mich nicht, genau so wenig wie sein Privatleben.

    Etwas anders ist dagegen die Anhängerschaft an einen Sportverein, weil das auch etwas mit Identifikation zu tun hat. Aber wenn man ehrlich ist, freut oder ärgert man sich letztlich auch nur darüber, weil auf einem Spielfeld einige Jung-Millionäre ihre Arbeit verrichten...Irgendwie schon blöd
  2. Avatar von Herzkasper
    Es gibt bedingungslose Liebe. Aber sie funktioniert wahrscheinlich nur außerhalb von Partnerschaften. Zum Beispiel die Liebe zum eigenen Kind.
  3. Avatar von Terrible
    Zitat Zitat von Regis
    Ich konnte ehrlich gesagt noch nie verstehen, wie oder warum man ein Fan einer bestimmten Person (Schauspieler, Musiker usw) sein kann.

    Es gibt doch den Spruch: Genieße die Kunst, nicht den Künstler.

    So halte ich es auch. Ich finde z.B. viele Filme, in denen Tom Cruise mitspielt, gut. Aber ich bin kein Fan von ihm, als Person interessiert er mich nicht, genau so wenig wie sein Privatleben.

    Etwas anders ist dagegen die Anhängerschaft an einen Sportverein, weil das auch etwas mit Identifikation zu tun hat. Aber wenn man ehrlich ist, freut oder ärgert man sich letztlich auch nur darüber, weil auf einem Spielfeld einige Jung-Millionäre ihre Arbeit verrichten...Irgendwie schon blöd
    Das Ding ist, wenn man von jemandem z.B. die Musik richtig gut findet, fängt man sich auch irgendwann an für die Hintergründe zur Musik, und schließlich die Person selbst zu interessieren. So war es zumindest bei mir. Nur kann man da im Grunde nur enttäuscht werden, weil kein Mensch so toll ist wie seine Musik klingt. Es sind alles nur Menschen. Und mit Menschen meine ich nicht Menschen mit Gefühlen wie man selbst, sondern eher Menschen wie der Nachbar den man nicht leiden kann. Nur vergisst man das als Fan oft, das ist das Dumme daran.

    Naja, bei Musik hat es ja auch irgendwo mit Identifikation zu tun. Ich war halt mal Fan und kenne daher beide Seiten. Finde es heute, nach einigen Jahren Abstand halt ziemlich geisteskrank mit diesem krassen Fansein. Ich interessiere mich schon noch für den ein oder anderen, aber im Grunde können sie mich alle mal. Es ist ja nicht mein Leben! Und als Fan gibt man irgendwie genau das auf...
  4. Avatar von Terrible
    Zitat Zitat von Herzkasper
    Es gibt bedingungslose Liebe. Aber sie funktioniert wahrscheinlich nur außerhalb von Partnerschaften. Zum Beispiel die Liebe zum eigenen Kind.
    Stimmt, daran habe ich jetzt garnicht gedacht. Wobei es auch durchaus Eltern gibt die ihre Kinder nicht bedingungslos lieben. Aber prinzipiell hat man an seine Kinder ja nicht so Erwartungen wie an einen Partner, stimmt schon.

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