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Thema: Probleme im ersten Job nach dem Studium

  1. #1
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    Standard Probleme im ersten Job nach dem Studium

    Hallo,

    ich hatte zwar mal einen Thread eröffnet, aber ich wollte mir mal wieder das ganze von der Seele schreiben. Wird leider lang.

    Ich hatte bereits im anderen Beitrag erwähnt, dass mein Studium sich nicht zu 100% mit dem beschäftigt was ich in meinem ersten Job jetzt mache. Ich habe, dass auch so im VG angesprochen und gesagt, dass ich es mir zutraue das fehlende/nötige Wissen "on the job" anzueignen, wenn man mir die Zeit gibt. Dass ich dann nicht jedes Detail weiß, wie jemand der das mehrere Jahrzehnte macht sollte klar sein. Als ich dann einige Fragestellungen von meinem Chef nicht beantworten konnte, kam dann zwischendurch immer wieder die Aussage:"Das sind Grundlagen die musst du gelernt haben im Studium und ich erwarte mehr". Nun war mein Studium doch sehr breit angelegt und in der näheren Vergangenheit habe ich mich nun mehr mit meiner Vertiefung beschäftigt - entsprechend sind vielleicht Inhalte mit denen man sich in der Vergangenheit nur spärlich beschäftigt hat und jetzt im Job brauche nicht hängen geblieben.

    Hinzu kommt, dass ich in seinen Augen zu langsam arbeite, was ich nur teilweise nachvollziehen kann. Ich bin in gewisser Weise von meinem einarbeitenden Kollegen abhängig - ich muss ja auch prüfen lassen ob meine Arbeit so in Ordnung geht. Leider versinkt er aktuell in seiner Arbeit und entsprechend verschieben sich die Zeiten wo wir Sachen besprechen können, auch mit Terminvereinbarung. Und mein Chef ist nun mal mein Chef und ist auch nicht immer da. Seine Aussage: "Irgendwer wird wohl paar Min. Zeit haben um die Sachen mit dir kurz durchzugehen." Würde stimmen, wenn stumm nebendran sitze und keine Frage stelle. Aber ich will es ja auch verstehen, vor allem wenn fast alles neue Dinge sind. Entsprechend bräuchte man 0,5 bis 1 Stunde - einmal zeigen reicht schon

    Das ganze nimmt nun solche Dimensionen an, dass ich mich nicht mehr traue ihm persönlich irgendwelche Fragen zu stellen. Irgendwie wird durch ihn immer ein Vorwurf in seinen Erklärungen eingebaut ("Zu blöd", "Frag vorher") und hat einen leicht aggressiven Unterton. Ich bevorzuge da schon eher meinen Kollegen der meine Fragen so "beantwortet", dass er mich zu der Antwort hinleitet, d.h. ich mir also Gedanken mache und nimmt sich seine wenige Zeit, um mir die Dinge ausführlich zu erklären. Noch nie hat er mir das Gefühl gegeben, dass er mich für blöd hält (selbst wenn er es denkt).

    Durch die vielen Fragen von mir komme ich mir schon blöd genug vor, aber durch die Art von meinem Chef verstärken sich diese Gedanken und mein Selbstwertgefühl ist bei null. Erfolgserlebnisse bleiben noch aus, weil kein Projekt abgeschlossen ist. Jeden Tag stehe ich also auf und hab gleich keinen Bock mehr und Angst, dass jeder Tag mein letzter sein kann (bin in der Probezeit).

    Hatte jemand ähnliche Zweifel in seinem ersten Job ? Habt ihr es trotzdem durchgezogen und wurde es besser ?

    Und würdet ihr in so einem Arbeitsklima überhaupt weiterarbeiten wollen ? - Kritik vom Chef kann ich akzeptieren nur nicht seinen vorwurfsvollen und aggressiven Unterton und er nicht der einzige Grund für das schlechte Arbeitsklima (unsichere Zukunft, jeder gegen jeden, keine Struktur, kein erfahrener Mitarbeiter auf meiner Position - Kollege ist auch erst seit ein paar Monaten dabei).

