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Thema: Berechtigte Panik oder arbeitsscheu?

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard Berechtigte Panik oder arbeitsscheu?

    Hallo, ich entschuldige mich schon mal im Vorfeld dafür, dass es wahrscheinlich ein etwas längerer Text werden kann.

    Zuallererst mein Lebenslauf. Aktuell 23 Jahre alt, habe ich 2011 mein Abitur gemacht und danach nach wenigen Monaten sofort mein Studium begonnen (Mediendesign). Während des Studiums arbeitete ich bereits freiberuflich für kleinere Startupunternehmen und designte Webseiten, Grafiken, Flyer, etc. Nun ist es so, dass meine Universität (möchte keine Namen nennen) einfach Müll war, doch das fiel mir, so doof ich bin, leider erst ziemlich spät auf, weshalb ein Wechsel oder ein Abbruch (4. Semester) auch nicht wirklich das Wahre gewesen wäre.
    Das Problem war, dass ich einfach nie das Gefühl hatte, etwas zu lernen, alles war nur absolut oberflächlich (welche Menüpunkte gibt es bei Photoshop, etc.) und außerdem fiel es mir extrem schwer, neue Freunde zu finden. Ich pendelte auch jeden Tag über 2 Stunden hin und zurück zur Uni. Mein normales Leben fand also bei mir Zuhause statt und mein Studium weit weg.

    Die Arbeiten, die ich simultan zum Studium erledigte, waren da auch keine große Hilfe mehr. Ich war immer nur der einzige Mediendesigner im Unternehmen und man verlangte von mir, dass ich alles perfekt konnte, schließlich hatte ich ja ein Studium am laufen, da muss man dass ja können. Ich habe mir dann immer alles mithilfe von Tutorials und Youtubevideos und extrem viel ausprobieren selbst beigebracht und mehr oder weniger alles zurechtgebogen. Es gab auch selten etwas zu tun, deshalb ging das eigentlich auch in Ordnung.

    Bei meiner letzten freiberuflichen Arbeitsstelle war es allerdings so, dass mein Chef (Familienunternehmen, Frau, Cousin, Bruder, alle verwandt - außer ich) das alles irgendwie zu selbstverständlich hinnahm. Er verlangte Dinge, die ich noch nie zuvor gemacht hatte und machte mir brutal Druck über Whatsapp und Telefon, dass es ja schnell fertig sein müsse. Auf meine Aussagen, dass ich es nicht könne kam nur die Antwort "es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen". Das Ende des Liedes war, dass ich irgendwann überstürzt das Arbeitsverhältnis gekündigt habe (hatte noch eine 800€ Rechnung offen, die ich nie bekam) und ging.

    Nun habe ich mein Studium abgeschlossen und bin für ein ziemlich gutes Einstiegsgehalt bei einer Softwarefirma angestellt, bei der ich seit einem Monat arbeite. Ich habe aber jeden Tag panische Angst, hinzugehen. Ich habe zwar eine Kollegin, die ebenfalls etwas mit Medien macht, aber wir sprechen so gut wie nicht miteinander und auch so kümmert sich eigentlich niemand groß um mich. Ab und an kommt der Chef vorbei und fragt, wie es läuft, doch da ich faktisch seit über einem Monat nichts zu tun habe, sauge ich mir eben etwas aus den Fingern. Ich sitze 8 Stunden in der Arbeit und arbeite davon vielleicht 1 oder 2 wenn es gut kommt, einfach weil mir niemand etwas zu tun gibt. Nun habe ich panische Angst, dass irgendwann jemand kommt und mich zur Verantwortung zieht, für all die Zeit, die ich nur untätig herumgesessen bin. Alle reden immer so selbstverständlich von ihrer Arbeit und ich sitze da und denke mir "Ohje, wenn ihr wüsstet, was bei mir los ist". Ich habe auch schon mit meinem Chef darüber geredet und er meinte nur "ja das ist normal in der Einarbeitung". Am nächsten Tag aber fragte er mich bei einem Meeting, ob ich das und das und das schon erledigt hätte, obwohl mir NIEMAND!!! irgendeeine Aufgabe dazu gegeben hätte. Anscheinend wird verlangt initiativ alles zu machen, selbst wenn man sich überhaupt gar nicht mit dem Unternehmen auskennt.

    Allgemein fällt es mir jetzt schon schwer, mich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Ich bekam vor einigen Tage einen Pullover mit Firmenlogo überreicht und sehe immer wieder Kollegen, die diesen fast jeden Tag voller Selbstverständlichkeit tragen. Ich selbst habe ihn nur dankend angenommen und zuhause in den Kleiderschrank geworfen, wo ich ihn ja nie wieder sehen muss. Meine Freundin ist auch keine große Hilfe, sie war es, die mich zu dem Gespräch mit dem Chef ermuntert hat. Und jetzt, da es gemacht wurde, will sie auch nichts mehr hören, dass ich mich unwohl fühle.

    Geht es allen Menschen so, dass sie die meiste Zeit nichts zu tun haben? Geht es allen so, dass sie nur für das Geld arbeiten? Es ist mein erster fester Beruf und ich bin nach einem Monat schon verzweifelt, dass der Rest meines Lebens jeden Tag GENAU SO sein wird!

    HILFE!

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  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Berechtigte Panik oder arbeitsscheu?

    Danke für deine Antwort!

    Es ist nur so, dass es hier leider nicht so extrem lustig ist.
    Meine Kollegin ist zwar recht nett, hat aber auch nicht wirklich viel zu tun und ist leider ebenso wenig gesprächig.
    Und ich traue mich nicht, ihr dauernd auf die Nerven zu gehen, wegen Arbeit, etc. Das habe ich am Anfang gemacht, aber dann kam eigentlich immer nur "eigentlich gibt es nicht viel für dich zu machen" und dann war ich wieder still.

    Klar bekomme ich Geld, aber trotzdem bin ich innerlich immer angespannt.
    Wenn der Chef reinkommt, versuche ich so beschäftigt wie möglich zu wirken, auch wenn er wahrscheinlich auch weiß, dass es wohl aktuell nicht so viel zu tun gibt.
    Zuhause mache ich mir immer Gedanken "machst du was falsch? Hast du etwas vergessen?".
    Meine Freundin meinte, mit der Zeit wird das alles und sie hat ja recht; selbst wenn ich etwas falsch mache, gehört es eben dazu, aber das muss ich innerlich auch erstmal akzeptieren :-(

    Hinzu kommt, dass es so viele Fachbegriffe überall gibt, die ich nicht verstehe und wenn dann der Chef sagt "ja du kannst ja das und das ins XYZ Cloudsharing" laden, ohne dass ich weiß wie das geht, dann werde ich noch panischer.

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