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Thema: Auf der Suche nach dem Spiegelbild meines Ichs. Gefunden und verloren.

  1. #1
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    Standard Auf der Suche nach dem Spiegelbild meines Ichs. Gefunden und verloren.

    Ich habe ein substanzielles Problem in meinem Leben. Mir ist bewusst, wie vermessen das, in Anbetracht der Tatsache, dass anderswo auf diesem (einst schönen) Planeten Menschen verhungern, gefoltert werden und dafür morden würden mit mir tauschen zu können, klingen mag, aber darum soll es an dieser Stelle nicht gehen, obgleich die Schmerzen, die mir diese Gedanken in einigen Stunden bereiten, einen eigenen Thread verdient hätten.

    Ich selbst kann in dem Moment, in dem ich diese Zeilen verfasse, nicht mit Sicherheit sagen, ob ich mir tatsächlich einen Rat erhoffe, den ich dann befolgen würde, ob es nur darum geht die Meinungen anderer Menschen zu lesen oder ob der wichtigste Punkt für mich der des Niederschreibens ist. Die Frage lässt sich wohl auch erst bei der Lektüre der kommenden Kommentare beantworten. Zu diesem Zeitpunkt kann ich einfach keinen klaren Gedanken fassen.

    Der Text wird, so vermute ich, sehr lang werden, da zur Verständnis des Problems eine gewisse Vorkenntnis von Nöten ist. Ich komme also nicht um einen kurzen Abriss meines bisherigen Lebens herum.

    Ich beginne naheliegender Weise mit meiner Kindheit. Meine Kindheit war okay. Ich wurde nicht geschlagen, missbraucht, vergewaltigt, so wie viele andere hier. An dieser Stelle mein aufrichtiges Beileid. Ich hatte wenig Freunde, war nicht beliebt, wurde in der frühen Kindheit gehänselt, wie es bestimmt auch viele Menschen kennen. Damals war es für mich schwer, mittlerweile habe ich das, bis auf einen Punkt, der später noch wichtig wird, ganz gut verarbeitet. Grund für die Boshaftigkeiten mir gegenüber war in erster Linie meine sehr helle Haut. Später kamen dann noch so andere Dinge dazu: Musikgeschmack, Haarlänge (damals hatte ich lange Haare), Kleidungsstil (mit Nietenarmbändern und sowas) und von der Norm abweichende Interessen. Während die meine Mitschüler_innen Bravo gelesen und über Fußball geredet haben, hörte ich lieber Musik und las Bücher.
    Wichtig ist das deshalb, da mein Selbstbewusstsein und die Art wie ich mich selbst und meinen Körper wahrnehme stark darunter gelitten haben. Früher mehr als heute.

    Als ich etwa 12 Jahre alt war, sind wir umgezogen. Durch den Schulwechsel ging auch das mit den Hänseleien wieder los, bis auf, dass ich jetzt auch einige Male mehr oder weniger physische Gewalt zu spüren bekam, da ich eben nicht in dem Dorf, das meine neue Heimat sein sollte, geboren war und somit als "Fremder" abgestempelt wurde. Das führte dazu, dass ich mich mehrere Jahre sehr zurück gezogen habe und eigentlich keine sozialen Kontakte im positiven Sinne hatte. Freunde hatte ich in der darauf folgenden Zeit nicht, habe also die meiste Zeit alleine verbracht. Irgendwann schlug diese allgegenwärtige Traurigkeit in eine Art Depression um und ich fing an mich auf vielfältigste Art und Weise selbst zu verletzen. Ich muss gestehen, dass ich an diese ganze Zeit auch nicht viele Erinnerungen habe und es mir relativ schwer fällt die Fetzen in eine halbwegs verständliche Form zu gliedern.

