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Thema: Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

  1. #1
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    Standard Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

    Hallo liebe Community,

    ich bin Ende 20 und stecke eigentlich seit jeher in einer beruflichen Dauerkrise welche sich langsam aber sicher zuspitzt. Deswegen ersuche ich mit diesem Thread die Perspektive von euch Außenstehenden gepaart mit hoffentlich sachlicher Kritik.

    Um mich einigermaßen kurz zu fassen versuche ich erst das Wesentliche meines beruflichen Werdegangs aufzulisten und danach noch ein paar Worte zu mir zu ergänzen.


    • Abitur im 3er Bereich
    • 3 Jahre verschiedene Fächer in Geistes bzw. Gesellschaftswissenschaften studiert (kein Abschluss)
    • Ausbildung Informatik
    • Studium Informatik mit Werkstudententätigkeit (kein Abschluss)
    • Vollzeitjob (gekündigt worden in Probezeit)
    • Arbeitslos
    • Demnächst neuer Job

    Prinzipiell interessiere ich mich vor allem für Musik bzw. Kunst, Technologie, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie, Philosophie und Sport. Aus meinem privaten Umfeld orten mich viele im sozialen Bereich / Pädagogik ein oder auch als Verkäufer bzw. in beratender Tätigkeit, was oft mit hoher Sozialkompetenz und Empathie begründet wird. Ich selbst würde mich als introvertiert bezeichnen, kann aber sehr gut reden und wenn ich will mich auch gut verkaufen (bin aber absolut kein Selbstdarsteller). Mir macht es auf jeden Fall Spaß anderen zu helfen, Wissen weiterzugeben und auch zu gestalten. Ich löse gerne Probleme und denke sehr kritisch, hinterfrage alles und habe auch einen Hang zum Perfektionismus. Ich rede außerdem sehr gerne über Themen, die mich interessieren.

    In der Schulzeit war ich auf die Leistung bezogen eher schwach, ich habe mich für wenige Themen und Fächer wirklich interessiert und war zu bequem und ambitionslos um besser abzuschneiden. Eher war mir Freizeit und im Moment leben wichtiger also habe ich mich nicht wirklich mit Berufsorientierung auseinander gesetzt. Mein Horizont reichte nur bis zum Ende der Schulzeit, Ziele und Pläne für die Zukunft hatte ich nie.
    Wenn es Probleme und Hindernisse gab, habe ich bisher immer aufgegeben und nach einem Ausweg gesucht bzw. gedacht es wäre nicht das richtige für mich. Oft kam es vor weil andere besser waren oder zuweilen auch weil ich sehr viel auf die Meinung von anderen gehört habe. Neue Studiengänge anzufangen ist leicht, neue Jobs zu bekommen wird immer schwieriger, auch wenn ich mich dank guter Selbstvermarktung immer noch retten konnte, mittlerweile ist es aber ein einziges Erklären und Verteidigen, das kann so nicht weitergehen.
    Nach diesen ganzen Misserfolgen habe ich einen wahnsinnigen inneren Druck und sehr starke Selbstzweifel. Ich weiß, dass meine Vita sehr stark von psychischen Problemen beeinflusst ist, ich habe 2 Therapien gemacht (Angststörung und Depressionen) und will das hier nicht unbedingt konkretisieren, da es hauptsächlich um den Beruf gehen soll.
    Aktuell habe ich eine gefühlt letzte Chance als Berater im Cloud Computing und Data Science Bereich bekommen. Ich bin aber aufgrund der geschilderten Dinge so unsicher und traue es mir einfach nicht zu, grade auch wegen der verpassten Mathekenntnisse etc. Ich habe keine Sicherheit in mir selbst und jede Entscheidung fällt mir mittlerweile wahnsinnig schwer, ich lenke mich seit Jahren mit allerlei Dingen ab und versuche mehr oder weniger alles zu verdrängen und meinen Kopf zu betäuben. Ich mache mich selbst fertig und fühle mich gescheitert bzw. sehe das Prädikat fauler Loser über meinem Kopf stehen. ich will eigentlich Gas geben und ich weiß, dass ich mit dem inneren Drive auch wirklich kann!

