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Thema: Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

  1. #1
    Registriert Avatar von herz ohne herz
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    Standard Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

    Hallo,

    es ging damals um die Nichterziehung durch meine Mutter.
    Sie hat den ganzen Tag vor dem Fernseher verbracht und in ihrer Liebe und Güte Essen gekocht.
    Als Kind wurde ich sexuell mißbraucht.

    Meine Mutter hat mich 20 Jahre gequält, der Typ lediglich 5 Minuten. Es ging für mich darum wie geht es weiter für mich in meinem Leben. Ich habe meinem Therapeuten nicht von dem Missbrauch erzählt. Es war mir einfach nicht wichtig.

    Ich war 20 - in der Gruppentherapie war eine Frau 32 - Alkoholikerin. Wir haben uns ab und an bei ihr getroffen. Irgendwann wurde sie nervös und griff zu einem Bier. Ich habe sie an mich gedrückt und habe sie einfach nur gehalten. Wir haben dann zusammen das Bier weggeschüttet. In der nächsten Stunde hat sie mich Engel genannt.

    Wir sind spazieren gegangen haben uns dabei auch umarmt. Einmal waren wir in einem Park. Ich habe mich an einen Baum gelehnt und sie hat ihren Kopf bei mir angelehnt. Irgendwann bei ihr wollte sie mehr aber ich wollte nicht. Ich habe mich ihr anvertraut und sie darum gebeten: behalte es für dich. Sie hat mir ihr Ehrenwort gegeben.

    Am nächsten Tag in der Therapie hat sie dann ihr Versprechen gebrochen.

    Mein Therapeut hat sie gefragt: wollten sie sich an Männern rächen? Nein. Haben sie getrunken? Nein.
    Was ist ihr Ehrenwort wert? nichts. Er hat sie aus der Gruppentherapie rausgenommen.

    Sie hat ihren Ex Monster genannt. Sie fragte meinen Therapeuten: habe ich ein Monster wie meinen Ex erschaffte? er: nein - aber sie haben ein solides Fundamt geschaffen.

    Eine Woche später hat mein Therapeut erzählt: sie hat versucht sich das Leben zu nehmen. Sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten.

    Als ich zur Abendschule fahren wollte hat sie auf mich gewartet. Ich habe ihr meine Verachtung gezeigt und in meinen Augen war Hass.

    Mein Therapeut sagte: Er hat etwas geschafft was keine Klinik und kein Therapeut geschafft hat - sie vom Trinken abzuhalten. Jahre später hat sie mir einen Brief geschrieben. Leider hat sie wieder angefangen zu trinken - aber ich konnte ihr nicht mehr vertrauen.

    Warum hat sie ihr Versprechen gebrochen?
    Mein Therapeut hat sie mehr oder weniger als Dreck hingestellt. Was ist ihr Ehrenwort wert?
    Ich empfand das als sehr hart.

    Wie denkt ihr über diese Situation?
    Verbesserte Rezeptur!
    Aber für wen wurde nicht gesagt.

    Ein Nein ist ein Nein.
    Aber 1967 wusste ich das nicht.







  2. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

    Warum lebst du weiter in der Vergangenheit, du machst dich so zum ewigen Opfer, für wen?
    Die andern, die Vergangenheit, was passiert ist bleibt, das geht nie weg aus deinem Kopf, du nutz es um anzuklagen, auch wenn die Menschen die waren nicht mehr existent sind, dein Leben lang.
    Vertraue nicht jeder Hand die zu dir gestreckt wird, es gibt auch welche die dich unten halten sollen.
    Manchmal muss man den Falschen kennenlernen, um zu realisieren, wer der Richtige war.
    Und sobald du die Antwort hast, ändert das Leben die Frage!
    Das Leben ist wie ein Buch.
    Jeden Tag blättert das Schicksal eine Seite um.
    Soll heißen, das Leben findet immer neu statt, jeden Tag, es ist nicht alles für immer.
    Wer nicht abschließen kann mit dem was war, wird nie frei sein:
    Man ist nicht enttäuscht von dem, was ein anderer tut oder nicht tut, sondern nur über die eigene Dummheit, etwas anderes erwartet zu haben.





  3. #3
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    Standard AW: Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

    Ich denke, es gibt sowas wie ein geistiges Naturgesetz. Es lautet in etwa so:

    Wir treffen jeden Tag viele Entscheidungen. Je öfter wir gute Entscheidungen treffen, je schwerer fällt es uns, auch eine schlechte Entscheidung zu treffen. Und umgekehrt: Je öfter wir schlechte Entscheidungen treffen, je schwerer fällt es uns, gute Entscheidungen zu treffen.

    Und dann eben kann es zu einer Lebenssituation kommen, in der Menschen das Gute nicht mehr können, auch wenn sie es wollen und versprechen. Sie geraten in Abhängigkeiten, wie z.B. Alkohol oder Drogen oder Menschen, die ihnen übel mitspielen. Sie könnten aus der Abhängigkeit herauskommen, aber auch hier ist wieder wenigstens eine gute Entscheidung erforderlich. Man kann niemanden zu guten Entscheidungen zwingen.
    * Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen sondern ewig leben.

    * Das Leben der Menschen, die auf Gott hören, gleicht einem Sonnenaufgang. Es wird heller und heller, bis es völlig Tag geworden ist. Aber das Leben derer, die Gott missachten, ist wie die finstre Nacht. Sie kommen zu Fall und wissen nicht, worüber sie gestolpert sind. (Sprichwörter 4, 19)

  4. Für den Beitrag dankt: herz ohne herz





  5. #4
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    Standard AW: Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

    Hallo,

    ja Gast es stimmt - es ist Vergangenheit.

    Ich war 20.
    Der erste Mensch den ich Umarmt habe.
    Der erste Mensch dem ich vertraut habe.
    Acht Tage vorher waren wir zusammen dann erfahre ich: dieser Mensch hat versucht sich umzubringen.

    Wir reden nicht über einen Korb - oder ein geplatztes Date.
    Ein Mensch hat versucht sich das Leben zu nehmen und ich muss mir die Frage stellen:hab ich alles richtig gemacht.

    Vielleicht ist es kein Thema für dieses Forum.
    Geändert von herz ohne herz (13.01.2017 um 18:28 Uhr)
    Verbesserte Rezeptur!
    Aber für wen wurde nicht gesagt.

    Ein Nein ist ein Nein.
    Aber 1967 wusste ich das nicht.





  6. #5
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    Standard AW: Es ist lange her aber es bewegt mich immer noch:

    Hallo,

    vielleicht hat sie den Missbrauch erwähnt, weil eine Therapie keinen Sinn macht, wenn über etwas so Wesentliches nicht gesprochen wird. Du schreibst, es "sei dir unwichtig erschienen", daher habest du es nicht erwähnt.
    Das ist recht widersprüchlich, denn wenn es dir so unwichtig wäre, hätte dich der "Verrat" nicht so hart getroffen.
    Menschen sind Menschen. Sie wollte dich sicher nicht verletzen, sondern dir entweder helfen oder sie hat sich gedankelos verplappert.
    Lass die Vorwürfe los. Und sie wird sich auch nicht deshalb "die Pulsadern aufgeschnitten" haben, sondern war eine labile Trinkerin, die so etwas sicher nicht zum ersten Mal machte.
    Ich würde versuchen, den sexuellen Missbrauch zu verarbeiten und mit jemanden (professionell) darüber zu reden, damit dieser Punkt in deinem Leben enttabuisiert wird.

  7. Für den Beitrag dankt: herz ohne herz





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