Anzeige
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 10

Thema: Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    09.08.2019
    Beiträge
    4
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

    Hallo, ich bin neu hier und benötige Meinungen, was ich machen soll. Ich bin 21 geworden und Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Kaufmann für Dialogmarketing bei einer großen Firma.

    Nach meinem Schulabschluss hatte ich mich für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter beworben. Diese Ausbildung war während meiner Schulzeit immer mein Wunsch und ich habe neben der freiwilligen Feuerwehr auch Praktika in dem Bereich gemacht. Aufgrund eines kleinen Unfalls beim Sport, konnte ich jedoch nicht zum Sporttest für die Ausbildung zum Notfallsanitäter erscheinen. Also habe ich mich nach Alternativen umgesehen und auch schnell eine Zusage für eine Ausbildung bekommen, die ich jedoch in der Probezeit beendet habe. Es war nicht das Richtige für mich. Da ich das Jahr überbrücken musste und nicht gerne zu Hause sitze, habe ich dann einen Übergangsjob in einem CallCenter angenommen. Die Kollegen waren alle relativ locker und es war aufgrund der kleinen Größe der Firma eine familiäre Stimmung. Ich habe dort viel Anerkennung bekommen. Da die Bewerbungsfristen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter nach der abgebrochen Ausbildung jedoch zu Ende waren und ich nicht noch ein Jahr ohne einen Ausbildungsplatz sein wollte, habe ich mich auf zwei Ausbildungsberufe beworben. Unter Anderem Kaufmann für Dialogmarketing. Dort habe ich dann relativ schnell einen Platz bei einer Firma bekommen (großer Mobilfunkanbieter). Jetzt mache ich seit einem Jahr diese Ausbildung und merke, dass ich den Job definitiv nach der Ausbildung nicht weitermachen will. Ich mache jeden Tag das gleiche und habe keine Abwechslung. Dazu bin ich in einer Abteilung, in die ich nie wollte, da dort eher Sachbearbeitertätigkeiten durchgeführt werden. Ich habe mir immer gesagt, wenn du schon einen Bürojob machst, dann wenigstens mit bisschen Abwechslung... Hätte ich das gewusst, hätte ich selbst beim Bürgeramt mehr Spaß gehabt. Ein Wechsel in eine andere Abteilung ist jedoch nicht möglich. Die ganze Stimmung im Großraumbüro ist komisch, es wird wenig miteinander geredet unter den Kollegen. Man hört manchmal das Tippen der Tastatur bis ans andere Ende des Raumes. Da fühlt man sich irgendwie unwohl. Dazu habe ich das Gefühl, dass ich nichts lerne. Ich arbeite jeden Tag einfach Kundenfälle ab. Wenn ich nicht weiter weiß, kann ich die Kollegen fragen und bekomme das dann erklärt. Ich lerne aber nichts, was ich außerhalb dieser Firma je gebrauchen kann, da es hauptsächlich um die speziellen unternehmenseigenen PC-Programme geht. Während der Arbeit gucke ich öfters auf die Uhr, wann ich Feierabend habe. In der Berufsschule schreibe ich nur 1 und 2. Eine Verkürzung wäre also auf 2,5 Jahre möglich, leider bietet der Betrieb eine Verkürzung auf 2 Jahre jedoch nicht an.

    Jetzt ist es so, dass ich überlege, mich aus der laufenden Ausbidung heraus auf eine Ausbildung zum Notfallsanitäter zu bewerben. Sollte ich die Tests bestehen, würde ich zum August 2020 kündigen, wenn nicht, die aktuelle Ausbildung erstmal zu Ende machen. Da ich jedoch schon eine abgebrochene Ausbildung habe, bin ich natürlich unsicher, wie schlau der Plan ist. Andere Möglichkeit wäre natürlich, die Ausbildung regulär zu Ende zu machen und sich dann für 2021 zu bewerben. Dadurch würde natürlich ein Jahr verloren gehen. Was würdet ihr machen?
    Geändert von Paul8657 (09.08.2019 um 22:16 Uhr)

  2. Anzeige

  3. #2
    Registriert
    Registriert seit
    25.11.2006
    Beiträge
    829
    Danke gesagt
    93
    Dank erhalten:   264

    Standard AW: Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

    Paul8657]Ich mache jeden Tag das gleiche und habe keine Abwechslung. Dazu bin ich in einer Abteilung, in die ich nie wollte, da dort eher Sachbearbeitertätigkeiten durchgeführt werden. Ich habe mir immer gesagt, wenn du schon einen Bürojob machst, dann wenigstens mit bisschen Abwechslung... Hätte ich das gewusst, hätte ich selbst beim Bürgeramt mehr Spaß gehabt. Ein Wechsel in eine andere Abteilung ist jedoch nicht möglich. Die ganze Stimmung im Großraumbüro ist komisch, es wird wenig miteinander geredet unter den Kollegen. Man hört manchmal das Tippen der Tastatur bis ans andere Ende des Raumes. Da fühlt man sich irgendwie unwohl.

    Die Stimmung ist so, da die Call-Agenten in solchen Büros bis ins kleinste Detail überwacht werden.
    Über Tonaufnahmen, teils sogar über Software, welche die Tastaurbewegungen des Call-Agenten aufzeichnen.
    Der Bildschirm der Agenten wird jeweils in Sekunden-Intervall fotografiert.
    Oder die Team-Führer überwachen mit Adleraugen und Elefantenohren die Agenten quer durch den Raum.
    Grätschen dazwischen, wenn vom Leitfaden nur in kleinster Weise abgewichen werden sollte.usw.

