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Thema: Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

  1. #1
    JosephRuben
    Gast

    Standard Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

    Hi. Bin im Vertrieb Innendienst tätig, mache aber mehr oder weniger auch die Lagerhaltung, Einkauf und manchmal auch die Buchhaltung mit, verhandle mit Lieferanten und Kunden und organisiere ein bisschen den Verwaltungsbereich.

    Ich habe eine kaufmännische Ausbildung und Betriebswirt (2 Jahre Abendschule, nicht akademisch).
    Mein Verdienst: 2500 brutto. Mein Arbeitstag hat ca. 10 Stunden.

    Im Bekanntenkreis gibt es teilweise Ingenieure die etwas - so scheint es zumindest - übernatürliches studiert haben. Die trumpfen dann gerne auf und machen sich über mein Gehalt lustig. Nun lese ich hier aber auch von vielen arbeitslosen Akademikern. Gleichermaßen gibt es aber auch jemand der 1000 mehr wie ich verdient nur mit Ausbildung und dann entsprechender Förderung vom Unternehmen.

    Wie sieht denn nun die Realität aus ? Bin ich als unstudierter heute zweite Klasse ? Ist mein Gehalt wirklich so schlecht ? Wie lassen sich meine Chancen realistisch einschätzen bei einer Bewerbung noch einen besseren Job zu bekommen? Macht es Sinn sich unter Druck zu setzen und dabei nochmals ein akademisches Fernstudium in Angriff zu nehmen ohne 100%ige Überzeugung nur mit dem Ziel hinterher mehr zu verdienen ?

    Wieviel "Wert" hat ein zuverlässiger und gewissenhafter Mitarbeiter wie ich heute noch? Ist die geistige Kluft zw. studiert und nicht studiert wirklich so immenz ?

    Das sind einige Fragen, würde mich über etwas Resonanz sehr freuen.

    Gruß

    Joseph

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  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

    Zitat Zitat von JosephRuben Beitrag anzeigen
    Bin ich als unstudierter heute zweite Klasse ?
    natuerlich bekommst du als unstudierter in der regel (und nur in der regel) weniger als einer, der studiert hat.

    Ist mein Gehalt wirklich so schlecht ?
    fuer nicht studiert sind die 2500 brutto gar nicht schlecht, denke ich. die erwaehnten ingenieure lassen sich damit aber wohl nicht abspeisen.

    Wie lassen sich meine Chancen realistisch einschätzen bei einer Bewerbung noch einen besseren Job zu bekommen?
    probiers doch aus...

    Macht es Sinn sich unter Druck zu setzen und dabei nochmals ein akademisches Fernstudium in Angriff zu nehmen ohne 100%ige Überzeugung nur mit dem Ziel hinterher mehr zu verdienen ?
    NEIN!

    ein akademisches fernstudium macht durchaus sinn, die fernuni hagen ist prima. und ich kann mir durchaus vorstellen, dass du damit dann mehr verdienen kannst.

    aber ohne diese 100%ige ueberzeugung, ohne den 100%igen willen, das durchzuhalten und viel, viel zeit in das studium zu investieren? nein, ohne das gelingt ein studium eh nicht. interesse an der sache ist absolut notwendig, du musst das wirklich lernen wollen, sonst wird das nichts.

    mein fettes "NEIN!" bezieht sich also auf deine worte "ohne 100%ige Überzeugung nur mit dem Ziel hinterher mehr zu verdienen". haettest du das nicht geschrieben, dann haette ich dir die fernuni durchaus empfohlen.

    Wieviel "Wert" hat ein zuverlässiger und gewissenhafter Mitarbeiter wie ich heute noch?
    das siehst du doch auf deinem gehaltszettel: 2500 brutto.

    (ok, vielleicht bekommst du ja woanders ein bisschen mehr, wenn du dich mal bewirbst. aber in die groessenordnung ingenieur wirst du wohl so einfach nicht kommen.)