    Mit 14-15 etwa bekam ich meinen eigenen Computer mit Internetanschluss, wodurch ein neuer Abschnitt meines Lebens begann. Das mag sich jetzt vielleicht für viele merkwürdig anhören, aber ich bitte euch einmal zu versuchen euch in meine Lage zu versetzen. Ich lebte in irgendeinem winzigen Dorf, die nächste Stadt weit entfernt. Auf Sportvereine hatte ich keine Lust, da ich dort eh nur die mir aus der Schule verhassten Menschen wiedersehen würde. Andere Möglichkeiten irgendwie aktiv zu sein, waren einfach nicht gegeben. Die Passivität und Langeweile machte mir das Leben nicht gerade leicht, da kamen die unendlichen Weiten des Internets gerade recht.

    In Onlinespielen bekam ich Anerkennung, die mir sonst verwährt wurde. In Chats und Communites knüpfte ich die ersten Kontakte zu Menschen, von denen ich mich verstanden fühlte und mit denen ich gerne Zeit verbrachte. Wenn auch nur gemeinsam vor dem Bildschirm. Irgendwann gab es dann die ersten Mädchen, die der Meinung waren sich in mich verliebt zu haben und sich in Folge dessen unbedingt mit mir treffen wollten. Das Problem war, dass ich vor soetwas immer Angst hatte, da ich, aus den oben genannten Gründen, davon ausging, dass mich jemand, der mich erstmal im "echten Leben" kennen würde, kein Interesse mehr an mir haben könnte, mich nicht mögen würde. Hauptsächlich weil ich selbst mit meinem Aussehen nicht glücklich war.
    Es passierte dann ein paar Mal, dass ich Menschen kennen lernte, mit denen ich mich gerne getroffen hätte, die sich gerne mit mir getroffen hätten, aber für mich war die einzige Perspektive, dass sie bei meinem Anblick schreiend davonlaufen würden. Deshalb wurde daraus nie etwas.

    Irgendwann, später als meine Mitschüler_innen auf jeden Fall, entdeckte ich dann den Alkohol und hatte durch die weiterführende Schule auch ein paar andere, von der Gesellschaft mehr oder weniger verstoßene, Seelen gefunden, mit denen sich Zeit verbringen lies. Ich war jedes Wochenende betrunken und fühlte mich integriert. Ich hatte das Gefühl Freunde zu haben und konnte meine Probleme vergessen. Zumindest für die Zeit des Rausches. Irgendwann war ich dann auch in der Woche betrunken, was darin gipfelte, dass ich es nicht mehr zur Schule schaffte, ohne vorher enen Schluck Schnaps getrunken zu haben. Häufig lag ich einfach weinend im Bett und konnte nicht aufstehen, weil mir das ganze Leben sinn- und vor allem freudlos erschien und mir vor der Schule graute. Dass die Wochenenden nur Selbstbetrug waren, habe ich eigentlich die ganze Zeit gewusst. Mittlerweile nehme ich keine Drogen mehr (außer vielleicht mal eine Tasse Kaffee) und bin mit dem Gefühl der Ehrlichkeit mir gegenüber bisher glücklicher als zuvor.
    Ich war nichtsdestoweniger relativ gut in der Schule und mit den voranschreitenden Jahren schienen mich die Menschen mehr oder weniger zu akzeptieren.

    Was mir aber die ganze Zeit fehlte, und das ist der wichtigste Punkt der Vergangenheit, war ein anderer Mensch. Ein Mensch der mich liebt, platonisch oder als Beziehung, egal. Natürlich lieben mich meine Eltern, aber das ist nicht was ich meine. Ich habe mir, seit ich denken kann, einen Menschen gewünscht mit dem ich mein Leben teilen kann, der an meinem Leben teilhaben möchte und mich zu einem Teil seines Lebens macht. Jemand mit dem ich Abenteuer erleben kann, reisen, Momente teilen, traurige wie glückliche. Jemand der gerne mit mir Zeit verbringt, jemand mit dem ich gerne Zeit verbringe. Jemand der einfach mit mir in meinem Zimmer sitzt und da ist, sich mit mir zusammen langweilt und der sich genau das gleiche von mir erhofft. Einen "Seelenverwandten", auch wenn ich das selbst nicht unbedingt so nennen würde. Bisher war es bei allen meinen sozialen Beziehungen so, dass ich irgendwann gelangweilt war oder mir gewünscht habe wieder alleine zu sein, weil mich die Anwesenheit anderer Menschen, die nicht diesen Kriterien entsprechen, nach einer gewissen Zeit verrückt macht. Woher das kommt, kann ich nicht sagen. Ich will keinen großen Freundeskreis, ich will nicht möglichst viele Leute kennen lernen, ich will nicht jedes Wochenende einen anderen Sexpartner, das scheint mir keine Bereicherung meines Lebens sein zu können. Darin kann ich niemals Erfüllung finden. Das könnte niemals das Loch stopfen, das in mir schon so lange größer wird.