    Was meint ihr? Sollte ich nochmal den harten Cut wagen und etwas ganz neues beginnen? Oder mich reinkämpfen? Vielleicht liegt es „nur“ an der Psyche und Einstellung?

    Ich antworte gerne auf eure Rückfragen!

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  3. #2
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    Standard AW: Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

    Hallo Lawless,

    da ich in deinem Alter in einer vergleichbaren
    Krise steckte (in bin weit über 50 inzwischen
    und durch die Krise weitergekommen) wäre
    mein Tipp für dich, dass du erstmal auf den
    "sicheren Boden" deiner bestandenen Ausbil-
    dung zurückgreifst und dir damit einen Job
    suchst, der deinen Lebensunterhalt sichert
    und dir in den nächsten 3-4 Jahren dein Selbst-
    bewusstsein zurückgibt.

    Vielleicht findest du etwas, wo du auch deine
    Stärken im Zwischenmenschlichen einbringen
    kannst.

    Parallel (!) kannst du dir dann überlegen und
    es auch ausprobieren, in welchem Bereich du
    dich weiter entwickeln willst oder einen Ab-
    schluss nachholen (es gibt ja auch Fernstudium
    etc.). Aber eben nicht anstatt eines Jobs zum
    Lebensunterhalt, sondern zusätzlich. Diese
    beiden Kategorien (Lebensunterhalt und Ent-
    wicklungsmöglichkeiten) solltest du getrennt
    halten und getrennt angehen.

    Du wirst dich ja potentiell noch weitere 30
    oder 40 Jahre "weiterentwickeln" können und
    neue Sachen entdecken, die dich interessieren.
    Aber deshalb ständig den Job zu wechseln
    und so nirgends richtig gut zu werden, ist
    eine Sackgasse.

    Lieber immer ein paar Jahre bei einem Thema
    bleiben und darin so gut wie möglich werden
    und dann das nächste vornehmen.

    Konstanz ist nicht jedem Menschen in die
    Wiege gelegt, manche müssen das schlicht-
    weg lernen, so wie andere die sozialen Kom-
    petenzen, die dir offenbar schon mitgegeben
    wurden.

    Alles Gute!
    Werner

  4. Für den Beitrag dankt: Lawless

  5. #3
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    Standard AW: Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

    Hallo Lawless.

    Ich weiß nicht wie hoch die Erwarteten Mathe-Kenntnisse als Berater im Bereich Cloud Computing und Data Sience wirklich sind. In der Regel gibt es ja schon sehr viele Build-In Komponenten, in denen die Algorithmen abgebildet sind und die man einfach nur noch einrichten und mit Daten füttern muss.
    Natürlich kann ich nicht einschätzen wie genau es bei dem Job sein wird und was du genau machen wirst müssen.

    Dass du den Job aber bekommen hast, spricht halt schon dafür, dass es zu dir passen könnte. Ein guter Personaler wird schon wissen, warum er dich trotz durchgewachsen Lebenslauf haben will.

    Dieser Job ist jetzt sicher nicht deine letzte Chance. Aber es ist eine Chance etwas neues auszuprobieren. Etwas, dass zu dir passen könnte, oder auch nicht. Aber um herauszufinden ob es passt, musst du es probieren.
    Versuche so offen wie möglich dem Job gegenüber zu sein. Es kann dir nix schlimmes passieren. Du lernst maximal dass es für dich nicht passt und kannst den Hardcut immer noch machen.

    DataSience und Cloud Computing hat meiner Meinung nach schon auch mit deinen Interessen zu tun. Es werden ethische Fragen aufgeworfen. (Stichwort: Gesundheitsdaten, Wie stellt man sicher, dass es nicht zu einem gläsernen Menschen kommt,...)

