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    Standard Wie bleibt man am Ball, wenn man alles falsch macht?

    Hallo zusammen,
    es geht mir hierbei nicht darum, dass man lediglich das "Gefühl" hat nichts richtig zu machen, sondern dass einem es faktisch extrem schwer gemacht wird... vermutlich weil man schwer einzuschätzen ist, da man nicht in die üblichen Schubladen passt (Betonung auf vermutlich).

    Ich muss daher etwas meinen "Lebenslauf" skizzieren:
    Ich bin nun 34 und habe weder abgeschlossenes Studium, noch eine Ausbildung absolviert. Nach dem Abi wollte ich mich an einer Kunsthochschule bewerben (Abinote in Kunst LK war ne 1).
    Leider mangelte es mir nach dem Abitur krankheitsbedingt (hatte währenddessen zwei schwere Lungenentzündungen und das Abi nur gerade eben so geschafft, ich war sonst guter Durchschnitt) und ebenfalls bedingt durch massives Mobbing seit dem Vorschulalter an genug Selbstbewusstsein um überhaupt eine angemessene Mappe für die Bewerbung zu erstellen.
    Also studierte ich aus Ermangelung irgend einer Idee erstmal eine Geisteswissenschaft.
    Was für mich persönlich die beste Entscheidung meines Lebens war. Ich habe viel und mit großem Interesse gelernt... und mich in meiner Persönlichkeit enorm weiterentwickelt. Doch als es an die Bachelorarbeit ging, ging bei mir privat einfach alles den Bach runter (u.A. Selbstmord einer nahen Angehörigen) und die unbehandelte Depression meiner Jugendjahre hatte mich im Griff, aus der ich nun seit 3 Jahren mit Hilfe, nach und nach heraus finde, allerdings finde ich nicht die Kraft das alte Studium allein für den Abschluss zu Ende zu bringen, da der so gut wie wertlos im Bewerbungskontext ist... wird kaum gesucht und dann gönn ich es auch eher Leuten, die darin wirklich ihren Lebenssinn gefunden haben).

    Mit der Behandlung traue ich mich nach und nach glücklicherweise aus meinem Schneckenhaus heraus, ich habe wieder einen kleinen Minijob, der mich über Wasser hält, ein Praktikum im kreativen Bereich gemacht, durch dass ich viel lernen konnte und ich habe mich 3 Jahre hintereinander an besagter Kunsthochschule beworben... wurde allerdings mit der inoffiziellen Begründung abgelehnt, dass man dort grundsätzlich niemanden über 30 annehme (ungeachtet der Diskriminierung). Okay, ich hab es akzeptiert und möchte mich nun an einer anderen staatlichen Kunsthochschule bewerben. Dort bei der Mappenberatung hatte ich allerdings mal wieder den Eindruck, man kritisiert Dinge an meinen Arbeiten und meiner Person, die so offensichtlich vorgeschoben sind, dass es fast absurd ist. Ich muss hier dazu anmerken, dass sich meine Arbeiten sehen lassen können (beherrsche Fotorealismus, habe aber mehr Spaß an experimentellen Richtungen). Bei einer Bewerbung spielt offiziell nur eine Rolle, ob man gestalterisches, kreatives Talent hat (Das habe ich definitiv, auch wenn es leider immer etwas arrogant gefunden wird, wenn man so Sachen sagt, dass man ist attraktiv oder talentiert ist, selbst wenn es immer vom Umfeld abhängt und der jeweiligen Ästhetik der Zeit, es also mehr mit Glück, als allem anderen zu tun hat, aber vielleicht liegt der Krux genau dort). Letztlich hatte ich das Gefühl, dass man mich auch dort nicht annehmen will (habe einen weiteren Mappenberatungstermin im Januar) u.A. weil ich zu düstere Motive habe, was ich gut verstehen kann, denn zu der Zeit als die meisten Bilder entstanden sind, ging es mir sehr schlecht, aber das waren auch keine Auftragsarbeiten. Daraus zog er direkt die Schlussfolgerung, ich sei sehr schnell verletzlich und könne auch keine Kritik ab. Ich hatte jegliche Kritik angenommen... aber es ging ihm offensichtlich nicht darum... denn er fing echt an auf mir herum zu hacken, natürlich im Rahmen des Möglichen: Dass so Sachen wie Mangas und Graffities nicht gern gesehen würden (beides nicht vorhanden in meiner Mappe.... nichtmal annähernd! Abgesehen davon, sehe ich beides als legitime Kunstformen... so weit sollten wir heutzutage auch sein, dieses elitäre Denken das Klo runterrauschen zu lassen.... *idealistisches Gejammer*) und ob es denn bei mir überhaupt Sinn mache, nochmal beruflich neu anzufangen (als hätte ich ne andere Möglichkeit). Er war übertrieben kritisch, im Vergleich zu den anderen Bewerberinnen (alles natürlich junge hübsche Dinger, mit mindestens ebenso viel Talent, aber unterschiedlich stark ausgeprägtem Selbstbewusstsein.)

    Na ja.... ich bin jetzt im Moment dabei, es der Uni recht zu machen, fühle mich aber extrem schäbig und demotiviert dabei.

