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Alt 14.03.2010, 16:19   #1
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Standard Ein Leben mit WoW geht zu Ende

3 Jahre. 3 Jahre habe ich Zeit und Arbeit für WoW geopfert. Was anfänglich ein reines lustiges Spiel war, wurde schnell zum Großteil meines Lebensinhalts. Ständig erfand ich neue Ausreden um mehr Zeit mit WoW zu verbringen. Ich lernte viele Leute kennen, spielte mit ihnen und sah nicht mehr, dass abseits des PCs auch eine Welt existierte. Die reale Welt. Meine Mutter warf mir immerzu vor, ich würde immer nur vor dem PC sitzen. Und das, seit ich 16 bin. Am 27. März werde ich 20 Jahre. Wenn ich zurückblicke auf diese Jahre, dann sehe ich nichts. Ich hatte mich in der Welt von Azeroth verirrt. Es ist erschreckend, dass ein simples Spiel die Menschen so ansich binden kann.
Ich hab meine Hobbys vernachlässigt. Ich wollte gerne wieder Badminton spielen, aber meine Gilde wollte raiden. Also wurde nichts drauß. In WoW lebt man von dem Spruch "Von nichts kommt nichts". Immer mehr Zeit muss investiert werden um voran zu kommen, sonst macht das Spiel keinen Spaß. Insgesamt verbrachte ich 87 Tage, 1 Stunde, 25 Minuten und 1 Sekunde nur mit dem Spielen von WoW. Und das nur mit einem Charakter Stufe 80. Ich habe 2 weitere 80er.

Auch wenn ich für meine Abi-Prüfungen WoW zur Seite gelegt habe, so wandelte ich immer auf diesem schmalen Grad, auf dem es sich entscheidet ob man der Sucht komplett verfällt oder nicht. Das Risiko zu kippen, ist hoch. Ich wünsche mir mein altes Leben vor WoW zurück. Damals, als mir noch nicht einmal der Name bekannt war.

Vor 15 Minuten war ich online, um das letzte mal meine Charaktere anzusehen. Danach habe ich mich ausgeloggt und meinen Account gekündigt.

Dass ein einziger Klick so schwer sein kann, hätte ich nicht gedacht. Und ich weiß nicht recht, wie ich mich fühle. Auf der einen Seite erleichtert. Auf der anderen Seite habe Angst, mit meiner neuen Zeit nichts anfangen zu können. Wie wirds jetzt weitergehen? War es richtig aufzuhören? Was, wenn ich wieder anfange?

Ich muss dazu sagen, dass ich in den letzten 2 Monaten sehr wenig WoW gespielt habe. Einige Freunde hatten aufgehört und das Spiel bot somit keinen nennenswerten Reiz mehr für mich. Das Ende meiner Spielzeit kam schleichend; ich habe es erwartet aber als der Moment kam, endgültig aufzuhören, kam ich ins Straucheln und ins Zweifeln. Aber wozu monatlich 13€ zahlen, wenn ich keine Lust mehr habe zu spielen? Dazu kommt noch, dass ich seit September eine Ausbildung mache und ich meinen Feierabend nicht mit WoW verbringen will.

Trotzdem schmerzt es irgendwie, die heißgeliebten Charaktere hinter sich zu lassen. Denn mit ihnen hat man ja alles in WoW erlebt. Es ist verrückt, ich weiß, aber nach 3 Jahren WoW identifiziert man sich fast schon mit seinem MainChar. Man ist stolz auf ihn. Auf sich. Nicht alle haben es soweit gebracht. Sie jetzt quasi im Stich zu lassen, schmerzt am meisten, so verrückt das auch klingt.

Dennoch muss es sein.

WoW ade, ich hoffe, wir werden uns nicht mehr wiedersehen.
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Geändert von Cyberfox (14.03.2010 um 16:25 Uhr)
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Alt 14.03.2010, 16:33   #2
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Standard AW: Ein Leben mit WoW geht zu Ende