    Und du sagst ja auch selbst von dir, dass dich Leute in beratender Tätigkeit sehen. Und als IT Berater machst du ja nix anderes als Firmen über die neuen digitalen Möglichkeiten aufzuklären. Gemeinsam mit ihnen Lösungen für ihre Probleme und Anforderungen zu finden.

    Daher mein Tipp: Schau es dir mal an. Nicht aus Zwang, sondern um herauszufinden wie es überhaupt so ist. Und ob es zu dir passt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es dir besser gefällt als du jetzt denkst.

  6. Für den Beitrag dankt: Lawless

  7. #4
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    Standard AW: Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

    Zitat Zitat von Lawless Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Community,

    ich bin Ende 20 und stecke eigentlich seit jeher in einer beruflichen Dauerkrise welche sich langsam aber sicher zuspitzt. Deswegen ersuche ich mit diesem Thread die Perspektive von euch Außenstehenden gepaart mit hoffentlich sachlicher Kritik.

    Um mich einigermaßen kurz zu fassen versuche ich erst das Wesentliche meines beruflichen Werdegangs aufzulisten und danach noch ein paar Worte zu mir zu ergänzen.


    • Abitur im 3er Bereich
    • 3 Jahre verschiedene Fächer in Geistes bzw. Gesellschaftswissenschaften studiert (kein Abschluss)
    • Ausbildung Informatik
    • Studium Informatik mit Werkstudententätigkeit (kein Abschluss)
    • Vollzeitjob (gekündigt worden in Probezeit)
    • Arbeitslos
    • Demnächst neuer Job

    Prinzipiell interessiere ich mich vor allem für Musik bzw. Kunst, Technologie, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie, Philosophie und Sport. Aus meinem privaten Umfeld orten mich viele im sozialen Bereich / Pädagogik ein oder auch als Verkäufer bzw. in beratender Tätigkeit, was oft mit hoher Sozialkompetenz und Empathie begründet wird. Ich selbst würde mich als introvertiert bezeichnen, kann aber sehr gut reden und wenn ich will mich auch gut verkaufen (bin aber absolut kein Selbstdarsteller). Mir macht es auf jeden Fall Spaß anderen zu helfen, Wissen weiterzugeben und auch zu gestalten. Ich löse gerne Probleme und denke sehr kritisch, hinterfrage alles und habe auch einen Hang zum Perfektionismus. Ich rede außerdem sehr gerne über Themen, die mich interessieren.

    In der Schulzeit war ich auf die Leistung bezogen eher schwach, ich habe mich für wenige Themen und Fächer wirklich interessiert und war zu bequem und ambitionslos um besser abzuschneiden. Eher war mir Freizeit und im Moment leben wichtiger also habe ich mich nicht wirklich mit Berufsorientierung auseinander gesetzt. Mein Horizont reichte nur bis zum Ende der Schulzeit, Ziele und Pläne für die Zukunft hatte ich nie.
    Wenn es Probleme und Hindernisse gab, habe ich bisher immer aufgegeben und nach einem Ausweg gesucht bzw. gedacht es wäre nicht das richtige für mich. Oft kam es vor weil andere besser waren oder zuweilen auch weil ich sehr viel auf die Meinung von anderen gehört habe. Neue Studiengänge anzufangen ist leicht, neue Jobs zu bekommen wird immer schwieriger, auch wenn ich mich dank guter Selbstvermarktung immer noch retten konnte, mittlerweile ist es aber ein einziges Erklären und Verteidigen, das kann so nicht weitergehen.
    Nach diesen ganzen Misserfolgen habe ich einen wahnsinnigen inneren Druck und sehr starke Selbstzweifel. Ich weiß, dass meine Vita sehr stark von psychischen Problemen beeinflusst ist, ich habe 2 Therapien gemacht (Angststörung und Depressionen) und will das hier nicht unbedingt konkretisieren, da es hauptsächlich um den Beruf gehen soll.
    Aktuell habe ich eine gefühlt letzte Chance als Berater im Cloud Computing und Data Science Bereich bekommen. Ich bin aber aufgrund der geschilderten Dinge so unsicher und traue es mir einfach nicht zu, grade auch wegen der verpassten Mathekenntnisse etc. Ich habe keine Sicherheit in mir selbst und jede Entscheidung fällt mir mittlerweile wahnsinnig schwer, ich lenke mich seit Jahren mit allerlei Dingen ab und versuche mehr oder weniger alles zu verdrängen und meinen Kopf zu betäuben. Ich mache mich selbst fertig und fühle mich gescheitert bzw. sehe das Prädikat fauler Loser über meinem Kopf stehen. ich will eigentlich Gas geben und ich weiß, dass ich mit dem inneren Drive auch wirklich kann!