    Ist die geistige Kluft zw. studiert und nicht studiert wirklich so immenz ?
    ja natuerlich ist da eine massive kluft. was meinst du, wieso die arbeitgeber die studierten so dringend haben wollen, dass sie dafuer so hohe gehaelter zahlen? und was meinst du, wieso die leute so lange studieren?

    wenn man im studium 5 jahre lang aufgaben bearbeitet, bei denen jemand, der nur abitur und berufsschule gemacht hat, nicht einmal annaehernd auch nur die aufgabenstellung versteht, dann hat man hinterher natuerlich mehr drauf als der unstudierte.

    ich mein, stell dir mal vor, du muesstest, untrainiert, einen marathonlauf machen gegen jemanden, der die letzen 5 jahre nichts anderes gemacht hat als 7 tage die woche fuer marathonlaeufe zu trainieren. was meinst du wohl, wer gewinnt? nach einem kilometer siehst du den ja schon gar nicht mehr, und wahrscheinlich kommst du nicht mal im ziel an.

    aber so wie muskeln (und beim marathon wohl auch herz und lunge) trainierbar sind, so ist auch das gehirn ein trainierbares organ. mit einem unterschied vielleicht: muskeln sind schneller wieder abgebaut, wenn das training eingestellt wird. das gehirn kann zwar auch wieder aus der uebung kommen, aber dieser verlust ist relativ gering und ansonsten zahlt sich das training lebenslang aus. auch ist die zeit eines leistungssportlers irgendwann vorbei; das hirn dagegen scheint mit im lauf der zeit eher noch an faehigkeiten zuzunehmen.

    also, ueberleg dir halt, ob du das jahrelange marathon-training machen willst. wenn du es tust, winkt am ende vielleicht hoher lohn. aber rechne damit, dass das training dir soviel abverlangen wird, dass dir der (mehr-)lohn am ende doch gering erscheinen wird, wenn du ihn mit dem hohe aufwand vergleichst. wenn du das trotzdem willst, weil du einfach unbedingt ein guter marathon-laeufer werden willst, egal ob dir das ruhm, ehre und geld bringt oder nicht, ja dann mach es. aber halbherzige versuche, so nur jeden zweiten tag mal ne halbe stunde, so nach dem motto "ich probiers mal ein bisschen" und nur um mehr geld zu bekommen, nee, so n scheiss kannst du dir gleich sparen. das wird nix.

  4. #3
    JosephRuben
    Gast

    Standard AW: Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

    Hallo Gast. Deine Worte sind für mich leider sehr ernüchternd. Ich habe einen Job in dem ich nicht nur stupide gleiche Arbeit jeden Tag leiste, sondern auch mitdenken muss, Verantwortung habe usw..

    Weshalb überhaupt mein Vergleich mit Studierten? Nun weil ich mich vielleicht auch von deren Gerede beeinflussen lasse. Deshalb war meine Frage ja auch auf die Realität bezogen, ob es wirklich immer so rosig ist wie es aussieht, und ob es immer noch genügend Menschen gibt die eben nicht studiert haben und trotzdem ihr Geld verdienen.

    Fernuni schön und gut, das kostet wieder einen Haufen Geld und mit 30 sowas noch anfangen ??? Und damit werde ich auch nicht gleich 1000 mehr verdienen, mit Steuerprogression dann vermutlich ein Nasenwasser für die Schufterei.

    Überhaupt wäre die einzige Motivation nur um hinterher mehr Geld zu verdienen, das höre ich aber auch von anderen Studenten oft. Frage mich ob da überhaupt noch einer aus Überzeugung irgendwas studiert, geht doch immer nur ums Geld.

    Und was würdest du auf die Frage antworten ob man nur ein glückliches Leben führen kann wenn man studiert hat?

  5. #4
    Gast
    Gast

    Standard AW: Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

    [QUOTE=
    Und was würdest du auf die Frage antworten ob man nur ein glückliches Leben führen kann wenn man studiert hat?[/QUOTE]

    Gegenfrage: Seit wann wird Glück an Bildung gemessen?

