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Alt 20.03.2010, 01:01   #1
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Standard Was bringt das Leben noch

Warum bin ich jetzt hier...
Vielleicht, um mich vor meinem letzten Schritt zu schützen.
Depressionen habe ich schon Ewigkeiten. Ach ja, vielleicht sollte ich vorausschicken, ich bin 40 Jahre alt, habe also einiges an Erfahrung.
Früher gab es so etwas wie Erkennung der Krankheit nicht so, wie es heute der Fall ist. Man musste funktionieren.
Ich habe selber lange Zeit Jugendliche betreut, die selber litten. Also war ich stark, um ihnen wenigstens einen Halt zu geben. Wenn bei mir mal wieder ein ruhiger Moment kam und ich in ein Loch fiel, habe ich mich am Kragen gefasst und versucht, mich hinaus zu ziehen. Klappte meistens auch. Ein Mann muss ja stark sein...
Bei dem Job habe ich dann vor zwei Jahren die Notbremse gezogen. Ich war bis zu 18 Stunden im Büro und schlafen konnte ich nur mit Hilfe von Tabletten. Hab mir, so glaubte ich, einen ruhigen Job im Handwerk gesucht.... Die Kollegen waren das Allerletzte. Hab mir aber während der Zeit einen Psychater gesucht. Der hat aber auch nicht wirklich etwas mit mir anfangen können. Ausser mich nach einem absoluten seelischen Zusammenbruch krank zu schreiben. Damit begann meine Reise. Klinik Tiefenbrunn. Dort wurde ich wochenlang nur aufbewahrt. Zwei Mal die Woche Sport und ein Gespräch bei einem Arzt der so etwas von daneben war...
dann kam an einem Sonntag wieder so ein Absturz. Normalerweise würde ich niemanden um Hilfe bitten aber ich ging das Risiko ein mal zu Fragen. Ich bin also zu den Schwestern und habe gesagt, dass es mir wirklich schlecht geht und ich Hilfe brauche. Daraufhin wurde ich eingesperrt und nach einigen Tagen in eine andere Klinik verlegt. ( Das war jetzt die Kurzform)
Die andere Klinik konnte mich nur 4 Wochen behalten und hat mich dann wieder nach Hause geschickt. Ich bin dann erst mal für ein paar Wochen verschwunden und habe im Norden ein bischen gearbeitet. (Ging auch nur, weil mein Psychater im Urlaub war). Seit September 09 war ich Dauergast in einer Tagesklinik. Dort fand ich kompetente Schwestern und noch kompetentere Ärzte. Nur mir hat das wenig genützt.
So viele kamen betrübt und gingen lachend.
Ich habe mir die Probleme anderer angehört und konnte so manchem helfen. "Nein" zu sagen habe ich nie gelernt (früher kam dann immer Gevatter Teppichausklopfer und hat sich bis zu einer halben Stunde auf mir ausgetobt).
Nun bin ich erst einmal als gesund entlassen, weil die Krankenkasse Streß macht. Ich spiele das Spiel mit aber innerlich bin ich zerbrochen. Ich schleppe mich von Tag zu Tag und versuche mich wie damals am eigenen Kragen herauszuziehen. Ich habe keine Gefühle mehr. Meine sozialen Kontakte sind gleich Null. Jetzt sitze ich jeden Abend hier und sinniere über den Tod. Ich habe in meinem Schrank ein wunderbar wirkendes Gift und doch versuche ich dem Leben jeden Tag eine neue Chance zu geben... aber es wird immer schwerer. Ich nehme schon eine Menge an "Psychotabletten".
Als mein Onkel den Kampf gegen den Krebs verloren hatte, also austherapiert war, hat er sich aufgehängt.
Ich fühle mich auch "austherapiert"!!!
Diese Seite ist für mich so etwas wie ein "last exit"
Ach so, es brauch mir keiner kommen mit so Sprüchen wie: Du kannst noch so viel erleben. Ich bin oder war Leistungssportler, Chemiker, Rettungstaucher, Fallschirmjäger, Tischler, Strassenmarkierer, Pferdewirt, bin durch Afrika gelaufen, habe auf Kreta ein Forschungsprojekt für Meeresschildkröten begleitet, später dann schwere Jugendliche.
Irgendwie ist es gar nicht mal so schlecht ganz anonym zu schreiben. Ihr werdet mich nie kennenlernen und werdet auch nicht wissen, wie es bei mir weitergeht.
Ausserdem denke ich, ihr habt selber genug Probleme.
Wer es lesen will solls lesen, ich glaube nicht, dass mir noch geholfen werden kann.
Oh Gott, so viel habe ich seit Jahren nicht mehr geschrieben
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Alt 20.03.2010, 13:05   #2
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Standard AW: Was bringt das Leben noch

Hallo;

Es ist schwer für mich, hier was zu schreiben. Weil du alle "guten Ratschläge" kennst. Weil du schon viel erlebt hast. Weil ich nicht weiß, was Dir Mut zum Weitermachen geben könnte.

