Was sie eigentlich glaube, wo sie hier sei, so könne sie daheim auf ihrem Sofa rumlungern, ein Ordner gehöre auf den Tisch und nicht auf den Schoß und wenn der Chef das sieht, würde er sie sofort rausschmeißen. Sie ließen meiner Freundin wohl nichtmal die Möglichkeit, etwas dazu zu sagen und fielen ihr jedesmal ins Wort.

Würde mir jemand so kommen, würde ich erst recht sitzen bleiben mit dem Ordner auf dem Schoß und die Kollegen fragen, ob sie denn nichts sinnvolles zu tun hätten. Ansonsten nichts weiter dazu sagen oder einfach den Raum verlassen und die Kollegen ignorieren.

Sie ging dann also zum Vorgesetzten, was auch nie Erfolg brachte, da die Kolleginnen dort ebenfalls immer beteuerten, dass sie kein Problem mit ihr hätten, alles abstritten und hinterher ging das Gemobbe weiter.

Petzen beim Vorgesetzten bringt in solchen Fällen nichts.

Inzwischen war sie ja auch bei einem Verhaltenscoach, der ihr eben den Rat gab, nichts über sich preis zu geben. Sie ist dementsprechend nun sehr zurückhaltend und versucht auf das Gemobbe der Kolleginnen nicht mehr einzugehen und sich nicht zu rechtfertigen, sofern das überhaupt möglich ist. Aber besser macht das so eine Situation ja nun auch nicht unbedingt.

Nichts über sich preis zu geben finde ich auch nicht förderlich. Es ist nur wichtig, WAS man preis gibt.