  6. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Wie sieht die Realität aus? Studiert VS nicht studiert und Bewerbung

    Zitat Zitat von JosephRuben Beitrag anzeigen
    Fernuni schön und gut, das kostet wieder einen Haufen Geld und mit 30 sowas noch anfangen ???
    na, warum nicht - du bist 30, nicht 100.

    dein arbeitsleben dauert noch 37 jahre; wenn du davon noch 10 jahre nebenberuflich studierst, bleiben immer noch 27 jahre uebrig. also von daher ist das absolut ok, selbst dann wenn du nur fuers erwerbsleben studierst.

    und die kosten, naja, das sind ein paar hundert euro im semester (jedenfalls bei fernuni hagen), das ist mit deinem gehalt locker finanzierbar. also daran sollte es nicht scheitern.

    Und damit werde ich auch nicht gleich 1000 mehr verdienen, mit Steuerprogression dann vermutlich ein Nasenwasser für die Schufterei.
    das kann durchaus sein.

    und das moechte ich dir gern auch begreiflich machen: guck nicht so neidisch und missguenstig auf die gehaelter der studierten. was die mehr verdienen, das ist echt sauer verdiente kohle. ohne studium konntest du jahre eher geld verdienen, die studierten brauchen jahre, um diesen einkommensverlust am anfang wettzumachen. danach haben sie vielleicht was mehr, aber dafuer haben sie auch jahrelang geschuftet (ihr gehirn rauchen lassen).

    und wenn du meinst, deren weg sei besser gewesen, dann brauchst du dich auch nicht graemen, dann mach es halt so wie sie und studiere noch. aber dann wunder dich nicht, wenn das schwierig wird. die meisten studienanfaenger geben irgendwann auf. nur ein teil haelt durch.

    die frage ist auch wirklich, was dir das studium braechte. ich bin mal so von BWL an fernuni hagen ausgegangen. ich bin nicht sicher, aber ich fuerchte, BWL bringt auf dem arbeitsmarkt weniger als ingenieur. wenn du pech hast, geht es dir wie meiner frau, die wie ich BWL an der fernuni gemacht hat. mal vereinfacht gesagt: wenn sie nun versucht, als BWL-berufsanfaengerin eine stelle zu bekommen, kriegt sie weniger, als sie mit all der berufserfahrung, die sie inzwischen gesammelt hat, in ihrem derzeitigen job kriegt. sie haette gern einen bestimmten deutlich hoeher qualifizierten job gemacht, aber als wir uns erkundigt haben, stellte sich halt raus, dass ihr das kein geld gebracht haette sondern sie echt weniger gehabt haette. d.h. das studium bringt ihr nichts. (und ich hab eh mehr als hobby an der fernuni studiert.)

    denkbar also, dass du, wenn du in 10 jahren MBA bist, als solcher weniger verdienen wuerdest als du bis dahin (mit steigender berufserfahrung und die karriereleiter etwas hochkletternd) auch so verdienst.

    deshalb mein ich, man sollte nicht nur wegen geld studieren. es muss einfach auch das interesse da sein. meine fernstudien werd ich nie bereuen, auch wenn sie mir letztlich kaum beruflichen vorteil gebracht haben.

    (eh du nun aber meinst, studium bringe eh nie was: meine frau hatte vorher schon so n halbes studium; haette sie das nicht gehabt und ein gehalt gehabt wie ihre untergebenen ganz ohne studium, dann haette ihr der BWL-abschluss vielleicht doch was gebracht. mich darfst du auch nicht zaehlen, weil ich vorher schon ein richtiges studium hatte. meiner schwester, die auch nach einem richtigen studium einen MBA nachgemacht hat, hat das tatsaechlich sogar eine neue stelle eingebracht, zwar mit leicht weniger geld, aber dafuer mit ertraeglich viel stress verglichen mit dem alltaeglichen wahnsinn im vorherigen job.)

    Und was würdest du auf die Frage antworten ob man nur ein glückliches Leben führen kann wenn man studiert hat?
    doch, sicher kann man das.

    solang man nicht griesgraemig wird beim neidischen blick auf den gehaltszettel des studierten kollegen, geht das. :-)

    wenn man unheimlich interessiert an einem fach ist und auch entsprechend talentiert, dann sollte man wohl doch studieren, sonst bereut man es nachher lebenslaenglich.

    aber sonst kann man auch ohne studium gluecklich werden. auch wenn man dann vielleicht "nur" 2500 brutto hat. (manch anderer kann von so einem gehalt nur traeumen!)

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