    Kollegen aus dem Team lassen sich auch mal als "Spitzel" missbrauchen usw.
    Damit die Agenten bloß nicht "falsches" sagen , das heißt, was nicht im Interesse des Auftraggeber passen könnte.
    Oder sonst irgendwie quer denken. Also nicht im mainstream der Unternehmenskultur.

    Solltest du es zum Teamleiter oder ähnlichem schaffen, hast du vielleicht nach deiner Ausbildung etwas mehr als den Mindestlohn, darfst dafür aber den Druck von oben nach untern treten.

    Als Nebenjob in einer kleinen Firma, kann der Job mal ok sein - dort ist es in der Regel auch lockerer - die Struktur nicht so toxisch. Daher wundert mich deine Erfahrungen auch überhaupt nicht.
    In der Telefonzentrale einer Stadtverwaltung oder ähnlichem also direkt vor Ort, ist es auch etwas anderes..

    Doch ich kann jedem nur raten, sich nicht in einer Festanstellung - insbesondere in mir einigen großen bekannten Firmen dieser Branche - fest beißen zu wollen.
    Diese Firmen agieren weltweit und lassen sich in 5 Jahren 2 mal verkaufen und fingieren immer wieder unter einem anderem Namen oder auch nur einer anderen Marke,

    Die Kunden denken, sie rufen echt bei der örtlichen Hotline an. Nein die denken sogar, weil es nach außen so kommuniziert wird, dass die mit der Sachbearbeiterin oder Buchhalterin des örtlichen Unternehmens verbunden sind, weil es ja so gewollt ist.

    Wer für dieses Spiel eine Affinität hat, spielt halt seine Rolle, wie im Film.. .


    Die Fluktuationsrate ist in der Branche außerdem gigantisch, das sagt ja auch schon einiges.

    Mein Tipp daher, aus der laufenden Ausbildung sich auf eine neue Ausbildung weg bewerben.

    Wenn Notfallsanitäter aus irgend einem Grund nicht gehen sollte, wäre doch ggf. Krankenpfleger eine Alternative.
    Geändert von Gast X (09.08.2019 um 21:35 Uhr)

  4. #3
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    09.08.2019
    Beiträge
    4
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard AW: Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

    Danke für deine ausführliche Antwort. Aber meinst du nicht, dass mir evtl. negativ ausgelegt werden kann, dass ich bereits eine abgebrochene Ausbildung habe? Wäre ja dann sozusagen die zweite, die ich abbreche...

  5. #4
    Registriert Avatar von -sofia-
    Registriert seit
    26.06.2009
    Beiträge
    9.137
    Danke gesagt
    12.969
    Dank erhalten:   13.751

    Standard AW: Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

    An deiner Stelle würde ich die Ausbildung zu Ende machen und mich für 2021 bewerben.

    Du bist noch jung. Da macht es nichts, wenn du nach deiner Ausbildung noch ein Jahr wartest.

    Du musst auch damit rechnen, dass du den Aufnahmetest nicht bestehst.

    So hast du zumindest einen erlernten Beruf.

  6. Für den Beitrag dankt: Schroti

  7. #5
    Registriert
    Registriert seit
    25.11.2006
    Beiträge
    829
    Danke gesagt
    93
    Dank erhalten:   264

    Standard AW: Ausbildung erfüllt mich nicht: Abbrechen oder nicht?

    Zitat Zitat von -sofia-
    So hast du zumindest einen erlernten Beruf.
    Es ist ein Ausbildungsberuf auf dem Papier, ja ok.
    Im Grunde ist es aber wie Raumpfleger oder Gebäudereiniger (mag es auch eine Ausbildung für geben) doch grundsätzlich sind das Anlernberufe !

    Ich lese immer wieder die Stellenangebote im Callcenter-Bereich.
    "Egal was du gelernt hast..."

    Im Callcenter sitzt letztendlich ein gemischter Haufen, ein Metzger neben dem Jurastudenten und daneben wieder jemand, der gerade von der Schule kommt und ja irgend was machen muss..

    Zitat Zitat von Paul8657
    Danke für deine ausführliche Antwort. Aber meinst du nicht, dass mir evtl. negativ ausgelegt werden kann, dass ich bereits eine abgebrochene Ausbildung habe? Wäre ja dann sozusagen die zweite, die ich abbreche..
    .

    Ich würde die Ausbildung ja auch nicht einfach so abbrechen sondern mich aus der Ausbildung weg bewerben.
    Wenn man eine neue passendere Ausbildung gefunden hat auf die man auch aufbauen kann, muss man sich für den Wechsel auch nicht mehr rechtfertigen.

    Es ist auch völlig normal, dass man sich mal umorientiert und desto schneller man das passende findet, desto besser.

    Also, habe Mut zum Wechsel. Ich wünsche dir viel Glück dabei.

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Ausbildung abbrechen - oder nicht?
    Von Gast im Forum Beruf
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 22.02.2013, 16:08
  2. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 25.01.2013, 18:35
  3. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 08.09.2008, 22:23

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige