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Thema: Ausbildung fortführen

  1. #1
    Gast898
    Gast

    Standard Ausbildung fortführen

    Liebe Leser,

    ich weiß nicht, wie ich mich "richtig" verhalten soll, um mein derzeitiges Problem zu lösen. Zum 09/2016 habe ich meine Ausbildung im ÖD nach einem Jahr freiwillig beendet, weil ich mich durchweg bis auf zwei Ämter unwohl gefühlt habe. Ich habe mich einerseits aufgrund der fehlenden Forderung und Förderung nicht gut gefühlt (ich habe bereits einen Bachelor mit anschließender befristeter Tätigkeit). Zeitgleich habe ich versucht, mich in die Teams einzubringen. Das gelang mir mal mehr, mal weniger - obwohl ich sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig bin. Besonders in den sozialen Bereichen gelang mir die Integration gut und ich war gern gesehen. Mir gefiel die Arbeit durch den Kontakt zu Bürgern. Umso schlimmer waren die Abteilungen, in denen man stur vor dem PC sitzt und den ganzen Tag Blättchen A nach B legt, die Zeit nur mit Quatschen und Privatsurfen verbringt. Meine berufliche Erfüllung habe ich dort nicht gesehen und der Vergleich zu Gleichaltrigen hat mich schwer deprimiert.

    Meinem langanhaltenden Empfinden nach habe ich mich dann doch noch einmal für ein Zweitstudium entschieden, um eben mehr meiner sozialen Ader gerecht zu werden und die wenig geliebte Verwaltung loszulassen. Dadurch - und das war mir bewusst, liegt mir jetzt jedoch sehr sehr schwer - habe ich natürlich den Fuß aus der Tür gezogen und das Berufsfeld der sozialen Ämter verlassen. Mich reut es nicht, sonstige Bereiche verlassen zu haben - bis eben hierauf. Ich kann mit dem Zweitstudium auch dort ankommen, aber in letzter Zeit verfolgt mich oft der Gedanke "Haben hätte"... gerade eben, weil ich mich nun nicht mehr dort einbringen kann.

    Ich habe überlegt, ob ich nicht noch einmal mit dem Ausbilder das Gespräch suchen soll. Wir sind in einer neutralen bis guten Stimmung auseinander gegangen, wenn auch sich nie jemand dafür interessiert hat, warum ich gehen wollte (was mich noch heute beschäftigt). Mit der IHK konnte ich abklären, dass ich theoretisch zurück könnte.
    Aber ich weiß selbst nicht so genau, was ich will. Ich denk immerzu an diesen einen Amtsbereich und auch die Sicherheit, die der Abschluss gebracht hätte. Andererseits muss ich auch offen sagen, dass ich in der Ausbildung nicht bloß 5 Minunten über ein Zweitstudium nachgedacht habe, sondern viele Monate. Vielleicht habe ich meine Chance verkannt, vielleicht habe ich sie jetzt genutzt? Ich weiß, dass sich die Frage nicht beantworten lässt, aber sie ist eben doch Bestandteil meiner Gedanken. Ich könnte auch Praktika im Bezug auf das Studium in den Sozialämtern machen.

    Ich denke, ich würde jetzt genauso zweifeln, hätte ich die Ausbildung anstelle des Studiums fortgeführt.

    Ich würde mich freuen, wenn jemand einen Rat hat oder zumindest seine Gedanken hierzu äußert.

    Danke!
    Gast 898

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  3. #2
    Registriert Avatar von CHOcell
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    Standard AW: Ausbildung fortführen

    Hallo Gast,
    manchmal gibt es Entscheidungen im Leben, die so schwerwiegend sind und den Rest des Lebens stark beeinflussen. In deinem Fall war es ein Scheideweg, bei dem sich das für und wider wohl aufgewiegt hat, sonst hättest du nicht so lange überlegt.
    Und das ist es: Du hast lange überlegt, du hast es dir icht leicht gemacht. Was wäre wenn - Gedanken bringen dich nciht weiter. Deine Entscheidung wird für irgendetwas in deinem Leben sehr wichtig gewesen sein, das ist nicht immer mit Logik zu begründen.
    Akzeptiere deine Entscheidung, schaue nach vorne, hadere nicht mit dir. Es ist gut so wie es ist, und du kannst die Zeit nicht zurückdrehen.
    Schaue nach vorn und nutze dein Studium

    Alles Gute.
    _____________________________________________________________

    Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die du nicht trägst.


