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Thema: Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsproblem?

  1. #1
    Marco12
    Gast

    Standard Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsproblem?

    Hallo. Ich bin 28 Jahre alt und gelernter Bürokaufmann. Anfangs war ich mit meinem Leben zufrieden, bis ich festgestellt habe, dass eigentlich alle um mich rum studiert haben. Wenn ich dann am Tisch mit anderen sas kam ich mir weniger wert vor, nur mit meiner kaufm. Ausbildung.

    Jetzt hatte ich eine Erfahrung, wo mir ein studierter "Master of Science" ins Gesicht sagte, mit mir würde er sich gar nicht erst unterhalten, da ich unter seinem Niveau wäre. Seitdem plagt mich das und ich schaue ständig nach anderen die es geschafft haben, nach Schauspielern, Sportler etc. die sprichwörtlich im Geld schwimmen.

    Trotzdem denke ich, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung "normal" verdient, wo vielleicht grade noch 1mal Urlaub im jahr drin ist? Jedes Mal wenn ich sehe was Fußballspieler im Jahr verdienen könnte ich kotzen. Mittlerweile schaue ich auch keine Formel 1 mehr, alles dreht sich nur noch ums Geld, und die kleinen Leute
    gehen leer aus.

    Habt ihr auch manchmal diesen Drang? Oder könnt Ihr Euch auch an den kleinen schönen Dingen des Lebens erfreuen?

    Ich weiß manchmal gar nicht was ich noch denken soll. Sicher ist nur, sobald jemand was "Besseres" ist oder viel Geld verdient kriege ich Agressionen.

    Dabei ging es mir bislang nie wirklich schlecht, ich hatte aber auch nie wirklich viel Geld. Es hat gereicht für Wohnung, Auto, Urlaub, größere Sprünge waren nie möglich.

    Jetzt habe ich noch eine Abendschule angefangen, um nacher wenigstens ein bisschen was "darzustellen" neben den ganzen studierten Freunden.

    Wie seht ihr das? Macht viel Geld glücklicher? Findet ihr das Verhältnis Reich/"arm" so in Ordnung? Liegt es einfach an Glück oder Pech ? Ich kenne z.B 2 Menschen die den ganzen Tag 12 Stunden lang um Ihre Existenz kämpfen während ein paar Sesselpupsbeamte die wirklich nichts tun später noch eine horrende Rente bekommen.

    Ein anderer verdient sehr viel Geld, hat aber wenn es hochkommt noch 1 Stunde pro Woche Zeit für seine Kinder und schon 2 Kollapse.

    Welche Bedeutung hat Geld für Euch? Denkt Ihr Karriere um jeden Preis?

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass sich die ganze Gesellschaft nur noch ein Geld und Materialismus orientiert, höher weiter schneller, alles andere bleibt auf der Strecke ?

    Dann haben also alle versagt, die nur ganz normal arbeiten?

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  3. #2
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    Standard AW: Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsprobl

    Was Du von jemandem halten solltest, der nicht mir Dir spricht, weil du einen niedrigeren Berufsabschluss hast als er, weißt Du hoffentlich Wirklich gebildete Leute haben es nicht nötig, sich so über andere zu erheben. Also ich würd mal vermuten, so superklug ist der "Master of Science" wohl auch nicht Und dabei erspar ichs mir mal, die Tiefgründigkeit diverser aktueller Studiengänge zu hinterfragen. Das ist schon wieder ein andres Thema.

    Grundsätzlich geht es glaube ich vielen Leuten zumindest ab und an ähnlich wie Dir. Man fragt sich, warum andere mehr verdienen, mehr Erfolg haben. Das ist im Grunde auch normal. Menschen vergleichen sich eben und manchmal kann ja der Vergleich "nach oben" auch Ansporn sein. Trotzdem sind Leute, mit denen man immer "mithalten" muss, vielleicht nicht die idealen Sozialkontakte. Sich weiterbilden, Karriere machen ist gut, wenn man es selber will. Es zu machen, damit man gleichauf liegt mit Anderen ist sicher kein guter Weg zum Glücklichsein, wenn die Arbeit eigentlich so gar keinen großen Spaß macht und man nur aus Prinzip die Leiter hochkrabbelt.