    Meine Frage ist nun: Was macht ihr, wenn ihr davon überzeugt seid, eine Chance verdient zu haben sie euch aber aus unfairen Gründen verwehrt bleibt? Wie motiviert ihr euch dazu trotzdem weiter am Ball zu bleiben?

    Vielen lieben Dank für ehrliche und trotzdem wohlwollende Kommentare

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  3. #2
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    Standard AW: Wie bleibt man am Ball, wenn man alles falsch macht?

    Oje das klingt ja alles nicht so optimal. Aber ich denke das ist nicht das Ende der Welt. Glaube mir viele, viele Menschen da draußen stecken tagtäglich in Sackgassen. Es sind definitiv mehr Menschen als du glaubst. Denn wir schauen den anderen Leuten auch nur vor den Kopf. Du stehst also nicht alleine in deiner Situation da. Viele Menschen scheitern oder werden alleine gelassen. Mir ging es bis vor kurzem ähnlich. Ich steckte in einer beruflichen Sackgasse und quälte mich ab bevor ich wirklich nicht mehr konnte und einsah jetzt heute etwas ändern zu müssen. Ich besorgte mir innerhalb eines Monats einen neuen Job und fing begann ein neues Leben. Das war Tag 1 meines neuen Lebens. Denke immer daran, es ist nie zu spät einen Schritt nach vorne zu tun wenn die Tür hinter dir zufällt. Es ist nie zu spät morgen ein anderes Leben zu führen. Du kannst nicht die Welt verändern aber du kannst deine eigene kleine Welt verändern. Das muss keine große Sache sein. Du musst anfangen Dinge anders zu sehen. Du hast auch eine Chance verdient! Frage dich was du wirklich willst und ob du glücklich mit deiner Situation bist. Frag dich was deine Optionen wären, glaube an dich! Ich kann es gut verstehen wenn jemand aus irgendwelchen Gründen zurückhaltend ist. Du kannst es nicht allen Recht machen und dann bist du selbst unglücklich. Ich motiviere mich, indem ich mir vorstelle wo ich stehen möchte und dass ich das bereits erreicht habe. Was ich dabei fühle und wie es mir damit geht. Ich sage mir immer dass jedem, auch mir, eine Chance im Leben zusteht und ich diese auch nutze! Jeder kann was erreichen, wir haben es alle verdient glücklich zu sein!
    "So ist das Leben" , sagte der Clown und malte sich mit Tränen in den Augen, ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.

  4. #3
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    Standard AW: Wie bleibt man am Ball, wenn man alles falsch macht?

    Hallo StarSitar,

    ich würde dir ehrlich gesagt nicht empfehlen, an einer deutschen Kunsthochschule zu studieren. Ich bin selbst freiberufliche Künstlerin und ich kann dir sagen, dass es auch ohne Studium geht. Die meisten deutschen Kunsthochschulen leben in einem Elfenbeinturm Das ist doch allgemein bekannt. Ich persönlich wäre auch nie auf die Idee gekommen, mich bei einer Kunsthochschule zu bewerben, da ich nach meinem Empfinden eh nicht reingepasst hätte. Ich kenne auch einige Künstlerkollegen, die es versucht haben, aber gescheitert sind. Sie sind dann eben auch ihren eigenen Weg gegangen. Nur von einer Künstlerkollegin ist mir bekannt, dass sie studiert hat. Doch nicht in Deutschland (da wurde sie auch nicht genommen) sondern in Italien an einer privaten Kunsthochschule. Das hat aber auch sehr viel Geld gekostet!

    Die Frage ist ja: Willst du Teil des Elfenbeinturms der deutschen Künstlerszene sein? Nach deinen Zeilen zweifel ich daran. Versuche deinen eigenen Weg zu gehen. Jedoch würde ich dir raten, erst einmal etwas handfestes zu lernen, falls es mit der Künstlerkarriere nicht klappt. Der Weg ist nämlich sehr steinig, die Konkurrenz groß und der Verdienst meist gering. Da benötigt man schon viel Motivation und Durchhaltevermögen.

  5. Für den Beitrag dankt:


  6. #4
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    Standard AW: Wie bleibt man am Ball, wenn man alles falsch macht?

    Hi Snatch, danke für die netten Worte.
    Stimmt, Jeder hat ne Chance verdient, leider geht die Realität oft andere Wege als der Idealismus uns hoffen und wünschen lässt.
    Ich habe halt Angst, dass wenn ich mir vorstelle wie es ist mein Ziel schon erreicht zu haben und das mein Motivator ist, die Enttäuschung und der Frust, wenn es denn schon wieder nicht klappt, einfach zu heftig wird... ich denke deshalb vesuche ich den Ball (meine Erwartungen) lieber flach zu halten.

    Womit kann man sich denn noch motivieren, ohne dadurch seine Erwartungen/Hoffnungen zu sehr aufzublasen?

    Danke auch für Deinen Kommentar, Blaumeise.
    Es geht nicht um ein Kunststudium, sondern schon etwas Handfestes im kreativ-künstlerischen Bereich.

    Bin nach wie vor Dankbar für Tipps!
    Geändert von StarSitar (11.02.2019 um 20:20 Uhr)

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