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Thema: Ich bin ein Versager...

  1. #1
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    Standard Ich bin ein Versager...

    Hallo liebe Mitglieder,

    ich schreibe hier im Forum, weil ich an einem Punkt in meinem Leben bin, an dem ich nicht mehr weitet weiß und niemanden zum Reden haben.

    Ich bin 24 Jahre alt ind befinde mich am absoluten Tiefpunkt. Meiner Meinung nach ist mein Leben nichts als eine Aneinandetreihung von Versagen... Alles, was mir je Spaß gemacht hat oder wichtig war, habe ich verloren oder bin daran gescheitert. Mit meinem Abitur bin ich extrem unzufrieden und genauso mit meinem Studium, eigentlich mit meinem ganzen Leben.

    Ich weiß nicht, ob ich einfach so ein schlechter Mensch bin und es nicht anders verdient haben, aber ich habe keine Freunde mehr. Bekanntschaften ja, aber keine Freunde. Im Laufe der Jahre ist alles auseinander gegangen und ich fühle mich schrecklich alleine.

    In meinem Studium (Ingenieursstudium) fühle ich mich wie ein Alien unter meinen Kommilitonen - Freunde habe ich nicht gefunden. Da es nur ca. 10% Frauen in meinem Studium gibt und die Männer dort in der Regel nicht mit Frauen befreundet sein oder einen nur ins Bett kriegen wolle , stehe ich alleine da.

    Das Studium ist sehr hart und obwohl ich sehr viel dafür getan habe, habe ich versagt und da ich im nächsten Semester meine Bachelorarbeit schreibe, ist daran auch nicht mehr viel zu ändern. Bis jetzt habe ich nur Absagen von Unternehmen bekommen, bei denen ich mich um eine Abschlussarbeit beworben habe, was mich auch nicht wundert.

    Ich bin einfach ein totaler Versager, strenge mich und bin trotzdem schlecht, fühle mich einfach viel zu dumm und unfähig für den Inenieursberuf. Ich habe keine Freunde und fühle mich schrecklich einsam. Hobbies habe ich auch keine mehr, ich traue mich schon fast nicht mehr, unter Leute zu gehen, aus Angst, dass sie mich ablehnen und auf mich herabschauen. Ich habe jegliches Selbstvertrauen und alle Hoffnung verloren...

    Am Liebsten würde ich noch einmal von vorne anfangen, aber dafür ist es wohl zu spät.
    Mit meinen Eltern kann ich nicht darüber reden, da sie selbst sehr erfolgreich sind und schon immer viel erwartet haben. In ihrer Gegenwart muss ich so tun, als ob alles bestens wäre und gut laufen würde. Meine Familie ist perfekt...meine kleine Schwester ist wunderschön, ehrgeizig, erfolgreich, zielstrebig, hat perfekte Noten und ist beliebt... Ich bin nichts als ein hässlicher Versager, den kein Mensch braucht. Ich hasse mich so sehr... Ich will einfach nicht mehr ich sein müssen...

    Der Einzige, mit dem ich darüber reden kann, ist mein Freund. Er ist sehr verständnisvoll und immer für mich da, aber ich weiß, dass er auch nicht alles aushalten kann...

    Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll. Ich hasse mich selbst so sehr, ich will morgens nicht mehr aufstehen und habe jede Hoffnung verloren, dass es irgendwann anders sein könnte.

    Bitte entschuldigt den langen Text, ich wusste einfach nicht mehr wohin mit meinen Gedanken...

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  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Ich bin ein Versager...

    Ohje, wo fange ich denn da an? Also erstens: Du hast einen Freund, der zu Dir steht - Du kannst gar nicht der einsamste Mensch der Welt sein
    Zweitens: Du bist eine Frau in einer Männerdomäne - herzlichen Glückwunsch, dass Du überhaupt soweit gekommen bist. Ich kann das beurteilen: Ich bin auch eine Frau in einer Männerdomäne. Der Anfang in diesem Terrain ist schwer. Es gibt Sexismus und Chauvinismus - keine Frage. Ich weiß das. Ich möchte trotzdem nichts mehr Anderes machen. Ich habe soviele nette Kollegen kennengelernt und bin mit einigen auch befreundet. Ich brauche gar keine Freundinnen mehr. Männer sind direkter und man muss sich durchsetzen können, aber es lohnt sich. Einmal akzeptiert, dann hast Du es leichter als unter Frauen

    Ja, ich studiere und arbeite lieber mit Männern als mit Frauen. Dass diese keine Frauen als Kumpel haben wollen oder nur ins Bett mit Dir wollen, ist etwas einseitig und unfair. Klar, es gibt solche Nummern, aber es gibt auch Andere. Geh' mal offen auf die Jungs zu.

