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Thema: Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

  1. #1
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    Standard Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

    Gestern ein interessantes Gespräch mit einer Studentin gehabt.
    Sie hatte ihren Abschluss bestanden, weshalb ich gratulierte. Die Freude hielt sich bei ihr in Grenzen.

    Dann sagte sie etwas, das mich nachdenklich stimmte "Was habe ich jetzt schon noch vor mir? Ab jetzt maloche ich 40 Jahre bis zur Rente. Was wartet da schon noch auf mich? Ist doch ernüchternd oder?"

    Ich hab dann näher darüber nachgedacht und ein bisschen ist da schon was dran. Für junge Menschen nach Studium oder Ausbildung ist die Aussicht ja schon etwas trist.
    Wenn man Glück hat, kann man nochmal Pause machen wegen Baby/Schwangerschaft. Der Arbeitsmarkt ist unsicherer denn je. Man arbeitet im Prinzip monatelang, um dann eine Woche auf Malle am Strand zu liegen und dann schon wieder vom nächsten Urlaub zu träumen. Wenn man überhaupt Arbeit hat. Wenn nicht, lässt sich das Jobcenter was einfallen

    Ja, was soll man jungen Menschen da entgegnen?
    Wir leben zwar alle im Zeitalter von Sabbatical und Auslandsaufenthalten, aber die Wenigsten machen sie doch, auch Angst vor Repressalien der potenziellen Arbeitgeber.
    Frei nach "Nee, aber mit einer Lücke im Lebenslauf über 2 Monaten wird es bei uns schwierig."

    Ich frage mich immer wie viele Weltreisende danach wieder in den Arbeitsalltag einsteigen. Man hört auch kaum was davon. Es sei denn, sie sind in gefragten Bereichen ausgebildet, in denen sich die AGs darum reißen (Ärzte, Ingenieure usw.)

    Deshalb mal ein paar Gedanken dazu. Der jungen Frau in diesem Beitrag muss ich übrigens recht geben. Rosig ist die Aussicht nach Studium oder Ausbildung in den Job zu starten und 40 Arbeitsjahre vor sich zu haben keineswegs.

  2. Für den Beitrag dankt:

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  4. #2
    Registriert Avatar von juka
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    Standard AW: Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

    Also ich sehe das anders. Wir leben in einer Zeit, in der Individualismus noch nie so ausgeprägt war. Immer mehr Leute studieren und haben damit die Chance auf Arbeitsplätze, wo man nicht schwer schleppen, extrem früh aufstehen oder alten Leuten den Hintern abwischen muss. Dennoch steigen die Ansprüche scheinbar immer weiter.

    Jeder Mensch kann sich selbstständig machen, dank des Internets sogar in vielen Bereichen ohne horrende Fixkosten für Büro und Personal. Man hat das Recht auf Teilzeitarbeit und kann sich damit mehr Freiraum schaffen. Durch den Bologna Prozess findet man im Ausland einfacher einen Job und hat als Deutsche(r) sowieso die Möglichkeit in nahezu jedes Land der Welt zu reisen. Und wenn man überhaupt kein Bock auf irgendwas hat, ist da noch der Sozialstaat.

    Wie war das bei extra3 letztens: Früher war Lokführer einer der beliebtesten Berufe. Heute wollen alle Influencer werden.

  5. Für den Beitrag dankt: miasma

  6. #3
    Mr. Pinguin
    Gast

    Standard AW: Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

    Zitat Zitat von juka Beitrag anzeigen
    Also ich sehe das anders. Wir leben in einer Zeit, in der Individualismus noch nie so ausgeprägt war. Immer mehr Leute studieren und haben damit die Chance auf Arbeitsplätze, wo man nicht schwer schleppen, extrem früh aufstehen oder alten Leuten den Hintern abwischen muss. Dennoch steigen die Ansprüche scheinbar immer weiter.

    Jeder Mensch kann sich selbstständig machen, dank des Internets sogar in vielen Bereichen ohne horrende Fixkosten für Büro und Personal. Man hat das Recht auf Teilzeitarbeit und kann sich damit mehr Freiraum schaffen. Durch den Bologna Prozess findet man im Ausland einfacher einen Job und hat als Deutsche(r) sowieso die Möglichkeit in nahezu jedes Land der Welt zu reisen. Und wenn man überhaupt kein Bock auf irgendwas hat, ist da noch der Sozialstaat.

    Wie war das bei extra3 letztens: Früher war Lokführer einer der beliebtesten Berufe. Heute wollen alle Influencer werden.
    - Immer mehr Leute studieren, somit gibt es auch immer mehr Konkurrenz in diesen Berufsfeldern. Außer in mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen (Ingenieur, IT, Physiker...), aber das liegt nicht jedem.
    - Selbstständigkeit heißt voller Einsatz. Viel Zeit investieren und quasi für sein Unternehmen leben. Das kann nicht jeder.
    - Mit Teilzeit kommt nicht jeder über die Runden und selbst wenn, von einem kinderlosen Single wird erwartet, dass er Vollzeit arbeitet. Der Müßiggänger stößt vielen auf, selbst wenn er niemandem auf der Tasche liegt. Wer möchte schon missbilligt werden?
    - Als Sozialhilfeempfänger ist man weg vom Fenster. Der Lebensstandard ist völlig eingeschränkt und wenn man nicht aus einem Milieu kommt, wo das normal ist, werden sich alle von einem abwenden. D.h. man wird sozial isoliert und vereinsamt. S.o., das will keiner.