    Manchmal braucht das Herz etwas mehr Zeit, um zu akzeptieren, was der Verstand längst weiß.

  4. #3
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    Standard AW: Ausbildung fortführen

    Wenn Du geschrieben hättest, dass Du eine Kurzschluss-Kündigung ausgesprochen hast und es jetzt bereust, dann wäre die Antwort klar, oder?

    Aber Du hast Dich beschäftigt, Du hast das Für und Wider beleuchtet und ENTSCHIEDEN. Belass es dabei. Weißt Du: egal, welchen Weg Du gehst – Du wirst quasi immer das „verpassen“, was Du bei dem nicht begangenen Weg hättest gelernt, getan, erlebt. Meinst Du nicht, dass es sinnlos ist, sich über das hätte/wäre/wenn Gedanken zu machen? Das einzige, was bei diesen Gedanken, vor allem, wenn sie einen nicht loslassen, passiert: Du verpasst das Hier und Jetzt. Und am Ende sagt man sich dann: hätte ich doch; wäre nicht das und das ….; wenn ich doch!
    Somit eine selbsterfüllende Prophezeiung.

    Somit bleibt nur eins: Steh zu Deiner Entscheidung! Und zieh sie durch. Schau nicht zurück.

    Und noch eins: wenn Du eine Ausbildung angefangen hast und jetzt studieren möchtest, kannst Du ja noch nicht so alt sein – sei mir bitte nicht böse: aber mit Anfang 20 oder so sich schon mit Sicherheitsgedanken zu tragen (sicherer Job) ist m.E. nicht so toll. Das führt nur dazu, dass man sein eigenes Potenzial nicht nutzt, sondern wegen der Sicherheit in Situationen verharrt, die man – wenn man die (angebliche) Sicherheit mal außen vorlässt – NIEMALS aushalten würde, sondern immer nach einer anderen Lösung sucht. Und letztlich geht es Dir ja auch nur um 2 Bereiche, die Dir gefallen haben – was machst Du, wenn Du da nie wieder hinkommst? Dann lebst Du ein Berufsleben, dass Dir total verhasst ist.

    Mach Dein Studium, hab Freude dran – wer weiß, was sich danach ergibt.


  5. #4
    Gast
    Gast

    Standard AW: Ausbildung fortführen

    Ich danke euch für eure Antworten.

    Ich bin hin- u. hergerissen zwischen all dem und zweifel permanent an meiner Entscheidung. Es ist sehr widersprüchlich, weil ich mit meinem Studium mich höher qualifizieren wollte als mit der Ausbildung, im Prinzip jedoch einen sehr ähnlichen Wirkungskreis fokussiere. So beschäftige ich mich eben doch immer wieder mit der Frage, ob meine Entscheidung richtig oder nicht vollkommen naiv bis trotzig war. Zwar sind der Ausbilder und ich im Guten auseinander gegangen, dennoch frage ich mich persönlich, wie sehr ich hätte durchhalten müssen, um diesen letzten und doch schwerwiegenden Schritt zu machen.

    Ich weiß, dass ich mich auf meinen neuen Weg einlassen sollte, aber die Inhalte des Studiums spiegeln nicht wirklich das, was ich erwartet habe bzw. ist eben noch keine Orientierung innerhalb des Studiums erkennbar, was mich zusätzlich stark belastet.

    Am liebsten würde ich sofort wieder zurück gehen, weil ich a) nicht mehr an den Zweck meiner Entscheidung glaube und b) dementsprechend entmutigt bin. Hinzukommt eben c) dass im Nachhinein mein Voranschritt eher als Rückschritt wirkt.

    Ich versuche mich täglich zu motivieren, aber es will nicht so recht klappen.

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