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Thema: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

  1. #11
    Moderator Avatar von GrayBear
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    Standard AW: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

    Eine der Nachteile einer leitenden Stellung ist es, immer und immer wieder Gegensätze und Widersprüche überbrücken zu müssen, Brücken zu bauen, um anderen Menschen Wege zu ebnen. Das kostet Kraft, vor allem, wenn man selbst diese Wege am liebsten nicht gehen möchte, weil die Gegensätze sehr groß sein können. Unter so mancher Brücke geht auch einiges "verschütt", das einem mehr bedeuten kann, als die Brücke selbst. Soll heißen: kann Dein Widerstand nicht daher rühren, dass Du diesen Kurs einfach als falsch ansiehst und ihn nicht mit tragen WILLST?

    Erfolg kann ganz unterschiedlich gemessen und wahrgenommen werden. Wenn der Job einem so ans Herz gewachsen ist, dann ist die Erkenntnis "Hey, es ist nur ein Job!" recht schnell mit einer "Operation am offenen Herzen" verbunden, mit ungewissem Ausgang.
    Miteinander zu reden könnte so sinnvoll sein, wenn wir genug Hirn und Herz hätten und den Mut, beides zu gebrauchen. Aber es gibt Lichtblicke ...

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  3. #12
    tuny
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    Standard AW: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

    Hallo Weidebirke,

    in Neuordnungsphasen sind diese Zustände innerer Zerrissenheit absolut typisch. Alte Denkmuster funktionieren nicht mehr, neue sind noch nicht wirklich in Sicht. Das ist immer eine Erschütterung des persönlichen Fundamentes. Ich meine mal gelesen zu haben, dass man von einem Wechsel aus dem mittleren Mamagement in das Top-Management ungefähr mit zwei Kriesenjahren rechnen muss, bevor man die neuen Spielregeln beherrscht und in die neue Rolle wirklich hineingewachsen ist. Bei dir kommt ja noch erschwerend hinzu, dass sich der Vorstand geändert hat und nun mit völlig neuen Konzepten und Orientierungen kommt.

    Ein zweiter vielleicht intersessanter Aspekt ist der Ansatz, dass grade Krisen ein hervorragender Weg zur Selbsterkenntnis sind. Löst sich die äußere, haltgebende Struktur auf, dann wird man radikal auf sich selbst zurückgeworfen. So erfährt man sehr intensiv, um welche Konstanten herum man sein Denken, Fühlen und Handeln bisher organisiert hat. Im Prinzop ist auch ein Job eine Kristallisationsform dahinterliegender, sehr persönlcher Motive. In diesem Zusammenhang würde ich nun deine Aussagen deuten, dass du dich mit der neuen zahlenfixierten Philosophie nicht abfinden möchtest, sondern nah mit den Kunden arbeiten möchtest. Oder dass du gerne beweisen möchtest, Herausforderungen gewachsen zu sein. Oder dass der Beruf für dich ein sehr wichtiger Teil deines Lebens ist (hier geht es möglicherweise um Sinnfragen). Solange diese Aspekte fest in die beruflichen Strukturen eingebunden sind, treten sie in dieser reinen Form nur sehr selten zu Tage. Der Vorteil in der aktuellen Situation besteht nun darin, dass sich alle diese Fragen in Form innerer Konflikte in einer grundlegenderen Form offenbaren. Man kann es ein bisschen durch die Formel "Besinnung auf die Kernkompetenzen" umschreiben. Und genau hier liegt die Chance: Sind deine Kerneigenschaften einmal aus ihrer Einbindung in einen Kontext herausgelöst, kannst du damit zwei Dinge tun. Erstens kannst du dich nach neuen und besseren Möglichkeiten umsehen, diesen Dingen zur Entfaltung zur verhelfen. Zweitens kannst du die Dinge hinterfragen und unpassendes abstreifen.
    Dieselbe Logik, die im individuellen wirkt, lässt sich in weiten Teilen auch auf Neuordnungsprozesse in Unternehmen anwenden. Gewissermaßen sind die inneren Umorganisationsprozesse spiegelbildlich zu den äußeren verstehbar. Beide bedingen sich wechselseitig, können dabei symmetrisch oder komplementär sein.