    Das ist alles, was ich vom Leben erwarte, mir vom Leben erträume. Alles andere würde ich dafür aufgeben.

    Das mag sich kitschig anhören, aber so ist es. Besser vermag ich es nicht in Worte zu fassen, auch wenn ich nicht glaube, dass sich jemand vorstellen kann wie ich es wirklich meine. Worte sind ein Gefängnis für Gedanken, aber zumindest kommt es dem irgendwie nah.

    Ich kann nicht behaupten, dass ich aktiv suchen würde. Lange Zeit habe ich einfach traurige Musik gehört und mich einsam gefühlt. Das war okay. Ich habe geträumt, wie es wäre nicht allein zu sein aber es war nichts konkretes. Dann ist es passiert.

    Durch eine merkwürdige Verkettung von Zufällen habe ich via Internet ein Mädchen kennen gelernt. Mittlerweile kennen wir uns fast zwei Jahre.
    Das versuche ich jetzt relativ kurz zu machen:

    Zu dem Zeitpunkt war ich so weit, dass ich angefangen habe mir einen Freundeskreis aufzubauen. Ich war politisch aktiv, hatte soziale Kontakte und war relativ zufrieden. Wie gesagt, die Einsamkeit kann soetwas für mich nicht beseitigen, aber zeitweise betäuben. Ich brauchte das Internet nicht mehr so, wie ich es früher brauchte. Ich hörte auf meine Zeit mit Onlinespielen zu verschwenden, alles war mehr oder weniger okay.

    Dann lernte ich Sie kennen. Am Anfang war das wie jede andere Internetbekanntschaft, was wohl viele hier nachvollziehen können. Man redet über Gott und die Welt, und sowas eben. Seit diesem Tag schreiben wir jeden Tag miteinander, wenn nicht einer von uns im Urlaub ist. Meistens mehrere Stunden. Die ganzen Protokolle durchzulesen, würde eine Ewigkeit dauern. Ich kann nicht einschätzen ob sich die Anzahl der sms, die wir einander geschrieben haben, im 100er oder im 1000er Bereich bewegt. Ich weiß, das werden viele nicht verstehen können, aber wir haben uns irgendwie verliebt. Ich glaube, dass Sie genau das sein könnte, was ich immer wollte. Wenn ich Sie richtig einschätze, dann ist es so, als wäre nach dem Plan aus meinem Traum geschaffen worden. Ich könnte jetzt nochmal genau so viel Text darüber schreiben, warum ich ausgerechnet an Ihr festhalten, aber das spare ich mir.

    Jetzt müssten wir uns nur noch treffen und um den Hals fallen. So einfach ist das leider nicht. Ohne weiter darauf einzugehen warum das so ist, kann sie sich nicht mit mir treffen. Sie will, aber ein Teil ihrer Psyche verhindert das. Klingt komisch, ist aber so. Natürlich ist es theoretisch möglich, dass Sie mich anlügt, aber aus mehreren Gründen, die nicht genannt werden müssen, gehe ich nicht davon aus.

    Sie will also und kann nicht. Ich will.
    Von Anfang an wusste ich das und wir gingen beide davon aus, dass sich daran etwas ändern würde. Also an dem Können, nicht an dem Wollen. Dem war leider nicht so und mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem Sie sich mir total verschließt, weil Sie nicht davon ausgeht, dass das alles eine Zukunft außerhalb des Internet hätte.