    Kämpf' Dich durch den Bachelor - zur Not schreibe die Arbeit ohne Unternehmen. Brauchst Du nicht unbedingt.

    Kurz zusammengefasst:

    1. Du hast einen Freund
    2. Du hast ein fast abgeschlossenes Studium in einem Mangelberuf

    => Das Du Dich als Versagerin fühlst, ist eine falsche Wahrnehmung.

  4. #3
    GrayBear
    Gast

    Standard AW: Ich bin ein Versager...

    Hallo Liisy,

    entschuldige Dich nicht für Deinen Text, das hast Du nicht nötig. Jeder Mensch braucht von Zeit zu Zeit die Hilfe seiner Mitmenschen und die, die das nicht zugeben können, um so nötiger. Du hast den Mut, Dich dem zu stellen und dies auch noch vor einer community, die Du nicht einschätzen kannst. Dazu gehört schon was.

    Kann es sein, dass Du das Ingenieur-Studium nicht für Dich entschieden hast? Fühlst Du Dich als Alien, weil Du vielleicht wirklich ein Alien in diesem Umfeld bist? Wie kam es zu dieser Berufswahl?

    Unter uns: mit 24 ist es noch lange nicht zu spät für einen Neuanfang. Ich bin 55 und starte nächste Woche einen Job mit einer ganz anderen Richtung. Ich habe mit einem Handwerksberuf angefangen, habe dann BWL studiert, war zwischendurch Kellner, habe zwei Jahre in einem Berufskolleg unterrichtet und bin die letzten Jahre Programmierer gewesen. Lass Dir einen solchen Blödsinn also nicht einreden.

    Dass Dich Deine aktuelle Situation sehr "schlaucht" glaube ich Dir gerne. Die Ursache scheint mir zum Teil auch daran zu liegen, dass Du Dich immer wieder mit anderen Menschen vergleichst oder Dir anderer Leute/Eltern Messlatten zu eigen machst. Wozu sollte das gut sein? Ja, ich weiß, Benchmarking, bla bla bla. Dagegen kann ich nur setzen: "Alle Not kommt vom Vergleichen!". Lass Dir diesen Satz bitte erst einmal auf der Zunge zergehen. Du vergleichst Dich mit Deiner Schwester und nennst dabei die "gängigen Messpunkte". Aber das ist doch nicht das, was Dich oder sie ausmacht? In wessen Augen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du mit 24 vielleicht 20% von Dir kennst und Dein Potential noch lange nicht ausschöpfst. Und wenn Du betrachtest, wie viele Noten zustande kommen, dann sind deren Aussagekraft manchmal mehr als zweifelhaft. Wenn Du nicht in eine Schublade passt, GUT SO! Dann verbiege Dich auch nicht, es tut nur weh!

    Sind Deine Eltern wirklich so eingefahren? Manchmal können sie einen überraschen. Du hast bisher nach außen etwas anderes weiter gegeben, als Deine innere Wirklichkeit. Wunderst Du Dich dann, dass man Dich "falsch" einschätzt? Ja, Eltern wollen, dass alles bei Ihren Kindern "glatt läuft", aber sie wollen auch, dass es ihren Kindern gut geht. Vielleicht ist von Dir an dieser Stelle etwas Mut notwendig? Es ist Dein Leben und nicht das Deiner Eltern. Wie Du richtig schreibst: Du musst morgens damit aufstehen und damit ins Bett gehen und nicht sie.