    Ob Geld nun glücklich macht? Es nimmt ne Menge Druck und Sorgen. Wer nicht drüber nachdenken muss, wie er abends den Tisch deckt, hat den Kopf frei für Anderes.

    Und Karriere? Die kann schon Befriedigung schaffen. Mir war (und ist) meine berufliche Laufbahn schon sehr wichtig. Und ja, ich definiere mich doch schon in einem recht großen Maße darüber. Ob das nun immer so gut ist, sei dahingestellt.

    Deswegen, um auf deine Fragen einzugehen: Ja, Geld ist mir wichtig. Karriere ist mir auch wichtig. Aber ich bin auch nicht so blöd, nicht zu wissen, dass das Wichtigste eigentlich Gesundheit ist. Ich kenne Stress im Job, immensen Leistungsdruck ect. Ich weiß, dass der Blick auf den Gehaltszettel da befriedigend sein kann. Aber er ist bei weitem nicht alles.

    Das eigentlich wichtige Ziel im Leben ist meiner Meinung nach die innere Balance zu finden, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit...das macht dann in der Summe wohl "Glück" aus. Ich hab übrigens nicht wirklich eine Ahnung, wie man da hin kommt Aber immer nur im Wettstreit mit Anderen (vermeintlich Besseren, Klügeren, Erfolgreicheren) liegen, kanns nicht sein. Man muss irgendwie rausfinden, womit man selber glücklich ist - unabhängig von anderen Leuten. Ist nicht leicht -aber das weißt Du ja selber,)

  4. Für den Beitrag danken: Ikewa

  5. #3
    Marco12
    Gast

    Standard AW: Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsprobl

    Hallo Selah, danke für deinen Beitrag.

    ich bin in der Tat (noch) einer der wenigen Menschen, die sich über ganz einfache Dinge freuen können, z.B ein Spatziergang im Wald, ein Picknick im Freien, einfach das was andere schon gar nicht mehr sehen vor lauter Karrieregeilheit.

    Ich freue mich auch jeden Tag wenn ich aufwache und laufen kann.

    Du hast völlig Recht mit dem, dass ich meine mit anderen "mithalten" zu müssen, gleichauf zu sein, und damit mache ich mir selbst Druck.

    Andererseits könnte ich mir mein Leben nicht so vorstellen, dass ich abends um 10 ins Bett gehe um morgens um 7 wieder zu arbeiten. Und ich bin bestimmt kein Faulpelz, aber die gesunde Balance zwischen Karriere und "Leben" fehlt heutzutage meiner Meinung nach. Alles hektischer und schnelllebiger als früher und jeder meint er müsste das Ultimative darstellen.

  6. #4
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    Standard AW: Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsprobl

    So manch Studierter kluger Kopf hat aber ein
    Innenleben eines Gruselkabinetts

    da bin ich lieber dumm und naiv

  7. #5
    Registriert Avatar von _cloudy_
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    Standard AW: Ständige Orientierung an Leuten die es "geschafft" haben - ein Gesellschaftsprobl

    Zitat Zitat von Rennschnecke Beitrag anzeigen
    So manch Studierter kluger Kopf hat aber ein
    Innenleben eines Gruselkabinetts

    da bin ich lieber dumm und naiv
    naja..,



    es gibt sicher menschliche studierte Arschgeigen..,
    lieber TE,

    mach dir einfach keinen Kopf darüber, die benehmen sich sehr schlecht!,
    wie gesagt, denen fehlt es woanders..

    Denke nicht über andere nach, mach dein Leben dir selber gut,
    so daß du Auskommen mit deinem Einkommen hast,

    und mach dich bloß nicht klein!
    Und gibt ja auch noch Schönes, das das hoffentlich kompensiert, deinen verständlichen Ärger..-))

    (Aber Rennschnecke, dumm und naiv sein, ist auch nicht das Wahre..)

  8. Für den Beitrag dankt: Ratte

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