    Das wäre ja nun auch nicht so schlimm, wenn Sie nicht Sie sondern einfach irgendwer wäre. Ihr müsst euch das vorstellen wie der Blick durch ein milchiges Fenster auf eine bunte, wunderschöne Welt, ihr allerdings seid gefangen in einem kleinen, dunklen Raum und könnt nichts als die unscharfen Konturen eures Glücks betrachten, die euch ins Gesicht schreien, dass ihr es niemals schaffen werdet auch nur einen Fuß in diese Welt zu setzen.
    Das ist keine besonders gute Metapher, aber so fühle ich mich momentan. Es ist zum verrückt werden. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

    Ich habe einen Menschen gefunden, der perfekt ist. Zumindest nach meiner bisherigen Einschätzung. Ich bin keineswegs so naiv, dass ich glauben könnte wir würden bei unserem ersten Treffen, wenn es denn überhaupt dazu kommen sollte, direkt zum Standesamt rennen und heiraten. Ich gehe sehr wohl davon aus, dass die Möglichkeit besteht, dass ich Sie oder Sie mich vollkommen falsch eingeschätzt hat und einem Hirngespinst nachjagt. Ebenso bin ich immernoch so gebeutelt, dass ich es auch für möglich halte, dass sie keine Beziehung mit mir wollen würde, wenn sie mich erstmal zu Gesicht bekommt. Das halte ich sogar für nicht unwahrscheinlich. Aber trotzdem besteht die Chance, dass es nicht so ist, dass ich glücklich sein könnte, dass Sie glücklich sein könnte. Darauf würde ich es ankommen lassen, denn wenn der Funke zwischen uns dann nicht überspringen sollte, könnte ich damit leben. Schade wäre es, aber dann hätte ich die Gewissheit.

    Sie zieht sich aber immer weiter zurück, da Sie sagt Sie würde es einfach nicht schaffen und bald könnte sie auch so nicht weiter machen.

    Was mich nun in den Wahnsinn treibt, um das zu verstehen der ganze Text irgendwie notwendig war, ist die Tatsache, dass ich vielleicht den Menschen gefunden habe, mit dem ich mein Leben teilen will, der genau das gleiche will, aber es nicht kann. Ich könnte sagen "Scheiß drauf!", aber das kann ich nicht. Dafür scheint mir die Chance zu niedrig, dass ich in meinem Leben nochmal jemanden finde, der so perfekt zu mir passen würde.

    Das schreckliche daran ist die Vorstellung niemals zu wissen, ob ich nun mit ihr bis an das Ende meines Lebens hätte glücklich sein können oder eben nicht. Jede Zurückweisung, jede Trennung könnte ich viel einfacher verarbeiten, weil ich dann sagen kann "Es hat halt einfach nicht geklappt." aber in diesem Fall weiß ich es eben nicht. Das ist ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann.
    Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, sterbe ich ein bisschen.

    Ich hoffe das hört sich nicht zu bescheuert an. Mich jedenfalls lässt es weder schlafen noch essen.

    Hat jemand gute Ideen?

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  2. #2
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    Standard AW: Auf der Suche nach dem Spiegelbild meines Ichs. Gefunden und verloren.

    Hallo Empty Vision!

    Auch wenn Du es nicht glauben magst, ich kann es in etwa nachfühlen, was in Dir vorgeht.

    Du hast die wesentlichsten Punkte Deines Seelenlebens sehr gut beschrieben, was schon einiges aussagt.

    Als erstes kann ich Dir sagen, daß es Menschen, die zu tieferen Gefühlen fähig sind, immer schwerer haben werden in dieser Welt.

    Das scheint auch sehr lange ein Nachteil zu sein, aber ich komme nach und nach zu der Erkenntnis, daß es genau das Gegenteil ist.

    Der entscheidende Punkt ist die persönliche Reife.

    Menschen, die ihr Leben nicht gern mit oberflächlichen Dingen ausfüllen und ihre Zeit nicht gern mit schnell Vergänglichem verschwenden, suchen einen großen Teil ihres Lebens nach dem einen Menschen, mit dem man sein Leben verbringen möchte.

