Anzeige
Seite 5 von 6 ErsteErste ... 456 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 25 von 30

Thema: Mobbing in sozialen Berufen...

  1. #21
    Registriert
    Registriert seit
    24.09.2015
    Ort
    Süd-West-Deutschland
    Beiträge
    933
    Danke gesagt
    211
    Dank erhalten:   315

    Standard AW: Mobbing in sozialen Berufen...

    Zitat Zitat von Findefuchs Beitrag anzeigen
    Meine persönliche Meinung dazu: in sozialen Berufen steht man mehr unter Druck, bzw. hat einen anderen Druck, da es um Menschen geht. Dieser Druck ist für mich häufig vermehrt psychischer, emotionaler Natur.
    (...)
    Mit reinspielt für mich ebenfalls, dass manche Leute gerade, weil sie sozial unfähiger sind oder schlecht in andere Branchen reinpassen, sich soziale Berufe suchen. Nicht alle, aber es sind doch einige. Ich spreche hier von charakterlichen Punkten, wie Kritikfähigkeit, Selbstreflektion, Differenzierung, Zuverlässigkeit, Konfliktfähigkeit etc. In vielen anderen Branchen wirst du halt direkt abgesägt, wenn du dich so verhälst, bzw. wird dir das viel negativer ausgelegt. Meine persönliche Erfahrung ist, dass in vielen sozialen Berufen der Umgang "lockerer" ist und entspannter.
    Mir fällt dazu noch was ein, was ich erlebt habe. Ein Berater in einer sozialen Einrichtung bekam eine einfache Frage gestellt, die er aber anscheinend nicht beantworten konnte. (Hätte er m.E. unbedingt wissen müssen in seiner Position.) Er hat das dann so gedreht, als ob der Fragende quasi blöd wäre, die Frage (jetzt schon) zu stellen. Und der hat sich das gefallen lassen. Das ist, glaube ich, der Punkt: Im sozialen Bereich hat man es oft mit einer Kundschaft zu tun, die eben selber nicht durchblickt und sich nicht wehren kann. Das nimmt Leistungsdruck raus, weil man eben nicht so schnell auffällt, wenn man die Leistung nicht bringt. Oder sich daneben benimmt. Natürlich wirkt sich das nicht bei jedem negativ aus, es gibt bestimmt viele engagierte Leute in dem Bereich. Aber es lockt bestimmt auch einige an, die es nicht so mit guter Leistung und guten Umgangsformen haben, und mangelnde Kontrolle kann auch dazu führen, dass manche sich etwas gehen lassen oder ihre Machtposition auskosten.

  2. Anzeige

  3. #22
    Registriert
    Registriert seit
    18.05.2013
    Beiträge
    7.820
    Danke gesagt
    1.164
    Dank erhalten:   2.463
    Blog-Einträge
    1

    Standard AW: Mobbing in sozialen Berufen...

    Ich denke auch, dass ein Chef mit einem guten Sozialverhalten und Durchsetzungskraft das Mobben reduzieren kann.

    Im sozialen Bereich arbeiten besonders viel Menschen,welche selber eine
    schwierige Kindheit,unangenehme (oft suchtkranke) Eltern und traumatische Erlebnisse als Kind hatten.

    Die Folgen sind häufig Depressionen,Suchterkrankungen oder ein zänkisches Verhalten.

    Manche Leute werden ähnlich schwierig und zänkisch wie ihre Eltern oder leiden unter ihrer angeknacksten Psyche....

    Andere Menschen mit einer schlimmen Kindheit konnten sich psychisch stabilisieren (z.B.durch Therapie),sammelten Lebensweisheiten und bemühen sich um ein gutes Sozialverhalten.
    Geändert von cucaracha (30.09.2017 um 12:52 Uhr)

  4. #23
    cora1234
    Gast

    Standard AW: Mobbing in sozialen Berufen...

    Ich kann selbst unendlich viel beitragen.

    Wie gesagt. Meine Praxisanleiter haben sich fast geschlagen und angeschrien (vor den Kindern).
    Man hat intrigiert und die Anderen permanent schlecht gemacht.

    Meine Mutter (die selbst im sozialen Bereich arbeitet), hat ebenfalls Mobbing Deluxe erlebt. Sie konnte 4 Wochen wegen einer ernsten Erkrankung nicht auf Arbeit und wurde hinterher echt fies behandelt, obwohl sie wie im obigen Fall fast gestorben wäre.