    Zitat Zitat von Bonsoir Beitrag anzeigen
    Dann sagte sie etwas, das mich nachdenklich stimmte "Was habe ich jetzt schon noch vor mir? Ab jetzt maloche ich 40 Jahre bis zur Rente. Was wartet da schon noch auf mich? Ist doch ernüchternd oder?"
    Ja, absolut.

  7. #4
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

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    Standard AW: Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

    Immer mehr Leute studieren, somit gibt es auch immer mehr Konkurrenz in diesen Berufsfeldern. Außer in mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen (Ingenieur, IT, Physiker...), aber das liegt nicht jedem.
    - Selbstständigkeit heißt voller Einsatz. Viel Zeit investieren und quasi für sein Unternehmen leben. Das kann nicht jeder.
    - Mit Teilzeit kommt nicht jeder über die Runden und selbst wenn, von einem kinderlosen Single wird erwartet, dass er Vollzeit arbeitet. Der Müßiggänger stößt vielen auf, selbst wenn er niemandem auf der Tasche liegt. Wer möchte schon missbilligt werden?
    - Als Sozialhilfeempfänger ist man weg vom Fenster. Der Lebensstandard ist völlig eingeschränkt und wenn man nicht aus einem Milieu kommt, wo das normal ist, werden sich alle von einem abwenden. D.h. man wird sozial isoliert und vereinsamt. S.o., das will keiner.
    Ich gebe Mr. Pinguin in bestimmten Ausführungen recht. Kein Mensch braucht tausende von Soziologen, Ingenieure und BWL Absolventen. Der Markt ist dicht. Was wir brauchen sind Dachdecker, Klempner, Maler und Elektriker. Genau diese gibts aber kaum noch, weil das keiner mehr machen will.

    Selbstständig hat Selbst und Ständig im Wort. Gut für Menschen, die nie krank werden und daher psychisch wie auch körperlich stabil sind. Wenns aber mal anders herum geht, hat man den Salat.

    Ich hab lange Teilzeit arbeiten müssen, obwohl ich lieber Vollzeit gearbeitet hätte. Schön ist anders. Das meine ich nicht unbedingt mal aufs Geld bezogen. Ich hatte ständig das Gefühl ich werde nicht gebraucht.

    Viele Sozialhilfeempfänger werden exkludiert. Das ist wie mit Mobbingopfern. Aus Angst, dass der Ruf auch geschädigt wird, gibt man sich nicht mit den Mobbingopfern ab und wird eher zum Mitläufer. Herdentrieb und so. Als ich mein Abi hatte, hab ich damals ein Auslandsjahr gemacht und bin als ich zurück kam noch 3 Wochen nach Afrika geflogen. Hinterher hat sich mein menschliches Denken stark verändert. Man braucht zum Leben eigentlich nur 3 elementare Bestandteile und das sind: Schlaf, Nahrung/Wasser und ein Dach über dem Kopf. Als ich danach zurück in Deutschland war und bei Karstadt die Rolltreppe hochfuhr, standen mir ehrlich fast die Tränen in den Augen.

    Das Problem ist nicht, dass der Mensch nicht mit wenig auskommen könnte. Das Problem ist sein Vergleich mit Anderen. Wenn man sich mal die Freude macht und allein durchs Outback läuft weiß man, dass die sozialen Medien maximal das eigene Ego füttern und das wir uns oftmals nur gegenseitig übertrumpfen wollen und selbst feiern. Wenn man länger nur bei sich ist, erkennt man, dass die westliche Welt auch oft mehr Schein als Sein ist. Dass uns die Dinge wie Smartphone und Co eigentlich oftmals nur von den Gedanken an unser endliches Leben abhalten. Es geht ja schon durch die Bewertung durch andere los. Wir maßen uns manchmal teilweise an über das Leben anderer zu urteilen, obwohl wir gar nicht seine Beweggründe kennen und uns überhaupt nicht ihn ihn hinein versetzen wollen.

    Der, der Jahre arbeitslos ist und für andere augenscheinlich harzt, ist vielleicht psychisch krank, hat eine Agoraphobie oder sonstwas.
    Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die selbst nicht mit sich zufrieden sind schnell dabei sind andere zu verurteilen.

    Ich hatte damals studiert und eine Großtante, die mir ständig wenn wir uns trafen suggeriert hat, dass sie meine Entscheidung nicht nachvollziehen kann. Hinterher kam raus, dass sie total unzufrieden mit der eigenen Berufswahl war.
    Geändert von Bonsoir (26.01.2019 um 13:29 Uhr)

  8. Für den Beitrag dankt:

  9. #5
    earlywinter
    Gast

    Standard AW: Und das mache ich jetzt 40 Jahre , bis zur Rente

    Viele sehen es einfach nicht ein, dass irgendwann mal der Ernst des Lebens beginnt.

    Man möchte gerne immer unbeschwert leben, immer irgendwie bisschen chillen und nach dem Studium merken dann viele:

    Hoppla, jetzt habe ich ja keine Ferien mehr. Jetzt muss ich tatsächlich arbeiten, und zwar Achtung: jeden Tag!

    Das man zur Schule geht oder studiert, damit man danach arbeiten geht, ist für manche einfach too much.

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