    Ja, es ist manchmal wirklich nicht einfach, herauszufinden, was MEINS oder DEINS ist, vor allem wenn man gewohnt ist, auf der Welle der anderen mitzuschwimmen. Irgendwann gelingt einem da keine Differenzierung mehr und die eigenen Wünsche sind unter Schichten von Elefantenhaut vergraben. Aber sie sind noch da. Ein erster Ansatz: frag Deinen Freund oder andere Freunde, was er/sie sich für Dich vorstellen könnten. Trink ein Glas Wein und spinne vor Dich hin ... was wolltest Du schon immer mal machen? Und verkneif Dir keine Ideen mit der Messlatte: "Darf ich das ... kann ich das ...". Mir wurde von einem Pädagogen und Fachlehrer bescheinigt, dass ich keinerlei mathematische oder logische Begabungen hätte. Jetzt lebe ich seit Jahren davon und bilde andere Menschen darin aus. Vergiss die "fundierte" Aussage von anderen Leuten! Das ist zumeist egoistischer Bullshit!

    Was Du tun sollst? Erst mal tief durchatmen, Dich auf Deinen Allerwertesten setzen, Deinen Freund anstrahlen und eine Tasse mit Deinem Lieblingsgtränk füllen und dann sprich mir langsam und gefühlvoll nach: "So eine gequirllte Scheiße habe ich da am Laufen! Wie kam ich denn auf dieses schmale Brett!" Und dann lächle Dich an, denn Du bist Deine beste Verbündete und hast Dich nur ein wenig verlaufen, mehr nicht. Und dann wende einen psychotherapeutischen Trick an: Stell Dir vor, Du bist Deine gute Freundin, die Dir das alles eben erzählt hat. Was würdest Du Deiner guten Freundin raten? Atme nochmal tief durch und mache zwei Schritte zurück. Es brennt nichts, es ist nichts explodiert, Dein Freund ist hoffentlich auch noch da und grinst sich eins.

    Ja, Noten sind nicht unwichtig und nur Du kannst für Dich beurteilen, ob es Sinn macht, Dein Studium abzuschließen oder wirklich auf der Ferse umzudrehen und Deine Zelte woanders aufzuschlagen. Etwas abzuschließen ist meist ein Segen, aber jeder Tag am falschen Platz ist eine Verschwendung Deiner Talente. Und nochmal ja, um einige Entscheidungen wirst Du nicht rum kommen.

    Wenn ich so lese, wie Du Dich als Versager und was weiß ich noch alles beschimpfst, dann möchte ich Dir meinen Arm um die Schulter legen und Dir raten, Dich einmal mit den Augen Deines Freundes zu sehen. Meinst Du wirklich, er will, dass Du diese Scham und Schuld auf Deine Schultern lädst? Die haben da nichts zu suchen! Ich würde jeden am Kragen packen, der über meine Freundin einen solchen hanebüchenen Unsinn verzapft! Deine offenen Worte, Deine Ehrlichkeit und Gradlinigkeit öffnen Deinen Lesern Türen zu ihren eigenen Ängsten und verschütteten Wünschen. Dein Scherz hilft anderen Menschen, ihren eigenen Schmerz besser annehmen und fühlen zu können, weil Du ihnen klar gemacht hast, dass sie damit nicht allein sind.

    Ich möchte Dich bitten, genau Du zu sein, weil Deine Zeilen einen feinfühligen und aufrichtigen Menschen offenbart haben und davon kann es nicht genug geben. Ja, Du hast Dir ein schmales Brett für Dein Outing herausgesucht und Deine Hoffnung macht gerade einen Betriebsausflug, aber gib nicht auf. Frage einmal Deinen Freund, er soll drei gute Eigenschaften an Dir aufzählen. Ich bin mir sehr sicher, dass da mehr zusammen kommen. Hör auf, für jemand anderen zu leben, die Erwartungen von jemand anderem zu erfüllen. Dafür bist Du nicht auf dieser Welt. Du bist gold richtig und wer das nicht sehen kann, braucht ein Brille so dick wie Flaschenböden!

    Entschuldige Dich nie wieder für einen langen Text, er war ein Geschenk. Danke.
    Geändert von GrayBear (17.02.2016 um 23:36 Uhr)

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