    Bitte um hilfreiche Beiträge. Brauche keine Beiträge ala: "Hast du das richtige studiert ?" Praktikum und Studium haben mir gezeigt, dass ich es kann. Vielleicht ist nicht gerade dieser Job das geeignete oder es ist eine Sache der Gewöhnung, was meint ihr ?

    Vielen Dank.

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  3. #2
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    Standard AW: Probleme im ersten Job nach dem Studium

    Ich würde mich an deiner Stelle ab sofort woanders bewerben (natürlich, ohne deinem jetzigen Arbeitgeber und den Kollegen etwas davon zu sagen!) und dort kündigen, sobald du etwas Gescheites gefunden hast. Bis du etwas anderes findest, wird ohnehin Zeit vergehen, und dann wirst du ja sehen, ob es auf deinem jetzigen Arbeitsplatz inzwischen besser geworden ist und du dich evtl. doch wohl fühlst. Aber jahrelang dort verharren und leiden, ohne mich ernsthaft nach Alternativen umzusehen, würde ich auf keinen Fall.

    Es kann nicht gut sein, sich sein Selbstwertgefühl schon zu Beginn des Berufslebens kaputt machen zu lassen. Leider kommen diese großspurig auftretenden, lauten, mit ihren Mitarbeitern ach so "ungeduldigen" Menschen beruflich weiter als die zurückhaltenderen und nutzen diese aus. Zumindest unterschwellig wird man von solchen Typen oft gedemütigt, manchmal auch auf plumpe Art und Weise, je nachdem, wie sie gerade gelaunt sind. Aber wenigstens seine Arbeitsfähigkeit sollte man, so lange es geht, erhalten. Umso höher ist dann später die Rente oder die Pension. Damit, dass man sein Berufsleben vorzeitig beenden muss, weil man psychisch nicht mehr kann, muss man gerade in anspruchsvollen Berufen als zurückhaltenderer Mensch ohnehin jederzeit rechnen. Da brauchst du bloß einen Vorgesetzten zu erwischen, dem du nicht sympathisch bist, und vielleicht im Privatleben noch Pech (schwierige Kindheit, gravierende familiäre Probleme, kein/e Partner/in, keine richtigen Freunde und ähnliches) zu haben. Man kann nur hoffen, dass es so lange wie möglich gut geht, und einer derart unerträglichen Situation würde ich mich nicht aussetzen, wenn ich andere Möglichkeiten hätte. Je jünger du bist, desto eher kannst du doch noch wechseln.

    Vielleicht bestehst du ja auch die Probezeit nicht. Dann würde ich mich nicht grämen, sondern mir sagen, dass ich mein Bestes gegeben habe und die Stelle einfach nicht das Richtige für mich war. Alternativen gibt es immer. Mittlerweile sind die geburtenschwachen Jahrgänge auf dem Arbeitsmarkt. Viele Stellen sind über Monate vakant. Da sind etliche Arbeitgeber in der privaten Wirtschaft, erst recht im öffentlichen Dienst, froh, wenn sie die Stellen überhaupt noch besetzt bekommen.

    Ich sehe auch noch eine andere Möglichkeit: Wenn du für dich klar hast, dass du dort ohnehin nicht bleibst, kannst du deinem Chef auch besser Kontra geben. Ich würde mir diesen Ton einfach verbitten. Du kannst ihm sagen, dass dir bewusst sei, dass du als Berufsanfänger vieles noch nicht wüsstest, aber dennoch Wert darauf legen würdest, von einem Vorgesetzten auch bei berechtigter Kritik respektvoll behandelt und nicht derart abgekanzelt zu werden. Was hast du zu verlieren? Entweder nimmt er sich dann etwas in Acht, weil er sieht, dass du ihm Grenzen setzt, oder auch nicht. Dann weißt du wenigstens, woran du bist und was du dort auf Dauer zu erwarten hast. Du musst dir aber vorher klar sein, dass du auf jeden Fall gehst, wenn es nicht besser wird. Daher würde ich jetzt schon anfangen, Bewerbungen zu schreiben.
    Geändert von Sarnade (15.03.2019 um 08:18 Uhr)

  4. Für den Beitrag danken: Peter1975, Sonnenbrille

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