    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Sichtweise helfen kann, ein bisschen den Druck aus der Situation herauszunehmen und den Dingen ihren Lauf zu ermöglichen. Wenn du erst einmal sammelst und Klarheit gewinnst, dann hast du schon ganz viel geleistet, auch wenn sich das noch nicht sofort in äußeren Dingen wie etwa einer konkreten Entscheidung niederschlägt. Die Situation ist komplex, "richtige" Entscheidungen können hier leider nicht berechnet werden. Man kann Lösungen in komplexen Systemen auch nicht "machen", man kann nur die Rahmenbedingungen so beeinflussen, dass sie sich ereignen. Du kannst also glaube ich darauf vertrauen, dass besonders in der Ruhe und Geduld der Schlüssel liegt, dass sich eine für dich passende Lösung langsam entwickelt. Und es wird sehr wahrscheinlich eine sein, die du dir jetzt noch garnicht ausmalen kannst. Und je mehr innere Klarheit du gewinnst, desto mehr Klarheit kannst du im Rahmen deiner Einflussmöglichkeiten in dein Arbeitsumfeld bringen.

  4. #13
    Registriert Avatar von Jusehr
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    Standard AW: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

    Spontan und etwas vereinfacht gesagt: Man sollte solange bleiben, bis man nicht mehr das Gefühl hat, nützlich zu sein.
    Christian Lindner hat sich für Schwarz-Rot entschieden :-).

  5. #14
    Registriert Avatar von Gurken-Gustav
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    Standard AW: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

    Hallo Weidebirke, nachstehend Dein eigener, bereits mir gegebener, Rat als Auszug:

    "....das ist schade, dass es so blöd läuft. Da gibt es wohl nur eins: schauen, ob Du Dich eingewöhnst oder wieder anfangen zu suchen. Die Stellendichte ist bei Euch nicht so hoch, was? In meiner Region findet man eigentlich immer was..."

    Sofern Du Dir selbst immer wieder tagtäglich ins Gesicht gucken kannst, Du Deine eigene Lebensvision eben so leben kannst und auch willst - dann beisse Dich weiterhin durch!

    Ich wünsche Dir zumindest den "Kick" für eine richtige Entscheidung.

  6. Für den Beitrag dankt: Mr. Pinguin

  7. #15
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    Standard AW: Einbruch Selbstvertrauen im Beruf

    Wow, fast ein halbes Jahr ist mein Thread schon alt. Es hat sich nichts geändert.

    Gestern Abend habe ich beschlossen zum 31.01.2018 zu kündigen. Auslöser war eine Unterrichtshospitation, bei der ich mich hinterher fassungslos gefragt habe, was in Gottes Namen mich reitet, etwas zu arbeiten, womit es mir jeden Tag schlecht geht und was ich unter diesen Bedingungen auch nicht gut kann.

    Die Entscheidung ist gefallen, am 03.01. habe ich mein erstes Vorstellungsgespräch und den Kurs eigentlich schon in der Tasche Die Bezahlung ist etwas zu mickrig, aber um wieder in den Markt zu kommen, passt das schon. Beim Verdienst muss ich sowieso Abstriche machen.

    Dazu zwei weitere Eisen im Feuer....

    Ich krieg das schon hin, hab schließlich die allerbesten kontakte, bin erfahren und kein Marktnewbie.

    Es geht mir mit dieser Entscheidung soooo gut und ich plane gerade schon meinen ersten Unterrichtstag im Kopf.



    Ich werde dann immer um 15 Uhr Feierabend haben! (okay, Unterrichtsvorbereitung und HA-Korrekturen sind nicht ohne und fressen auch den Feierabend, dazu das Freiberuflichkeitsrisiko, aber das ist was anderes, Unterrichten ist so dankbar)
    Wenigstens heute:

    Ärgere Dich nicht.
    Sorge Dich nicht.
    Sei dankbar.
    Arbeite eifrig.
    Sei freundlich zu allen.

    Aus einem Schulaufsatz:
    Wenn eine Katze wütend ist, macht sie alle Haare hoch. Sie braucht gar nichts mehr zu sagen.

  8. Für den Beitrag danken: Trampelzwerg, ~scum~, °°°abendtau°°°

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