    Da aber in dem Moment unsere Ansprüche sehr hoch sind, wird die Wahrscheinlichkeit, so jemanden zu treffen immer geringer.

    „Mein“ Mensch brauchte nur drei Dinge sein Eigen zu nennen: Ein gutes Herz, Humor, und etwas Geist.
    Ich kenne viele, die nicht eine dieser Eigenschaften in sich tragen.....

    Das zu dem einen Punkt.

    Der Zweite ist diese Internetgeschichte.

    Das Bild, was man von jemandem durch das Internet bekommt wird natürlich verzerrt.

    Geschriebene Worte lassen sicher einige Aussagen zu, aber es ist etwas anderes, jemanden zu hören, zu riechen; seine Bewegungen zu sehen: zu erfahren, wie jemand auf viele Dinge reagiert usw.

    Manche zeigen ihren Knall erst in bestimmten Situationen, auch wenn man im Gespräch oder bei Begegnungen meint, das ist aber ein wunderbarer Mensch.

    Meine Schwägerin wird auch als Prinzessin betrachtet, aber eben nur von Leuten, die noch keine halbe Stunde mit ihr verbracht haben....

    Es schein mir, als hättest Du Dich nicht in Deine Internetbekanntschaft verguckt, sonder in Dein eigenes Idealbild.

    Du hast Deine Vorstellung im Kopf und einige oder viele ihrer Eigenschaften passen da hinein, aber das ist ja eben das Gefährliche.

    Viele Teenies würden sterben für ihr Idol; sie sind wirklich verliebt, aber das hat noch lange kein Fundament, auf dem eine Partnerschaft konstruktiv zu führen wäre.
    Wenn eines dieser Groupies die Möglichkeit hat, mit seinem Idol eine Beziehung anzufangen, zeigen sich schnell die anderen Seiten: menschlich und auch situationsbedingt.

    Sie haben sich verrannt in die Vorstellung von Perfektion; aber so geht es nicht.

    Du sagst selbst, daß Du das Spiegelbild Deines Ich’s suchst; aber ich sage Dir, daß Du nach DIR SELBST suchst!!!

    Ich sprach vorhin die Reife an.
    Ein reifer Mensch befindet sich in seiner Mitte, auch wenn es fernöstlich klingt, er hat sein Ich gefunden, ist heiter und gelassen, fühlt sich in sich wohl.
    Wenn man jung ist, sucht man das in einem anderen Menschen, aber diesen Irrtum erkennt man irgendwann.

    Was man sucht, das kann einem kein anderer geben, und meint man, das es so ist, dann fängt die Abhängigkeit und Unselbstständigkeit an und es kommt nichts Gutes dabei heraus.
    Das kannst Du ruhig einem alten Mann von fast 40 Jahren glauben.
    Soweit hab ich das Leben schon begriffen.

    Ein Partner oder ein guter Freund, der mit uns das durchmacht, was Du beschrieben hast, kann nur eine Ergänzung zu uns sein, aber er darf niemals zum Mittelpunkt unseres Lebens gemacht werden!
    Sonst sind wir auf dem sprichwörtlichen Holzweg.

    Was wir in uns selbst finden können ist bei weitem größer und wundervoller, als was uns von außen her passieren kann.

    Aber dazu müssen wir beginnen, den Blick nach oben zu richten!

    Viele Grüße

    Marcus
    Wenn du glauben kannst, daß ein liebevoller Gedanke alles schuf, dann weißt du, daß es nichts geben kann, mit dem du als Persönlichkeit nicht fertig wirst.

    (Sanskrit)

  3. #3
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    Standard AW: Auf der Suche nach dem Spiegelbild meines Ichs. Gefunden und verloren.

    Hallo Empty Vision!

    Ich bin mir absolut sicher, dass ich weiß, was Du da durchmachst und kann Dich aus diesem Grund sehr gut verstehen, mehr noch, jedes einzelne der von Dir beschriebenen Gefühle kenne ich selber, und glaube mir, es gibt mehr Menschen in einer solchen Situation, als Du vielleicht denkst...