Hallo Cyberfox,

Ich gratuliere dir zu diesem Schritt und ich kann dir zu 100% nachfühlen wie es ist, denn auch ich war mehrere Jahre in der WoW-Welt gefangen mit allem drum und dran.
Zum Schluss ging es soweit, dass ich kaum 2-3 Stunden geschlafen habe, weil ich nur noch für dieses Spiel gelebt habe, ich war Raidleaderin, musste die Seite verwalten, DKP, den ganzen Kram. Wir waren die erfolgreichste Gilde auf Hordeseite auf unserem Server und von daher viel Anspruch, kennst du bestimmt alles.
Ich bin jetzt schon fast 1 1/2 Jahr *clean* und es war die beste Entscheidung meines Lebens aufzuhören. Es macht einen systematisch kaputt, schottet einen von der Außenwelt ab, man denkt doch überhaupt an nichts anderes mehr und den Spruch "Von nichts kommt nichts" kenne ich nur zu gut. Bei mir war ausschlaggebend, dass ich eine Pause von nur 1 Monat einlegen wollte, meine Gilde inkl. Gildenmeister ist fast durchgedreht und hat es mir verweigert. Ich meine, "Hallo?!?!?", selbstbestimmtes Leben wo bist du?
Ich habe aufgehört, sofort, dieses Spiel kann und darf einfach nicht das Leben von Menschen bestimmen und doch tut es das und immer mehr Menschen geraten in die Fänge...
Ich freue mich, dass du den Absprung geschafft hast und ich hoffe du hälst es durch fernzubleiben, denn lass dir von mir sagen, es lohnt sich! Ich habe es nicht 1 Sekunde seit meinem Aufhören bereut! Trau dich, es gibt soviel hier draußen zu entdecken und wenn man Lust zu zocken hat gibts es geniale Offlinespiele (die ich sehr gerne zocken, aber hey, man ist der Boss, kann speichern und rausgehen leben und das Spiel wartet auf dich bis du wieder Lust hast dich dranzusetzen).

Verständnisvolle Grüße
Nazara
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"Das Bemühen, das Universum zu verstehen, ist eines der ganz wenigen Dinge, die das menschliche Leben ein wenig über die Stufe einer Farce erheben, und gibt ihm etwas von der Anmut der Tragödie." - Steven Weinberg

"Angst wird nicht bestimmen wer ich bin!" - Commander Shepard

Geändert von Nazara (14.03.2010 um 16:39 Uhr)
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Alt 14.03.2010, 18:19   #3
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Standard AW: Ein Leben mit WoW geht zu Ende

Letztendlich kann euch so etwas überall passieren. Mein Kollege betrachtet ebenfalls zähneknirschend seine Jugend als Handballspieler. Vier mal die Woche Training, dazwischen alle möglichen Spiele und sonstigen Verpflichtungen. Und nach dem Austritt versuchte noch der Trainer ihn persönlich davon zu überzeugen, doch wieder anzufangen.

Ich zocke selber seit fünf Jahren MMORPGs... Flyff, RoM, Dofus, Shaiya, derzeit auch WoW, bin aber noch von keinem davon süchtig geworden. Ein Fehler, wohl der massivste, den viele dabei begehen ist, das sie sich zu sehr verpflichten lassen. Man muss in keiner Gilde sein, die tägliche Anwesenheit voraus setzt, nur weil sie ganz oben mit dabei ist. Alternativen, die nur aus Wochenendspielern bestehen und dabei bleiben gibt es genügend. Und manchmal muss man dann auch "Nein" zu sich selber sagen können. Heute morgen z.B. hatte ich selber massiv Lust, an meinem Mage zu arbeiten. Stattdessen räumte ich mein Zimmer auf und der PC blieb aus. So kann man schon effektiv von Beginn an seine Spieldauer selbst kontrollieren.
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"Das Mittelalter ist keine Epoche,
sondern der Name der menschlichen Natur."
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Alt 16.03.2010, 21:10   #4
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Standard AW: Ein Leben mit WoW geht zu Ende

Schließe mich Seth an.

Spiele selbst nun schon seit ca.3-4 Jahren WoW bin aber weder süchtig noch abhängig von diesem Spiel. Anfangs war ich zwar ziemlich oft online aber da war ja noch alles so schön neu und aufregend. Ich spiele hin und wieder am WE, bin auch mal unter der Woche online hab aber keine Entzugserscheinungen wenn ich mal ne zeitlang nicht spiele.
Ich bin in einer reinen Freundesgilde, da kann jeder machen was er will. Ich muss mich im realen Leben schon an die eine oder andere Regel halten, da lass ich mir doch in einem Spiel nicht vorschreiben was ich zu tun hab oder wann ich online sein muss. Und mit Raids hab ich es sowieso nicht so dolle, bin mehr im PvP / Arena zu treffen.
Ich kann nur für mich sagen dass ich niemals mein Leben den Bach runtergehen lassen würde für WoW. Von ner Epic Waffe oder irgendeinem besonderen Flugmount hab ich nämlich nichts im realen Leben.
Also dann, ich sag mal: Für die Horde!

LG, Iye
Iye ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2010, 17:07   #5
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Standard AW: Ein Leben mit WoW geht zu Ende

solang man alles in Grenzen hält ist es ok, man kann auch von anderen Sachen süchtig werden. Solang man die Grenze sieht, wo die Sucht anfängt und diese nicht überschreitet ist alles ok.
Aber meist ist es zu spät wenn man diese sieht.
Kochtopf ist offline   Mit Zitat antworten
 
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