    Im Nebenjob habe ich ebenfalls schlimmes erlebt. Eine Hand weiß nicht was die andere macht und von allen Kollegen werde ich momentan am meisten angegangen. Ich werde konsequent raus geekelt.
    Letztendlich liegt es wohl daran, dass ich gerade meinen Master mache und der Chef der Einrichtung stinkig ist, weil er nie studiert hat (hat er so gesagt und das habe ich durch Dritte erfahren).

    Ich kann es bald nicht mehr hören und aus mir, einem sehr aufgeschlossenen und sozialen Menschen, ist durch diese Erfahrungen eine misstrauische Person geworden, die vieles in Frage stellt.
    Ich definiere mich auch nicht über meine Arbeit. Ich bin mehr und kann auch mehr, als ich auf Arbeit zeige.

  5. #24
    Registriert
    Registriert seit
    18.05.2013
    Beiträge
    7.820
    Danke gesagt
    1.164
    Dank erhalten:   2.463
    Blog-Einträge
    1

    Standard AW: Mobbing in sozialen Berufen...


  6. #25
    Moderator Avatar von Findefuchs
    Registriert seit
    17.01.2013
    Beiträge
    5.784
    Danke gesagt
    2.705
    Dank erhalten:   8.061

    Standard AW: Mobbing in sozialen Berufen...

    Im sozialen Bereich hat man es oft mit einer Kundschaft zu tun, die eben selber nicht durchblickt und sich nicht wehren kann. Das nimmt Leistungsdruck raus, weil man eben nicht so schnell auffällt, wenn man die Leistung nicht bringt. Oder sich daneben benimmt. Natürlich wirkt sich das nicht bei jedem negativ aus, es gibt bestimmt viele engagierte Leute in dem Bereich. Aber es lockt bestimmt auch einige an, die es nicht so mit guter Leistung und guten Umgangsformen haben, und mangelnde Kontrolle kann auch dazu führen, dass manche sich etwas gehen lassen oder ihre Machtposition auskosten.
    Ich denke, dass diese Überlegenheit sich auch schlichtweg darin ausdrückt, dass man im sozialen Bereich meistens mit hilfsbedürftigen, schwächeren oder beeinträchtigten Menschen zu tun hat, die man betreut und unterstützt etc. Dieses erhabene Gefühl werden wohl einige brauchen. Und wie du eben schon sagst, dass manche unter dem Deckmäntelchen der sozialen Arbeit sich gehen lassen.

    Was mir besonders missfällt im sozialen Bereich ist, dass viele aus der Chefetage ihre Mitarbeiter dahingehend pushen, andere sofort hinzuhängen und zu "petzen", anstatt, dass man über Probleme redet und versucht, sie erstmal mit den Betroffenen zu klären. Das war nicht nur in meinem alten Arbeitsbereich so schlimm, sondern auch bei Freunden, die woanders gearbeitet haben. Bei mir war das dann super schrecklich, es wurde von Seiten der Kollegen herumspioniert und sofort, wenn irgendwas aufgefallen ist oder jemanden verärgert hat, ist man direkt wie im Kindergarten zur Chefetage gerannt, um das zu petzen und wurde dafür gelobt und belohnt. Und das fand ich eigentlich am schlimmsten, dass die Mitarbeiter wie kleine Marionetten dieses Spiel mitgespielt und hingehängt haben, wo es nur ging. Das ging dann soweit, dass sich manche Mitarbeiter notiert haben, wann wer welches Fehlvergehen, welche Störung oder Ungereimtheit begangen hat und wie oft. Und anstatt, dass man davor mit den Betroffenen redet und das versucht, wie Erwachsene zu klären, ging es dann hinter dem Rücken dieser Personen zur Chefetage. Sorry, sowas finde ich so dermaßen krank, dass ich das heute immer noch unfassbar finde.

    Und die Chefetage hat das gefördert und gelobt, wenn Mitarbeiter wie bei der Stasi ihre eigenen Kollegen fertiggemacht und hingehängt haben. Ich finde, das lässt ganz, ganz arg tief blicken, wie manche Menschen in diesem Bereich gestrickt sind, wenn die das mitmachen. Und gerade im sozialen Bereich erwartet man ja eigentlich, dass sich die Betroffenen an einen Tisch setzen und über alles reden können und versuchen das zu klären, bevor es direkt zum Chef geht. Weil man das bei einem fairen Verhalten gegenüber Kollegen einfach so macht, meiner Meinung nach, außer es ist ein ganz krasses, schlimmes Vergehen oder der betreffende Kollege ist dafür bekannt, dass er überhaupt nicht kommunikationsfähig ist oder in den Dialog mit Kollegen treten möchte.