    Du schreibst sie ist das Spiegelbild Deines Ich's, und so wie ich das rüberbekomme, ist sie tatsächlich genau das!
    Hast Du schon einmal den Begriff Dualseele oder Zwillingsseele gehört?
    Es kommt dem Seelenverwandten den Du beschreibst schon sehr nahe, ist aber noch vielmehr als das.

    Die Dualseele ist nämlich so etwas wie die andere Hälfte Deiner Seele.
    Du musst Dir das folgendermaßen vorstellen:

    Stell Dir Yin und Yang vor, dies ist das ultimative Dualseelensymbol. Eine Seele, in zwei Hälften geteilt, beide Hälften sind genau gleich und doch Gegensätzlich, wie Spiegelbilder eben.
    Eine Dualseele ist eine Seele, die in zwei verschiedenen Personen inkarniert hat, trotzdem sind beide Hälften auf ewig miteinander verbunden, vollkomen gleichgültig wie weit sie voneinander entfernt sind, ob sie sich überhaupt kennen, oder selbst wenn vielleicht eine der beiden Hälften schon tot ist.
    Sie haben eine starke mentale und emotionale Verbindung, sie spüren immer, wie es dem anderen geht, was er fühlt, was er gerade durchmacht. Oftmals ist ihnen das nicht einmal bewußt.
    Fühlst Du Dich manchmal wütend, traurig, glücklich, was auch immer, ohne eigentlich sagen zu können, warum? Oder kannst Du vielleicht schon sagen warum, aber die Intensität des Gefühls ist irgendwie nicht der Situation angemessen? Das sind Gefühle die Du von Deiner Dualseele empfängst.
    Dies geht sogar noch weiter, je stärker die Verbindung wird, umso mehr teilen die Dualseelen, bis hin zur Telepathie. Das ist absolut normal.

    Nicht jeder Mensch ist eine Dualseele, aber diejenigen die es sind, spüren von Geburt an eine starke Sehnsucht in sich, die sie lange Zeit nichtmal richtig benennen können. Sie wissen nur instinktiv, das sie jemanden suchen, den einen Menschen der zu ihnen gehört, eben die andere Hälfte ihres Ich's...

    Alles was Du beschreibst, passt genau in dieses "Schema" und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass dieses Mädchen Deine Dualseele ist, weil ich sehr viel Erfahrung in diesem Bereich habe, nicht nur durch meine eigene Geschichte, sondern auch durch den Austausch mit vielen anderen Betroffenen, sowie ein ausführliches Studium der Materie.

    Nur leider muss ich Dir sagen, dass Du Dir da keine einfache Lebensaufgabe ausgesucht hast...

    Das Ziel der Dualseelen und auch ihr größtes Sehnen, ist natürlich die Vereinigung mit ihrer anderen Hälfte, aber es ist ein langer, harter Weg der dorthin führt.
    Denn beide Hälften können sich erst vereinigen wenn sie sich vollständig von ihren karmischen Aufgaben befreit haben.
    Jeder Mensch hat karmische Lernaufgaben zu bewältigen in seinem Leben, manche schafft man, einige nimmt man mit in die nächste Inkarnation.
    Erst wenn man diese Lernaufgaben bewältigt hat, ist eine wirkliche Vereinigung mit der Dualseele möglich.
    Die Tatsache, dass Ihr Euch gefunden habt sagt aber, dass Ihr beide schon sehr weit auf Eurem Weg seid, denn Dualseelen stoßen erst dann zusammen, wenn sie für Einander bereit sind, oder zumindest kurz davor.
    Du kannst davon ausgehen, dass es für dieses Leben vorgesehen ist, dass Ihr Euch wieder vereinigt, aber ob Ihr das wirklich schafft, liegt allein an Euch.
    Ihr habt BEIDE noch bestimmte Lernaufgaben zu bewältigen, das ist es was zwischen Euch steht. Ihr seid auf Eurem Weg der persönlichen Entwicklung schon sehr weit gekommen, aber es fehlt noch etwas, wichtig ist, dass Ihr Euch von jetzt an Euren Aufgaben stellt, Euch überhaupt erstmal diese Tatsache bewußt macht.

