Hallo Zusammen,
folgender Sachverhalt: Ich bin 25 Jahre alt, gesund und habe halbwegs was im Kopf.
Naja, nach meinem Abschluss auf der Realschule ging ich auf die Höhere Handelsschule, um dort mein "Fachabi" zu machen. Zu spät fiel mir auf, dass der Besuch einer Wirtschaftsschule eigentlich gar nicht mein Wunsch, sondern eher der meiner Familie und meiner damaligen Teenieliebe war. Mit 19 verließ ich dann die Schule und machte erstmal meinen Wehrdienst.
Dort stellte ich mich gut an und wurde dann Zeitsoldat mit einem Vertrag für 4 Jahre. Gefiel mir alles auch ganz gut soweit. War 3 Mal im Einsatz und die Verlängerung meines Vertrages und der damit verbunden der Wechsel in eine andere militärische Laufbahn, mit der Option, eines Tages Berufssoldat zu werden, war schon im gange.
Dann kam ich im Dezember 2007 das letzte Mal aus Afghanistan zurück und hatte ernsthafte Gewissenskonflikte, was die Rolle der Bundeswehr angeht. So entschied ich mich dann dazu, nicht länger beim Bund zu bleiben.
Im April 2008 war ich dann draußen, zog in eine neue Stadt und hier sitze ich nun. Fast zwei Jahre später und ich kann Rückblickend sagen, dass ich absolut nichts erreicht habe. Ein paar unbefriedigende Aushilfsjobs, Helfertätigkeiten aud Baustellen, die mir kaum Geld, dafür aber den neusten Klatsch der Bild einbringen. So geht es nicht weiter und ich kann einfach mehr. Eine Ausbildung habe ich bisher nicht bekommen, wird wohl auch nichts mehr, da ich einfach zu alt bin. Außerdem stellt sich seit ein paar Monaten ein neues, mir bisher nicht bekanntes Problem in den Weg. Mein Vater ist Araber, meine Mutter Deutsche. Ich sehe entsprechende dunkel aus. Irgendwie schreckt das potenzielle Arbeitsgeber immer häufiger ab, manchmal denke ich mir das einfach nur, oft wird es aber auch direkt angesprochen. Der heftigste Fall war, als mir der Chef einer Baufirma sagte, dass er keine Bombenleger in seiner Firma haben will.
Nun, langsam mal zum Kern. Ich bin inzwischen wirklich verzweifelt und verliere immer mehr meine Selbstachtung. Deßhalb habe ich mich entschieden, es nochmals mit Abi zu versuchen. Mein Plan ist folgender: Ich möchte gerne ein Praktikum im sozialen Bereich machen, damit verbunden Fachabi an einer entsprechend ausgerichteten Schule und dann als Fernziel ein Studium der sozialen Arbeit.
Doch kann mir niemand erklären, wie das läuft. Ich habe von mehreren Leuten, aber auch Behörden gehört, dass ich mein Fachabi bekommen kann mit
1. mittlerer Reife+ Jahrespraktikum
2. mittlerer Reife + Jahrespraktikum+ anschließender bzw. nebenher laufender Berufsschule (s.O.)
3. nur über Abendgymnasium
4. nur durch eine abgeschlossene Ausbildung
Wie gesagt, alle sagen was anderes und mein Googleskills sind offensichtlich nicht die besten, deßhalb bitte ich hier um Mithilfe. Wie bekomme ich mein Fachabi und was für Möglichkeiten hätte ich als Praktikant bzgl. BaFöG o.Ä.? Bitte kein Höhrensagen, sondern Fakten. Trotzdem suche ich derzeit schon eine Praktikumsstelle, da ich mir ziemlich sicher bin, dass der 2. von mir aufgelistete Punkt der Wahrheit entspricht. Leider läuft die Suche beisher nicht besonders erfolgreich, obwohl es hier in Aachen unglaublich viele entsprechende Einrichtungen gibt. Aber im neune Jahr wird ja bekanntlich alles besser.
Vielen Dank und ein frohes Neues



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