Ich schreibe, weil mich dein Text berührt hat.

Ich finde es sehr gut, dass du den Kampf um dein Leben angenommen hast. Trotz des Giftes im Schrank. Klar, 40 ist nicht mehr ganz jung, alt ist es auch nicht. Du bist etwa in der Mitte deines Lebens angekommen und grad ganz unten. Aber "oben" warst doch auch schon...das nehme ich anhand deiner vielfältigen Berufserfahrungen einfach mal an. Glaubst Du nicht noch ein wenig daran, dass es wieder ein "oben" geben könnte? Ich denke, du tust es...jeden Tag ein bist enttäuscht wenn es wieder Abend wird und nichts ist besser...

Aber das heißt ja nicht, dass es den Tag, an dem es besser wird, nicht gibt. Du fühlst dich "austherapiert", aber gerade bei psychisch/seelischen Krankheiten gibt es so viele Ansätze und Möglichkeiten. Leider bin ich nicht sehr bewandert und kann dir keinen konkreten Tipps geben...das können aber vielleicht andere Leute hier.

Du schreibst, so viel hättest Du schon ewig nicht mehr geschrieben. Hat es ein bisschen gut getan, zu schreiben? Dann mach weiter. Hier gibt es ganz viele Leute mit ganz unterschiedlichen Sorgen. Manchem hilft einfach nur das Mitteilen...in dieser anonymen Form. Wenn es ein bisschen hilft, deinen Kampf fortzusetzen, dann schreib doch weiter. Es ist der wichtigste Kampf deines Leben und ich wünsche dir, dass Du bzw. der Wille zu Leben gewinnt.
Selah ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2010, 13:33   #3
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Standard AW: Was bringt das Leben noch

Gesagt zu bekommen, dass man krank ist, macht einen krank. Das ist der große Nachteil, den damit auch wohl jede Klinik mit sich bringt.

Versuche, etwas radikal zu ändern. Wohnort, Beruf, soziales Umfeld austauschen. Denn was hast du schon zu verlieren, wenn deine Alternative sonst das Sinnen über den Tod ist?
Deinem Lebenslauf zufolge dürftest du sowohl körperlich als auch geistig einigermaßen gut dabei sein (Chemiker und Leistungssportler..), und somit solltest du auch in einem neuen Beruf Fuß fassen können.
Wenn das alte Leben scheiße ist, muss man es nicht gleich beenden. Austauschen is jedenfalls nen Versuch wert, oder was meinst du?
Nemo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2010, 18:41   #4
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Standard AW: Was bringt das Leben noch

Hallo,

hast Du schon mal daran gedacht daß Du unter einer rein körperlichen Störung leiden könntest?

Siehe meinen Depressionsthread hier:
http://meulengracht.de.vu/meulengrac...m/-t337.0.html
(Wenn der Link nicht sofort geht bitte mehrfach drauf klicken, länger warten oder später versuchen, das Forum ist manchmal überlastet, das gilt für alle .de.vu Links!)

Ärztlicherseits wird das alles NIEMALS abgeklärt (die wollen lieber mit ihren sinnlosen Psychopillen Geld verdienen also wozu Diagnostik machen).

Hartnäckige Depressionen kommen auch oft von einer Schwermetallvergiftung:
http://meulengracht.de.vu/meulengrachtforum/-b51.0/

Such auch mal nach dem Buch Gesundheit aus der Apotheke Gottes auf SCRIBD möglicherweise steht da noch was Hilfreiches.

Außerdem solltest Dich ggf. mit den Vorträgen des Dr. med. Dietrich Klinghardt beschäftigen.

Oh und eines noch - vielleicht solltest Dir auch mal GEdanken über den Sinn des Lebens und dergleichen machen dazu steht auf meiner Seite http://www.medizinmannland.de.vu einiges und mal um Erkenntnis beten, woher Deine Störungen kommen.

Liebe Grüße

Medizinmann
Medizinmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2010, 02:30   #5
Gast Mac
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Was bringt das Leben noch

Hallo,

du fragst "Was bringt das Leben noch" , - so wie ich es aus deinem Text entnehme, - ein Leben ohne Krankenhaus, ohne Psychiater, ohne krank sein, ein Leben, das du selbst in die Hand nimmst, dich beim Kragen packst - so wie früher auch schon.

Hier in diesem Forum gibt es viele junge Menschen, die schlimme Probleme haben, ich habe da schon einiges gelesen, die keinen Sinn mehr sehen, ungeliebt waren, keine Arbeit haben und wollen nicht mehr leben. Sei mir bitte nicht böse, doch wenn ich mir deine Fähigkeiten und Fertigkeiten ansehe, dann erstaunt es mich schon ein bißchen, was du so schreibst. Die jungen Leute haben oft nichts vorzuweisen, und du ?

Es ist nicht leicht, dir einen Rat zu geben

Liebe Grüße

Mac
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