    Meine Dualseele hat vor 8 Jahren zu mir Folgendes gesagt:

    "If you go your way, everyday, your heart will make it true, what you feel..."

    Genau das ist es, was Ihr tun müsst, nicht mehr und nicht weniger. Es hört sich einfach an, ist es aber nicht...
    Geht bewußt und aufmerksam durch's Leben, seht Euch vor allem die Schwierigkeiten an, mit denen Ihr immer wieder konfrontiert werdet, genau das sind die Dinge, an denen Ihr arbeiten müsst, aus denen Ihr etwas lernen sollt.
    Ebenso wichtig ist es, dass Ihr Euch Eurer eigenen Spiritualität öffnet, überhaupt diesem Thema, selbst wenn Ihr damit noch nie etwas am Hut hattet, denn eine Dualseelenbeziehung ist höchst spiritueller Natur. Ohne sich auf den spirituellen Weg zu begeben findet man niemals zueinander.

    Jetzt möchte ich noch auf einzelne Aussagen von Dir und meinem Vorredner eingehen:

    Sie will, aber ein Teil ihrer Psyche verhindert das.
    Dies ist ein ganz normales Phänomen in einer Dualseelenbeziehung. Einer der beiden ist eigentlich immer ein Stück weiter in seiner Entwicklung und eher bereit, auf den anderen zu zu gehen.
    Der Andere bekommt aber Angst vor der Intensität der Gefühle, die diese Art von Beziehung hervorruft und Du wirst mir sicher zustimmen, dass man in keiner anderen Beziehung so etwas fühlt...
    Sie ist noch nicht soweit, das ist es, was sie zurückhält.
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es auch lange dauern kann, bis sie soweit ist und vielleicht wird sie sogar ganz den Kontakt abbrechen.
    Aber verzweifel bitte nicht, denn Du hast sie nicht verloren und wirst dies auch niemals!
    Erstens seid Ihr IMMER miteinander verbunden, über Zeit und Raum hinweg, allein schon deshalb könnt Ihr Euch niemals verlieren.
    Zweitens kannst Du Dir absolut sicher sein, dass das Schicksal Euch immer wieder zusammen führen wird, vielleicht erst nach Jahren, aber immer genau zur richtigen Zeit, wenn Ihr beide wieder einen Schritt weiter seid und bereit für die nächste Begegnung.
    Es kann Jahre dauern bis Ihr vielleicht zusammen kommt (ich bin seit 12 Jahren dabei...), aber dieses Ziel könnt Ihr nur unter der Voraussetzung erreichen, dass Ihr beide diese Aufgabe auch annehmt.
    Im Prinzip habt Ihr beide die freie Wahl, ob Ihr das wollt, oder ob Ihr lieber aufgeben und Euch einen anderen Partner suchen wollt.
    Allerdings ist diese Wahl nicht ganz so frei wie man denkt.
    Die Intensität und das nicht nachlassen der Gefühle zwingt einen doch immer wieder zurück auf diesen Weg.
    Ich selber habe jahrelang versucht, mich dagegen zu wehren, davon abzuwenden und immer wenn ich dachte es endlich geschafft zu haben, stand ich durch eine kleine Fügung des Schicksals plötzlich wieder da, wo ich begonnen hatte...
    Mittlerweile habe ich für mein Leben eine Entscheidung getroffen, die zwar niemand nachvollziehen, mit der ich aber gut leben kann, für mich war es die einzig mögliche Entscheidung.
    Ich bleibe alleine, suche mir keinen Partner mehr, denn ich bin nicht in der Lage jemand anders zu lieben.
    Sobald ich eine Beziehung eingehe, habe ich mit jedem Tag stärker meine Dualseele im Kopf und im Herzen und muss dies vor meinem Partner verbergen und ihm dazu auch noch Gefühle vorspielen.
    Eine Quälerei für mich, Betrug am Anderen...
    Da ich niemandem so weh tun will, bleibe ich eben lieber alleine, das ist wenigstens ehrlich.
    Ich werde weiterhin an mir arbeiten und daran, dass wir es irgendwann schaffen, entweder es klappt, oder eben nicht, mittlerweile bin ich in meiner Entwicklung soweit, dass ich auch mit mir alleine glücklich bin, auch wenn die Sehnsucht immer da ist.

