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Froschblog

Farben

von am 01.09.2019 um 18:36 (161 Hits)
Ich laufe barfuß durch den Regen, und um mich herum tanzen die Farben und fliegen davon. Menschen sind Schatten, Worte, die vorüberziehen im Wind, und ich bin unsichtbar und verloren. Irgendwo flüstert das letzte Einhorn: „Ich bin jetzt hier“, und ich beginne zu lachen. Ich erinnere mich an die Feier, wo du so betrunken warst und mit diesem Kerl mitgegangen bist, und ich noch überlegte dir zu folgen, aber bin ich dein Aufpasser und Hüter? Du bist 40 Jahre alt, und wir sind nur Freunde, und du spielst in einer anderen Liga als ich und ich habe kein derartiges Interesse an dir. Meine Tränen zerspringen auf dem Boden zu Glas, in dem sich der Himmel spiegelt. Irgendwo hinter dem Regenbogen flüstert Molly Grue: „Und wo warst du vor 20 Jahren, vor 10 Jahren? Wo warst du, als ich noch jung war, als ich noch eines dieser unschuldigen, jungen Mädchen war, zu denen du immer kommst? Wie kannst du es wagen? Wie kannst du es wagen jetzt zu mir zu kommen? Jetzt wo ich das bin!“ Ich falle in einen Strudel aus Licht und tanze mit den Blättern umher. „Wie kannst du es wagen?“ flüstere ich, und Molly Grue beginnt zu weinen. Ja, ich bin für niemanden eine Gefahr, oder? Darum musste ich dich auch nach Hause fahren, mit dem netten jungen Mann zur Unterstützung an meiner Seite und dem verliebten Idioten mit dir zusammen auf der Rücksitzbank. Und wer musste dich die Treppe hochbringen, zum Haus deiner Eltern? Ich natürlich, weil du wusstest ich wurde auf dich aufpassen. Als ich dich für diesen kurzen Moment im Arm hielt dachte ich dass ich soetwas noch nie gespürt habe. Jemanden an meiner Seite, der so schlank ist. Leicht wie eine Feder, ich hätte dich problemlos die Treppe herauftragen können. Niemals wieder so ein Gefühl. Niemals, niemals, niemals. Ich bin unsichtbar, nicht wahr? Für alle? Auf diese Art wohl schon. Sie verschwanden vor langer Zeit von allen Straßen und der rote Stier jagte dicht hinter ihnen und verwischte ihre Spuren. Ich verschwand ohne jemals gewesen zu sein. Ein Papierschiffchen schwimmt die Straße entlang, verschwindet im Gully, wo der Clown mit den Luftballons wartet. „Willst du dein Schiffchen wiederhaben?“ Ich laufe weiter unter einem dunkler werdenden Himmel, der Donner kracht und ich wünschte mir der Blitz würde mich treffen. „Es gibt keine Einhörner!“ rufe ich in den Wind, und Schmendrick antwortet: “Jedes Mal wenn du soetwas sagst stirbt eines von ihnen…“ und ich werde traurig. Irgendwo singt jemand, ich sehe wie die Musik auf die Straße hinausfließt wie ausgeschüttete Farbe, rot und gelb und blau, und ich frage mich ob sie mich damit meinen?
When you were here before
Couldn't look you in the eye
You're just like an angel
Your skin makes me cry
You float like a feather
In a beautiful world
And I wish I was special
You're so fuckin' special
But I'm a creep, I'm a weirdo.
What the hell am I doing here?
I don't belong here.
„I don´t belong here!“ singe ich, und die Sterne zersplittern und stürzen hinab, immer weiter, immer tiefer, ich folge ihnen und falle den Schacht entlang aus meinem Traum, und irgendwo hinter den Wolken höre ich Gott lachen und zu mir sagen: „Du hast niemals irgendetwas verstanden!“
Und ich frage was ich hier tue, an diesem seltsamen Ort, aber er antwortet nicht.
„Molly? Warum bin ich hier, was mach ich hier Tag für Tag an diesem seltsamen Ort? Ich hab es eben noch gewusst aber ich habe es vergessen!"
Und Molly flüstert mir leise ins Ohr: „Du suchst die Einhörner….“
Stichworte: depression, liebe, sehnsucht
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