    Was meint ihr? Sollte ich nochmal den harten Cut wagen und etwas ganz neues beginnen? Oder mich reinkämpfen? Vielleicht liegt es „nur“ an der Psyche und Einstellung?

    Ich antworte gerne auf eure Rückfragen!

    du kannst dich und deinen beruf nicht von einander trennen. du denkst vielleicht: wenn ich nur den richtigen job finde, dann... selbst wenn du 100 jobs machst, wird sich deine unsicherheit nicht ändern. scheint mir so als ständest du dir die ganze zeit selbst im wege. selbst-sabotage. so kann man natürlich nicht weiter kommen.
    Wie soll ich Wissen was ich meinte, bevor ich las was ich schrieb?

    Es gibt nur 2 Unglücke im Leben.
    Nicht zu bekommen was man will.
    Und zu bekommen was man will.

    Dies ist keine Werbung. Ich bekomme kein Geld dafür.
    Meine Worte und Meinungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Dauerhaftigkeit.

  8. Für den Beitrag dankt: Lawless

  9. #5
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    Standard AW: Ausweg aus der beruflichen Dauerkrise

    Hallo lieber Lawless!

    Ich selbst würde mich als introvertiert bezeichnen, kann aber sehr gut reden und wenn ich will mich auch gut verkaufen (bin aber absolut kein Selbstdarsteller). Mir macht es auf jeden Fall Spaß anderen zu helfen, Wissen weiterzugeben und auch zu gestalten. Ich löse gerne Probleme und denke sehr kritisch, hinterfrage alles und habe auch einen Hang zum Perfektionismus.
    Das bin einfach zu 100% ich!

    Mir geht es zudem exakt genau so wie dir! Bin auch Mitte-Ende 20 und befinde mich seit ca. 24 in einer Sinnkrise und beruflichen Dauerkrise. Habe hier irgendwo auch meinen Thread im Forum.

    Vielleicht hilft es ja sich auszutauschen? Da wir beide fast haargenau in der gleichen Situation stecken könnte ich mir vorstellen, dass wir einander durchaus verstehen und vlt gute Tipps geben können. So WhatsApp-mäßig oder so. Wie du Bock hast.

    Freunde von mir und auch Coach/Psychologe ordnen mich eher im sozialen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich ein.

    Bei mir sieht's so aus:

    Abitur im 3er Bereich
    Ingenieurwissenschaft Bachelor abgeschlossen
    Einige Praktika, die alle nicht so dolle waren + erste Berufserfahrung, da aber direkt wieder gekündigt
    Noch nie wirklich gearbeitet
    2 Master angefangen, einen abgebrochen, den anderen kurz vorm Abbruch
    2 Jobangebote. Beide Jobs will ich aber eigtl. überhaupt gar nicht machen, konnte mich im VG aber gut verkaufen
    Psychische Probleme

  10. Für den Beitrag dankt: Lawless

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