    Das bringt mich zu etwas, das Marcus gesagt hat:

    Ein Partner oder ein guter Freund, der mit uns das durchmacht, was Du beschrieben hast, kann nur eine Ergänzung zu uns sein, aber er darf niemals zum Mittelpunkt unseres Lebens gemacht werden!
    Sonst sind wir auf dem sprichwörtlichen Holzweg.

    Was wir in uns selbst finden können ist bei weitem größer und wundervoller, als was uns von außen her passieren kann.
    In diesem Punkt kann ich ihm nur zustimmen, wenn ich es auch etwas anders formulieren würde.
    Er hat insofern Recht, dass nur DU selbst Dir das geben kannst, was Du brauchst, und diese Erkenntnis ist einer der wichtigsten Schritte auf diesem Weg.
    Ihr beide müsst lernen, Euch selbst zu lieben, mit Euch selbst alleine glücklich zu sein, die Dualseele ist nicht dafür zuständig, dass es Euch gut geht oder Eure Bedürfnisse erfüllt werden.
    Erst wenn Ihr beide vollkommen ganz und heil seid, mit Euch selbst im Reinen, ist eine erfolgreiche Vereinigung möglich.
    Trotzdem wir Deine Dualseele immer der Mittelpunkt Deines Lebens sein, das ist auch okay, solange Du nur niemals Dein Glück von ihr abhängig machst.

    Abschließend möchte ich Dir noch etwas mitgeben, höre immer auf Dein Herz, nicht auf das, was Andere Dir sagen, und sei es noch so gut gemeint.
    Wenn Dein Herz Dir sagt, sie ist es und Du sollst dafür kämpfen, dann hör darauf, egal wie die Umstände sind, egal wie es "in der Realität" aussehen mag, oder für Andere.
    Der Weg zur Dualseele ist immer der Weg des Herzens...

    Ich wünsche Euch beiden alles nur erdenklich Gute auf Eurem weiteren Weg und dass Ihr es irgendwann schafft!

    Wenn Du Fragen zum Thema hast, kannst Du Dich gerne an mich wenden.

    LG,
    Schlumpfbaby

  4. #4
    missbi
    Gast

    Standard AW: Auf der Suche nach dem Spiegelbild meines Ichs. Gefunden und verloren.

    Hi,
    Habt ihr mal telefoniert, hast du mal ihre Stimme gehört? Weist du wie sie aussieht und hat sie ein Foto von dir? Seit ihr über den virtuellen Raum hinaus und euch in der Realität in irgendeiner anderen Form begegnet? Wenn ja, währe ich egoistisch. Dann würde ich sie suchen und finden.
    Ich denke manchmal muss man anderen einen kleinen Schupf geben. Du weißt ja offensichtlich was du willst, sie ist sich nicht ganz sicher. Wie sollte sie auch. Ich weiß ja nicht was in ihrem Kopf oder in ihrem Herzen so vorsich geht. Hat sie Angst? Ist sie für ihre Begriffe zu weit gegangen? Keine Ahnung. Aber ich würde sie mit dir konfrontieren, alles andere ist eine Sackgasse. Ich Rede hier aber nicht von Stalking ganz nebenbei.
    Wenn euer mentaler Austausch so intensiv ist, glaube ich auch nicht, dass sie bei eurem Kontakt davonläuft.
    Also ich würde in die Offensive gehe. Behutsam nicht fordernd, braucht ja nicht lange sein, aber wenn sie dir gegenüber steht, deine Stimme hört und deinen Geruch wahrnimmt hast du deine Chancen erheblich erhöht.
    Und für den Fall dass du enttäuscht wirst, hast du eben Gewissheit.
    Lg missbi

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