    Und in manchen Abteilungen hatte man dann auch noch so eine "Grüppchenbildung", wo es dann so frei nach dem Motto lief "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". Da hat man dann sehr gerne mit zweierlei Maß gemessen. Mich hat es dann in meiner Abteilung auch selbst getroffen: während meine Kolleginnen alle immer penetrant früher nach Hause sind, über eine Stunde Mittagspause gemacht haben, stundenlang privat telefoniert haben mit dem betrieblichen Anschluss und im Internet gesurft sind, hat man sich bei mir ohne Witz notiert, wie oft und wie lange ich aufs Klo gehe, hat erfunden, ich würde stundenlang privat telefonieren und das heimlich und hat "Vergehen" aufgeschrieben, die waren absoluter Pippifax und worüber ich nur den Kopf schütteln konnte. Und man hat sich auf die Minute aufgeschrieben, wie lange ich Mittagspause gemacht habe und wenn das nur eine Minute über 30 Minuten ging, hat man sich das notiert. Und ich war diejenige, die dann immer und ständig Vertretung machen musste oder länger bleiben sollte, damit die feinen Damen früher oder pünktlich gehen können.

    Man ging dann hinter meinem Rücken direkt zur Chefin. Die sie gleichzeitig hintenrum versucht haben abzusägen und schlecht zu machen. Die Anführerin der Mobberinnen hat auch gesagt, dass sie die eigentliche Chefin in dieser Abteilung ist. Das war so krank. Es gab dann eine Kollegin, die hat oft blau gemacht. Bzw. kam entgegen der vertraglichen Regelungen eigenmächtig erst oft gegen Mittag. "Weil sie ausschlafen wollte" oder "weil sie keine Lust hatte". DAS wurde dann gedeckt. Da standen sie dann geschlossen dahinter. Das war auch die, die stundenlang privat auf der Arbeit während der Arbeitszeit telefoniert hat. Das war dann okay. Ich habe EINMAL wegen meinem Umzug vorher gefragt, ob ich kurz meinen alten Vermieter anrufen kann, wegen der Wohnungsübergabe. Das war total wichtig und er war nur am Nachmittag zu erreichen und hat dringend um Rückruf gebeten. Meine Kolleginnen so "Nein, alles kein Problem". Also habe ich zwei Minuten mit meinem alten Vermieter telefoniert und das mit meinem eigenen Handy, nicht mit dem dienstlichen Anschluss. Direkt danach haben sie sich dann heimlich notiert, dass ich ein weiteres Privatgespräch hatte.

    Bevor ich den Saftladen verlassen habe, habe ich meiner Chefin gesagt, dass ich ihr einen wohlgemeinten Rat gebe: dass sie als nächstes dran ist, wenn sie nicht aufpasst, denn über sie wird gelästert und an ihrem Stuhl gesägt. Das hat sie mir nicht geglaubt und eher als Zickerei gedeutet von meiner Seite aus oder dass ich noch als letztes versuche, Zwietracht zu streuen. Tja. Ein oder zwei Jahre später war sie abgesägt von den gleichen Damen. Und wurde als Chefin regelrecht entsorgt.

    Das Beste war dann, bei meinem Arbeitsteil, den sie alle kritisiert haben, dass ich "Viel zu langsam" dabei wäre und das "Nicht gut machen würde" und das "Jeder andere in der Hälfte der Zeit schafft", haben sie dann hinterher Pingpong gespielt, weil den keiner machen wollte. Weil das dann plötzlich doch "Viel zu aufwendig" wäre und "Zu viel Arbeit ist" und "Das sehr lange dauert, bis das erledigt wäre". Die dreisteste von allen, die ständig privat telefoniert hat, meinte dann dazu, dass sie den schon machen kann, aber nur, wenn sie mehr Gehalt dafür bekommt und mehr Stunden (sie hat in Teilzeit gearbeitet), weil sie mit ihrer Arbeit sonst nicht hinkommt und zu viel zu tun hat.

  7. Für den Beitrag dankt:

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 03.04.2017, 07:50
  2. Menschen in sozialen+pädagogischen Berufen...
    Von LVchen im Forum Gesellschaft
    Antworten: 40
    Letzter Beitrag: 20.01.2011, 22:49
  3. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 19.07.2009, 21:07
  4. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 13.09.2007, 12:04

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige